Das war Mittwoch, 1. Februar 2017
Hier noch einmal ein kurzer Überblick über die Themen des Tages: Zwei der Islamisten, die am Dienstabend in Berlin verhaftet wurden, hatten Kontakt zu dem Berliner Attentäter Anis Amri. Die Männer - ein Deutsch-Marokkaner und ein türkischer Staatsangehöriger - seien wie Amri in der als Islamisten-Treff bekannten Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit ein- und ausgegangen, heißt es aus Sicherheitskreisen.
Martin Schulz hat sich für seinen ersten Auftritt als SPD-Kanzlerkandidat das Ruhrgebiet ausgesucht. Seinen Termin absolvierte er im "Mondpalast" in Wanne-Eickel.
In den USA wurde Rex Tillerson als Außenminister bestätigt. Der Senat stimmte mit absoluter Mehrheit für den 64-Jährigen. Der Texaner ist hoch umstritten. Er war über 40 Jahre lang Manager des Ölkonzerns ExxonMobil, zuletzt als Vorstandschef. Kritiker sehen darin eine mögliche Befangenheit.
Zwar keine überraschende, aber dennoch eine wichtige Nachricht, kam ebenfalls aus den USA: Die US-Notenbank lässt den Leitzins unverändert. Es ist die erste Zinsentscheidung, die die Fed seit der Amtseinführung von Donald Trump gefällt hat.
Außerdem fanden Sie diese Meldungen heute wichtig:
Dieb stiehlt 50.000 Euro aus Jacke
Ein Dieb hat einem Mann aus Hannover 50.000 Euro aus der Jackentasche gestohlen - mitten in einem Burger-Restaurant. Der 57-Jährige hatte seine Jacke dort über einen Stuhl gelegt, dass sein Geld fehlte, bemerkte er erst eine halbe Stunde später. "Wir haben keinen Grund, an der Geschichte des Mannes zu zweifeln", sagte Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Warum der 57-Jährige am Dienstag so viel Geld dabei hatte, wollte der Polizeisprecher nicht sagen.
Vergewaltigung an der Uni: Verdächtiger gesteht
Der Mann, der auf einer Universitätstoilette in München eine Studentin vergewaltigt haben soll, hat ein Geständnis abgelegt. Er habe die Tat bei seiner Vernehmung zugegeben, sagte ein Polizeisprecher. Der 25-Jährige soll am Freitag einer Studentin auf die Damentoilette der Ludwig-Maximilians-Universität gefolgt, die Tür geöffnet und die Frau vergewaltigt haben. Der mutmaßliche Täter, der am Montag offensichtlich nach einem erneuten Überfallversuch nach der gleichen Masche festgenommen worden war, sitzt nun in Untersuchungshaft. "Und das wird auch in nächster Zeit so bleiben", betonte der Polizeisprecher.
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Senat bestätigt Tillerson als US-Außenminister
Die USA haben nach fast zweiwöchiger Vakanz wieder einen Außenminister: Rex Tillerson. Der US-Senat gab dem 64 Jahre alten Texaner jetzt grünes Licht. Er führte in der Abstimmung am Nachmittag mit der absoluten Mehrheit in der 100 Senatoren umfassenden Kammer. Tillerson war von Präsident Donald Trump vorgeschlagen worden. Politisch ist Tillerson umstritten. Er war über 40 Jahre lang Manager des Ölkonzerns ExxonMobil, zuletzt als Vorstandschef. Kritiker sehen darin eine mögliche Befangenheit.
Brexit-Gesetz nimmt erste Hürde
Das britische Brexit-Gesetz hat eine erste Hürde im Parlament genommen. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte Details zu, die das weitere Prozedere im Parlament betreffen. Premierministerin Theresa May will sich mit dem Gesetz von den Abgeordneten die Vollmacht für den Scheidungsantrag von der Europäischen Union geben lassen. Zwei Tage lang hatten die Parlamentarier in Marathon-Sitzungen über den Entwurf diskutiert. Weitere Beratungen und eine dritte Lesung im Unterhaus sind in der kommenden Woche geplant. Dann steht auch die nächste, entscheidende Abstimmung an. Danach kommt der Gesetzesentwurf in das Oberhaus. Er soll bis zum 7. März beide Kammern des Parlaments passieren.
