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Sie glitzern so kurz, dass sie im Foto kaum festzuhalten sind: Sternschnuppen.
Sie glitzern so kurz, dass sie im Foto kaum festzuhalten sind: Sternschnuppen.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 263: Wie groß sind Sternschnuppen?

Von Andrea Schorsch

Als ich die Bilder vom Meteoriten über dem Ural sah, habe ich mich gefragt, ob Meteoriten eigentlich was anderes sind als riesige Sternschnuppen. Wie groß sind Sternschnuppen überhaupt? Und warum sieht man im Sommer besonders viele? (fragt Markus S. aus Bonn)

Tatsächlich haben Meteoriten und Sternschnuppen die gleiche Herkunft: Die einen wie die anderen kommen von einem Meteoroiden, einem Brocken, der seine Bahnen um die Sonne zieht. Als Meteoroid bezeichnet man Himmelskörper, die kleiner sind als ein paar Dutzend Meter. Ab dieser Größenordnung nämlich spricht man meist von Asteroiden, den Kleinplaneten, oder von Kometen – sofern das Objekt in Sonnennähe einen Schweif hat.

Doch bleiben wir zunächst bei den Meteoroiden. Davon gibt es sehr, sehr viele. Und jeden Tag rasen viele dieser Brocken und Bröckchen auf die Erde zu. Mit mehreren zehntausend Kilometern je Stunde sind sie unterwegs. Gelangen die Meteoroiden in die Erdatmosphäre, verglühen sie. Dabei bildet sich eine Leuchterscheinung, die man Meteor nennt – oder eben auch Sternschnuppe. Das hängt in der Tat von der Größe ab.

Winzig klein und nur kurz hell

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Ist der verglühende Meteoroid nur etwa einen Millimeter groß, dann nehmen wir ihn als Sternschnuppe wahr. Sternschnuppen sind also winzig klein. Und sie leuchten nur für einen ebenso winzigen Augenblick. Ein Meteoroid von der Größe eines Reiskorns ist beim Eintritt in die Erdatmosphäre nur eine gute Sekunde lang am Himmel zu sehen. Ist der Meteoroid größer als zehn Millimeter, leuchtet er auf seinem Weg zur Erde so eindrücklich, dass man von einem Feuerball oder einem Boliden spricht.

Die winzig kleinen Meteoroiden verglühen in der Erdatmosphäre vollständig. Handelt es sich aber um einen größeren oder auch besonders festen Brocken, können Reste übrig bleiben. Die erreichen dann den Erdboden. Das sind die bekannten Meteoriten. Von solchen ist also streng genommen erst dann die Rede, wenn der Himmelskörper auf der Erde aufgetroffen ist, und sei es in Bruchstücken.

Zurück zu den Sternschnuppen: Um zu verstehen, warum zu bestimmten Zeiten besonders viele dieser winzig kleinen Meteore zu sehen sind, muss man wissen, woher sie kommen. Meteoroiden stammen von Asteroiden und Kometen; es sind einfach kleinere Teile der größeren Himmelskörper.

In der Staubspur eines Kometen

Ein Komet, bestehend aus Wassereis, gefrorenen Gasen und Staub, taut in der Oberfläche quasi an, wenn er sich der Sonne nähert. Ein Teil der gefrorenen Masse verdampft dann, der Komet ist von einer Hülle flüchtiger Substanzen umgeben. Unter Einwirkung des Sonnenwindes werden die zahllosen Partikel aus gefrorenen Gasen und Staub fortgetragen. So bildet sich der kometentypische Schweif, der Millionen Kilometer lang sein kann, und mit ihm eine Wolke aus meteoroiden Teilchen.

Zieht die Erde bei ihrem Weg um die Sonne nun durch eine Staubspur, die ein Komet hinterlassen hat, können wir Meteorströme beobachten – eine Anhäufung von Sternschnuppen. Der bekannteste Meteorstrom sind die Perseiden: Jedes Jahr um den 12. August herum sorgen die Bruckstücke des Kometen Swift-Tuttle für ein Glitzern am nächtlichen Himmel. Sind keine Wolken im Weg, sieht man dann gut und gern hundert Sternschnuppen pro Stunde.

Doch im Laufe des Jahres geraten noch andere Meteorströme in unser Blickfeld: die Leoniden im November, die Geminiden im Dezember, die Quadrantiden im Januar und die Lyriden im April. Wer abergläubisch ist und jede gesichtete Sternschnuppe mit einem Wunsch verbindet, hat dafür also ausreichend Gelegenheit. Eines allerdings gilt es zu bedenken: Auch Weltraumschrott beginnt zu leuchten, wenn er auf die Erde fällt.

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Quelle: n-tv.de

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