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Frage & Antwort
Fieser Blutsauger bei der Attacke.

Fieser Blutsauger bei der Attacke.
(Foto: picture-alliance/ ZB)

Mittwoch, 14. Januar 2009

Frage & Antwort, Nr. 54: Kalter Winter gleich weniger Mücken?

Viele Menschen sind der Meinung, dass es nach kalten Wintern weniger Mücken und andere Insekten im darauffolgenden Sommer geben wird, da die Larven bei Minusgraden erfrieren. Stimmt das? (fragt sich die n-tv.de Redaktion)

Das stimmt nicht. Einen mückenfreien Sommer beschert eine Kälteperiode den Deutschen nicht. Nützliche, aber auch schädliche Insekten stecken lange Frostperioden locker weg. "Sie sind sehr hart im Nehmen", sagt der Leiter des Forstamts Hanau-Wolfgang, Dieter Müller. Trockene Kälte sei für sie völlig ungefährlich. In Frostperioden reduzierten Insekten ihre Körperfunktionen auf ein Minimum und fielen in eine Art Kältestarre. "Sie sind jetzt konserviert", so Müller weiter. Vorhersagen über mögliche Schädlingsplagen seien derzeit nicht möglich - dezimiert würden die Schädlinge durch die Kälte jedenfalls nicht.

Milde Feuchte tötet

Ein Frostspanner frisst sich durch Blätter.

Ein Frostspanner frisst sich durch Blätter.

Viel schlimmer für die Insekten sei mildes und feuchtes Wetter, erläutert Müller. Bei Plusgraden und Regen drohten tödliche Pilzkrankheiten, "dann verschimmeln sie". Insekten verbringen den Winter meist als Eier, Puppen oder Larven im Boden oder unter der Rinde von Bäumen. Auch wochenlanger Frost ist für sie kein Problem. Erfrieren ist daher praktisch auszuschließen. Einige suchen sich im Herbst als fertig entwickelte Käfer Spalten oder Ritzen und fallen in eine Starre, bis die warme Frühlingssonne sie herauslockt. Das gilt beispielsweise für Marienkäfer.

Jede Art mit eigener Überwinterungsstrategie

Marienkäfer verkriechen sich und fallen in einer Art Winterstarre.

Marienkäfer verkriechen sich und fallen in einer Art Winterstarre.

Mückeneier überleben im Schlamm auf dem Gewässerboden, solange dort das Wasser nicht gefriert. Wespenköniginnen suchen sich geschützte Verstecke zum Beispiel hinter Baumrinden - und bauen dann im Frühjahr wieder neue Völker auf.

Auch vom so genannten Frostspanner, einem gefürchteten Eichenschädling, überwintern die Eier. Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr schlüpfen dann die Larven und fressen die Knospen. Borkenkäfer, die vor allem in Fichtenwäldern riesige Schäden anrichten können, verbringen den Winter als fertige Käfer unter der Rinde von Bäumen oder im Boden. Tief in den Boden verkriechen sich Engerlinge, die Larven des Maikäfers. Auch ihnen passiert bei Frost nichts.

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