Beyoncé ist schwanger mit Zwillingen
Seit Wochen gab es Gerüchte, nun bestätigt die Sängerin Beyoncé auf Instagram: Sie ist schwanger. Und sie erwartet sogar Zwillinge. "Wir wollen unsere Liebe und unsere Freude teilen", schreibt die Ehefrau von Rapper Jay Z zu dem Bild, das sie mit Babybauch zeigt. Die 35-Jährige und der 47-Jährige bekamen im Januar 2012 bereits ihre Tochter Blue Ivy. Seit 2008 sind die Superstars verheiratet.
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Mann wirft Brandsatz auf Balkon von Ex-Freundin
In Celle hat ein stark betrunkener Mann offenbar versucht, die Wohnung seiner Ex-Freundin anzuzünden, um sie zu töten. Nach den Ermittlungen der Polizei soll der 38-Jährige eine mit Benzin gefüllte, angezündete Flasche auf den Balkon ihrer Wohnung geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft Celle leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann unter anderem wegen versuchten Mordes ein. Der 38-Jährige wurde kurz nach der Tat festgenommen, ein Alkoholtest ergab einen Wert von über drei Promille. Der Mann kam in Untersuchungshaft. Passanten hatten beobachtet, wie der 38-Jährige die Flasche anzündete und auf den Balkon warf. In der Wohnung hielt sich zwar nicht die Ex-Freundin, dafür aber ihre neun Jahre alte Tochter auf. Sie kam mit einem Schrecken davon. "Das Feuer konnte durch das beherzte Eingreifen eines Zeugen gelöscht werden", so die Polizei.
US-Notenbank Fed lässt Leitzins unverändert
Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins unverändert gelassen. Wie die Federal Reserve mitteilte, bleibt der Zins damit vorerst weiter auf einem Niveau zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Bei der Zinsentscheidung der Zentralbank handelt es sich um die erste Entscheidung seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Donald Trump.
Staatsanwalt ermittelt gegen Deutsche-Börse-Chef
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt bei der Deutschen Börse wegen eines Aktiengeschäfts ihres Vorstandschefs Carsten Kengeter. Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte der Nachrichtenagentur AFP, geprüft werde ein Aktienkauf vom Dezember 2015. Es geht somit um ein Geschäft zwei Monate vor der Bekanntgabe der Fusionspläne mit der Londoner Börse.
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Wasserleiche entpuppt sich als Kokosnuss
Wenn eine Kokosnuss im Wasser treibt, sieht das vielleicht ein bisschen so aus, wie ein Kopf mit Haaren. Deswegen informierten Passanten auch die Feuerwehr, als sie einen leblosen Körper im Fluss Chemnitz schwimmen sahen. Die Feuerwehrleute rückten natürlich sofort an und ließen das Schlauchboot zu Wasser. Doch was sie dann bargen war nicht etwa eine Person in Notlage, sondern eine Kokosnuss. Über den Fall berichtete unter andern die "Freie Presse".
Tod einer Fünfjährigen – Mutter muss in Haft
Die fünfjährige Carrie musste sterben, weil ihr nach einem Sturz niemand half. Deswegen wurden nun die Mutter des Kindes und ein befreundetes Paar zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die Begründung der Erwachsenen, warum sie das Mädchen nicht zum Arzt brachten: Sie hatten Angst, dass dem Mediziner auffällt, dass Carrie schon Wochen vor ihrem Tod vernachlässigt und misshandelt worden war.
Kurzfilm: Würden Sie springen?
Würden Sie vom Zehn-Meter-Turm springen? Falls Sie unschlüssig sein sollten, geht es Ihnen wie den Protagonisten in dem Kurzfilm "Ten Meter Tower". Die Story ist schnell erklärt: Die schwedischen Filmemacher Maximilien van Aertryck und Axel Danielson fangen mit der Kamera ein, wie 67 Menschen zum ersten Mal aus zehn Metern Höhe ins Wasser springen. "Unser Ziel beim Machen dieses Films war in gewisser Art und Weise ein Psychologie-Experiment zu realisieren: Wir wollten den Moment einfangen, der Menschen in schwierigen Situationen, in Momenten des Zweifelns, zeigt", erklären die Filmemacher in der "New York Times" (hier ist auch der komplette Film zu sehen). Nachdem die Regisseure ihre Kameras und Mikrofone in Position gebracht haben, lassen sie den Szenen ihren authentischen Lauf. Zu sehen sind Momente, die wir alle kennen: Es sind Momente des Haderns, des Zögerns, aber auch Momente des Mutes! Sehenswert!
Polizei schießt Mann in Hamburg nieder
Bei einem Einsatz in Hamburg hat die Polizei einen Mann angeschossen. Nach ersten Erkenntnissen war er mit einem Messer bewaffnet, wie Polizeisprecher Timo Zill sagte. Der Fall ereignete sich im Stadtteil St. Georg. Zum Zustand des Mannes und zum Ablauf des Geschehens machte die Polizei bislang keine genauen Angaben. Nach einem "Bild"-Bericht soll der Mann zuvor Passanten bedroht haben. Die Beamten zielen dann auf die Beine des Mannes. Er wurde von drei Kugeln getroffen.
USA fliegen serienweise Luftangriffe auf Taliban
Die USA haben mit einer Serie von Luftangriffen auf radikalislamische Taliban in die schweren Kämpfe in der südafghanischen Provinz Helmand eingegriffen. Das sagte der Sprecher der US- und NATO-Streitkräfte in Afghanistan, Charles Cleveland. Er sprach von "etwa 15 Luftschlägen in 48 Stunden". Helmand ist seit Monaten ein Hauptziel der Taliban in ihrem Kampf um mehr Territorium in Afghanistan. Sie kontrollieren mittlerweile bis zu 80 Prozent der Provinz.
Schlagzeilen zum Feierabend
Hitlers rotes Telefon wird versteigert
In diesen roten Apparat soll er seine letzten Befehle hineingebrüllt haben. Nun wird ein rotes Telefon, das in Besitz von Adolf Hitler war, in den USA versteigert. Darüber berichtet die britische Nachrichtenseite Daily Mail. Das Telefon der Marke Siemens stand im Führerbunker in Berlin. Hitler hatte dort am 30. April 1945 Selbstmord begangen, im Mai fand der britische Brigadegeneral Ralph Rayner den Apparat und nahm ihn mit. Auf der Rückseite sind der Name Adolf Hitler und ein Hakenkreuz eingraviert. Der Sohn Rayners will das Telefon nun auf einer Militär-Auktion in Maryland versteigern lassen. Die Organisatoren erwarten einen Erlös von umgerechnet bis zu 460.000 Euro.
Budweiser-Spot thematisiert Einwanderung
Ob gewollt oder nicht: Angesichts der weltweiten Protestwelle gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump trifft der neue Super-Bowl-Spot der Marke Budweiser die aktuelle Stimmung perfekt. Der Film steht unter dem Slogan "Born The Hard Way" (etwa: "Auf die harte Weise geboren" oder "Er hatte ein schwieriges Leben") und erzählt in Kurzform die Geschichte des aus Rheinland-Pfalz stammenden Adolphus Busch (1839-1913), dem späteren Mitbesitzer der Brauerei Anheuser-Busch, die heute ein Weltkonzern ist. Der Werbefilm zeigt seine mühselige Überfahrt und Buschs Probleme bei der Ankunft in Amerika: "Wir wollen Dich hier nicht! Geh zurück nach Hause!" wird er angebrüllt. Schließlich schlägt er sich erfolgreich nach St. Louis (Missouri) durch. Im Internet verbreitete sich der Spot rasend schnell und wurde als Beleg gewertet, wie wertvoll und wichtig Einwanderung für die USA ist.
Irans Präsident nennt Trump "Anfänger"
Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat die Einwanderungspolitik der neuen US-Regierung kritisiert und US-Präsident Donald Trump als Anfänger charakterisiert. "Heute ist nicht die Zeit, um Menschen durch Mauern voneinander zu trennen", sagte Ruhani. Trump komme aus einer völlig anderen Welt, und die Politik sei Neuland für ihn. "Er wird lange brauchen, und es wird die USA viel kosten, bis er lernt, was auf der Welt vor sich geht", sagte Ruhani. Der Iran ist eines der sieben Länder mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit, gegen dessen Bürger Trump eine Einreisesperre angeordnet hat. Die Führung in Teheran hat bereits Gegenmaßnahmen verhängt und rechtliche Schritte angekündigt.
250-maliger Schwarzfahrer fliegt aus IC
Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten: Ein Mann ist zum 250. Mal beim Schwarzfahren erwischt worden. Die Bundespolizei warf ihn deswegen aus dem Intercity. Es gab aber noch einen anderen Grund, warum der Schaffner den 68-Jährigen loswerden wollte: Der Mann roch penetrant nach Alkohol und Urin. Der 68-Jährige fährt übrigens immer die gleiche Strecke: Er will stets von Uelzen nach Hamburg. Warum, ist unklar. Mittlerweile wurde er bereits 250 Mal ohne Fahrschein erwischt. Laut Polizei hätten mehrere Haftstrafen und Beförderungsverbote in den vergangenen drei Jahren keine Wirkung gezeigt.
Studie: Rentenkluft zwischen Geschlechtern schrumpft
In den vergangenen Jahrzehnten haben Männer in der Regel mehr Rente bekommen als Frauen. Das ist auch immer noch so, doch die Kluft schrumpft. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gekommen, die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde. Aktuell heißt das in Zahlen: Westdeutsche Männer erhielten 2014 im Schnitt monatlich 994 Euro und damit 418 Euro oder 42 Prozent mehr aus der gesetzlichen Rentenversicherung als weibliche Ruheständler. In den neuen Ländern, wo Männer im Schnitt auf 1057 Euro kamen, betrug die Differenz 239 Euro oder 23 Prozent.
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Schichtwechsel
Heidi Ulrich hat Adieu gesagt und ich sage Hallo! Mein Name ist Kira Pieper und ich begleite Sie von dieser Stelle aus in den Feierabend - und noch ein Stückchen darüber hinaus. Seien Sie gegrüßt!
Patientinnen missbraucht – Arzt wird verurteilt
Ein Arzt aus Nürnberg muss ins Gefängnis, weil er Patientinnen sexuell missbraucht hat. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte ihn zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Außerdem darf der Internist seinen Beruf nicht mehr ausüben. Dem Gericht zufolge begrapschte er drei Frauen bei angeblichen Massage- und Akupunkturterminen im Intimbereich. Der Arzt hatte die Vorwürfe bestritten.
Festgenommener soll Attentat in Tunis verübt haben
Milliardär aus Hongkong verschwunden
Ein kanadischer Milliardär ist auf mysteriöse Weise aus Hongkong verschwunden. Von der Polizei hieß es, es handele sich um den Gründer der Pekinger Tomorrow-Gruppe Xiao Jianhua. Er habe am Freitag die Grenze nach China überschritten. Laut Berichten soll er von chinesischen Agenten abgeholt worden sein. Chinas Verfolgungsorgane haben aber keine Befugnisse in der Sonderverwaltungsregion Hongkong. Sein Unternehmen hatte über die Nachrichtenplattform WeChat zwei Mitteilungen herausgegeben, wonach der Milliardär "nicht verschleppt" worden, sondern zur Behandlung "im Ausland" sei, doch wurden diese später gelöscht.
Dafür verprasst Johnny Depp zwei Millionen Euro monatlich
Es ist "Ändere-dein-Passwort-Tag"
Passwörter sollten nicht zu kurz sein, Zahlen, Sonderzeichen und Klein- und Großbuchstaben enthalten. Am besten die Passwörter spätestens alle drei Monate wechseln, raten Experten. Und dann muss man sich das Ganze auch noch merken können. Wer zum Beispiel seinen Geburtstag als Passwort hat, könnte sich vielleicht den "Ändere-dein-Passwort-Tag" zum Anlass nehmen, das zu ändern. Der ist heute!
Wie man Passwörter richtig wählt und nutzt, lesen Sie hier. Weitere Tipps von meinem Kollegen Johannes Wallat gibt es hier.
Nachrichten kompakt
So viele Leiharbeiter wie nie
So viele Leiharbeiter hat es in Deutschland noch nie gegeben: Im Juni 2016 waren rund 1,006 Millionen Männer und Frauen als Leiharbeiter beschäftigt, wie es in einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit heißt. Das seien 45.000 mehr als im Vorjahresmonat. Grund für das Rekordhoch sei die robuste Konjunktur. Die habe der Zeitarbeitsbranche einen kräftigen Nachfrageschub gebracht.
Israel entschuldigt sich bei Mexiko
Was der israelische Ministerpräsident über den geplanten Mauerbau zwischen den USA und Mexiko gesagt hatte, sorgte für Wirbel. Nun hat sich Israels Präsident Rivlin dafür entschuldigt. Rivlin habe deshalb mit dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto gesprochen, berichtet die Zeitung "La Jornada". Rivlin habe gesagt, dass sich die Sicherheitssituation in Mexiko nicht mit der in Israel vergleichen lasse. Netanjahu hatte Trumps Pläne für die Mauer bei Twitter so kommentiert: "Trump hat recht. Ich baute eine Mauer entlang Israels südlicher Grenze. Sie stoppt die illegale Einwanderung. Großartiger Erfolg. Großartige Idee." Netanjahu sprach später von einem Missverständnis. Er habe lediglich "den bemerkenswerten Erfolg von Israels Sicherheitszaun" herausstreichen wollen.
Schlagzeilen am Mittag
Anschlag von Wehrhahn – Verdächtiger festgenommen
Fast 17 Jahre ist der Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn her. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handle sich um einen 50-jährigen Rechtsradikalen aus dem nordrhein-westfälischen Ratingen, erklärten die Behörden. Er stand schon einmal im Visier der Ermittler. Bei dem Anschlag am 27. Juli 2000 war am S-Bahnhof Wehrhahn eine Rohrbombe explodiert. Das ungeborene Baby einer Schwangeren wurde getötet, zehn Menschen wurden verletzt – die Opfer waren überwiegend jüdische Einwanderer.
Polizist in Hessen angeschossen
Im hessischen Dietzenbach ist gestern Abend ein Polizist angeschossen und schwer verletzt worden. Die Polizei war wegen eines Streits zwischen einer Frau und ihrem Ex-Lebensgefährten ins benachbarte Rödermark gerufen worden. Die Polizisten holten den betrunkenen 58-jährigen Mann ab und brachten ihn zur Wache nach Dietzenbach. Vor der Wache habe der Mann drei Mal geschossen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Ein Schuss habe den Beamten in die Schulter getroffen. Ersten Ermittlungen zufolge hatten die Polizisten den Mann als harmlos eingeschätzt und ihn nicht nach Waffen durchsucht.
Deutsche Doppelstaatler bekommen wieder US-Visa
Viele Deutsche mit doppelter Staatsbürgerschaft können wieder ein US-Visum beantragen. Der Einreisebann wird weiter entschärft. Von der US-Botschaft in Berlin hieß es, in den Konsulaten würden nun wieder Visa erteilt. Vorher sollten Deutsche, die auch Bürger der vom Bann betroffenen Länder sind, keine Visa mehr bekommen. Es geht um die Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen.
Richard Lugner lädt sich Goldie Hawn ein
Hollywoodstar Goldie Hawn ist in diesem Jahr der Stargast des Wiener Opernballs. Sie wird die Begleitung von Bau-Unternehmer Richard Lugner sein, der sie eingeladen hat. "Sie ist für ihr Alter eine der schönsten Frauen der Welt", sagte der 84-Jährige. Hawn ist 71 Jahre alt. "Ich persönlich mag sie sehr gerne", so Lugner. Seit rund 25 Jahren bezahlt Lugner Stars und Sternchen, um Arm in Arm den roten Teppich auf Österreichs mondänstem Ball abzuschreiten. Wie viel er dafür zahlt, ist geheim.
Festgenommener wegen Anschlags in Tunesien gesucht
Über die Großrazzia in Hessen heute Morgen werden neue Einzelheiten bekannt. Der festgenommene Tunesier wurde unter anderem wegen eines Anschlags in Tunesien gesucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main erklärte. Er soll an dem Anschlag auf das Bardo-Museum vor knapp zwei Jahren beteiligt gewesen sein. Damals hatte es 21 Tote gegeben.
Kabinett beschließt Fußfessel für Gefährder
Islamistische Gefährder sollen künftig mit elektronischen Fußfesseln überwacht werden können. Kanzlerin Merkel und ihre Minister haben dazu eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht. Innenminister de Maizière und Justizminister Maas hatten sich darauf nach dem Terroranschlag in Berlin geeinigt. Der Attentäter war den Behörden als Gefährder bekannt.
Ban Ki Moon zieht sich aus Politik zurück
Ban Ki Moon hat sich entschieden: Er wird nicht versuchen, Präsident seiner Heimat Südkorea zu werden. "Ich werde mich aus der Politik zurückziehen", sagte der ehemalige UN-Generalsekretär. Er sei vom engstirnigen und egoistischen Verhalten einiger Vertreter des politischen Establishments enttäuscht. Es sei "sinnlos, mit ihnen einen gemeinsamen Weg zu gehen". Ban sagte, er gebe sein Ziel auf, unter seiner Führung die Politik des Landes zu ändern und das Land zu einen.
Deutsche auf Bali getötet
Auf der indonesischen Insel Bali ist eine 55-jährige Deutsche getötet worden. Die Polizei sagte, sie sei kaum bekleidet in einem Flussbett tot aufgefunden worden, an Armen und Beinen gefesselt. Die Frau war keine Touristin, sie lebte schon seit längerer Zeit auf Bali. Die Lokalzeitung "Tribun Bali" berichtet, ein Bauunternehmer werde verdächtigt, die 55-Jährige umgebracht zu haben. Er soll mit der Frau Streit gehabt haben. Dem Bericht zufolge wurde der Mann aber aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen.
VW akzeptiert weitere Milliardenzahlung
Und auch auf Volkswagen muss wegen des Dieselskandals erneut zahlen. Es geht um Entschädigungen für Kunden in den USA. Wie in Gerichtsunterlagen zu lesen ist, hat VW zugestimmt, mindestens 1,26 Milliarden Dollar zu zahlen. Dadurch soll eine Sammelklage von 80.000 betroffenen Kunden beigelegt werden.
Abgasskandal – Bosch schließt Millionenvergleich
Wegen des VW-Abgasskandals wird auch der Autozulieferer Bosch Verbraucher entschädigen. Bosch hat nun einem Millionenvergleich in den USA zugestimmt. In Gerichtsdokumenten steht, dass Bosch 327,5 Millionen Dollar an betroffene Besitzer von Dieselautos zahlt. Der Konzern hatte Volkswagen für die vom Dieselskandal betroffenen Motoren Softwarekomponenten geliefert.
Schlagzeilen am Morgen
Abschaffung der Roaming-Kosten kommt voran
Für Handynutzer sollen die Roaming-Gebühren ab Mitte Juni wegfallen. Die Anbieter aber stellen sich die Kosten für die Auslandsnutzung ihrer Kunden weiter gegenseitig in Rechnung. Vertreter des Europaparlaments und der Mitgliedsstaaten haben sich jetzt auf Obergrenzen für Roaming-Großhandelspreise geeinigt: Bei Anrufen sind es 3,2 Cent pro Minute, 1 Cent für SMS und zunächst 7,7 Euro pro Gigabyte. Der Kostendeckel liege damit etwa 90 Prozent unter den aktuellen Begrenzungen, hieß es aus Brüssel. Beide Seiten müssen die Einigung allerdings noch offiziell billigen.
Le Pen verweigert Rückzahlung
Der französische Front National soll dem Europaparlament fast 300.000 Euro zurückzahlen. Parteichefin Le Pen weigert sich aber. Das Geld war gestern Abend fällig. Weitere 42.000 Euro soll die rechtsextreme Partei bis Ende des Monats zurückzahlen. Le Pen könnten nun ihre Bezüge gekürzt werden. Der Front National soll mit EU-Geldern gegen die Regeln eigene Mitarbeiter bezahlt haben.
Taliban sind auf dem Vormarsch
In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban ihren Herrschaftsbereich weiter vergrößert. Das steht in einem Bericht des Spezialinspekteurs des US-Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan. Die afghanische Regierung hatte demnach im November nur noch 57,2 Prozent der Bezirke im Land unter Kontrolle. Das seien 6,2 Prozent weniger als noch Ende August und fast 15 Prozent weniger als im November 2015. Außerdem lebt laut dem Bericht fast jeder dritte Afghane in einem umkämpften Gebiet.
Ex-SAP-Chef soll Siemens-Aufsichtsratschef werden
Der ehemalige SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe soll neuer Aufsichtsratschef bei Siemens werden. Der Nominierungsausschuss des Gremiums habe Snabe als Nachfolger für Gerhard Cromme vorgeschlagen, heißt es von Siemens. Snabe gehört schon seit Oktober 2013 zum Aufsichtsrat. Zum Vorsitzenden der Aufseher soll er aber erst in einem Jahr gekürt werden. Erst dann endet Crommes Amtszeit.
Israel genehmigt Tausende neue Siedlerwohnungen
Entgegen internationaler Kritik billigt Israel den Bau von 3000 neuen Siedlerwohnungen. 2000 davon dürften sofort errichtet werden, hieß es vom israelischen Verteidigungsministerium. Schon jetzt leben rund 600.000 Israelis in mehr als 200 Siedlungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem.
Währenddessen soll heute früh eine israelische Siedlung geräumt werden. Es geht um die nicht genehmigte Siedlung Amona auf palästinensischem Privatland. Dagegen gibt es Proteste. In Medienberichten heißt es, Siedler hätten die Zufahrtsstraße blockiert und etwa Reifen angezündet.
Berliner Eisbärjunges hat einen Namen
Fast drei Monate ist der kleine Eisbär im Berliner Tierpark schon alt. Nun hat er endlich einen Namen: Er heißt Fritz. So die Entscheidung einer Jury. Fritz sei eine gute Wahl, findet Tierparkdirektor Knierim: "Ich bin sehr glücklich mit dem Namen, er ist kurz und knackig, sodass auch Besucher aus dem Ausland ihn sich gut merken können."
Razzien wegen Terrorverdachts in Hessen
In Hessen laufen seit dem frühen Morgen Razzien gegen die islamistische Szene. Über 50 Objekte seien durchsucht worden, heißt es von der Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Im Visier stünden 16 Personen zwischen 16 und 46 Jahren. Ein 36-jähriger Tunesier wurde verhaftet. Er soll Menschen für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeworben haben. Außerdem soll er einen Anschlag in Deutschland geplant haben. Es habe aber kein konkretes Anschlagsziel gegeben, erklärte die Landespolizei.
Das wird heute wichtig
Liebe Leser,
der Februar beginnt in mehreren Bundesländern mit Warnstreiks in Schulen. Unter anderem angestellte Lehrer und andere Pädagogen sind zum Ausstand aufgerufen. Betroffen sind Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Außerdem wird das heute wichtig:
Der US-Senat will abschließend über die Ernennung des Ölindustriellen Tillerson zum neuen Außenminister abstimmen.
Die US-Notenbank Fed gibt ihre Leitzinsentscheidung bekannt, eine Erhöhung wird nicht erwartet.
Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin bekommt einen neuen Chef: Der bisherige Lufthansa-Manager Winkelmann übernimmt den Spitzenposten.
Wie steht es eigentlich mit den Emissionswerten des Dienstwagens von Bayerns Ministerpräsident Seehofer? Die Deutsche Umwelthilfe will eine Auskunft darüber juristisch erzwingen. Das Verwaltungsgericht München verhandelt heute über die Klage.
Der Bau-Unternehmer Richard Lugner verkündet, wer dieses Mal der Stargast des Wiener Opernballs wird.
Ich heiße Sie herzlich beim "Tag" willkommen. Mein Name ist Heidi Ulrich, zu erreichen über heidi.ulrich@nama.de . Einen schönen guten Morgen!
Februar startet trüb und glatt
Die eiskalten Zeiten sind zwar vorerst vorbei, aber bei Temperaturen um den Gefrierpunkt müssen Sie heute in der Früh verbreitet mit Glätte durch Reif oder gefrierende Nässe rechnen. Richtung Sachsen sowie am Alpenrand fällt auch noch etwas Schnee, zum Teil auch Regen. Außerdem haben sich da und dort Nebelfelder mit Sichtweiten unter 50 Meter gebildet. Insofern startet der Tag auch heute mal wieder vielfach wolkig oder trüb, bevor später die Sonne örtlich etwas besser durchkommen wird. Die Temperaturen: am frühen Morgen minus 2 bis plus 2 Grad. Nachher wird es dann aber besonders im Westen deutlich milder bei 6 bis 11 Grad am Rhein. Im Osten bleibt’s hingegen winterlicher bei maximal 0 bis 2 Grad. Der letzte Blick an diesem 1. Februar gilt der Statistik: der Januar 2017 war mit knapp 1,5 Grad unterm langjährigen Mittel deutlich zu kalt. Dafür versorgten uns die kalten Hochdruckgebiete mit überdurchschnittlich viel Sonne und im Gegenzug war es zu trocken. Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Björn Alexander