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Dramatische Suche nach Überlebenden: "Costa Concordia" droht der Untergang

 
Dramatische Suche nach Überlebenden: "Costa Concordia" droht der Untergang

Schaulustige knipsen Fotos von der "Costa Concordia".

Das Schiff liegt vor der italienischen Insel Giglio auf der Seite.

Es war auf einen Felsen gelaufen.

Und dieser riss die Haut des Riesen auf.

Unterwasseraufnahmen beweisen die schweren Schäden unter der Oberfläche.

Was folgte, ist eine dramatische Rettungsaktion.

Sie dauert bis zur Stunde an.

Die Suche nach Überlebenden wird aber immer schwieriger.

Grund: Der 290 Meter langen "Costa Concordia" droht der vollständige Untergang.

Doch in den schwer zugänglichen Teilen des Luxusliners werden noch eingeschlossene Passagiere vermutet.

Die Zeit ist gegen die Rettungsmannschaften, die auf Hochtouren arbeiten.

Die Suche nach Überlebenden auf dem Schiff sei eine "riskante Operation", sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Inzwischen förderten Taucher erneut Leichen zu Tage.

Damit steigt die Zahl der Todesopfer des Schiffsunglücks auf elf.

Zahlreiche Menschen sind noch vermisst, darunter auch Deutsche.

Die meisten der mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, …

... viele Passagiere und Mitarbeiter wurden aber verletzt.

Das Kreuzfahrtschiff befindet sich derzeit an einer 30 Meter tiefen Stelle, könnte aber in tieferes Gewässer abgleiten und vollständig sinken. Immer wieder rutscht es einige Zentimeter ab.

In der Nacht zum Sonntag konnte ein Paar aus Südkorea lebend aus einem der unteren Decks des Schiffs gerettet werden.

Helfer waren bis zur Kabine des frisch verheirateten Paares vorgedrungen und konnten die beiden 29-Jährigen sicher an Land bringen.

Das Paar ist wohlauf.

Der 29 Jahre alte Lehrer Han Ki Deok und seine gleichaltrige Frau Jeong Hye Jin sagten, sie hätten sich am Freitagabend nach dem Essen in ihrer Kabine Schlafen gelegt und zunächst nichts von dem Unglück mitbekommen.

"Als wir aufwachten, kippte das Schiff", schilderte Han. Als sie aus der Kabine auf den Gang gegangen seien, sei das Schiff bereits so stark geneigt gewesen, dass sie sich nicht vorwärtsbewegen konnten.

"Wir sind bis zum Ende Korridors gerutscht und haben uns dabei verletzt", so der 29-Jährige.

Seine Frau und er seien deshalb in ihre dunkle Kabine zurückgekehrt und hätten dort ausgeharrt, mit ein paar Keksen und etwas Wasser als einziger Verpflegung. Sie hätten geschrieen, bis sie heiser waren, und an ihren Rettungswesten angebrachte Pfeifen betätigt.

Mehr als 36 Stunden nach der Havarie wurde dann ein weiterer Schiffbrüchiger aus dem Wrack gerettet.

Wie die Behörden mitteilten, gelang es am späten Sonntagmorgen, das Besatzungsmitglied Marrico Giampietroni zu befreien

Das Kreuzfahrtschiff wird nun Kabine für Kabine abgesucht.

Der Kapitän des Schiffs, Francesco Schettino, wurde nach einem mehrstündigen Verhör verhaftet.

Er muss sich möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

Ihm wird zudem vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, bevor alle Passagiere gerettet wurden. Nach einigen Berichten war Schettino schon fünf Stunden vorher an Land.

Schettino selbst machte eine fehlerhafte Seekarte für das Unglück verantwortlich.

Bewohner von Giglio sagte dagegen, der Luxusliner sei viel zu nah am Ufer gefahren und habe einen Felsen gerammt, der der örtlichen Bevölkerung wohlbekannt war.

Die Black Box des Luxusliners wurde inzwischen gefunden. Nicht ausgeschlossen ist, dass ein Teil der rund 2400 Tonnen Treibstoff aus dem Schiff ausläuft.

Nachdem das Schiff vor der Westküste Italiens auf Grund gelaufen war, brachen viele Passagiere in Panik aus und sprangen von Bord in das eisige Meer.

Ein 70-Jähriger soll dabei einen tödlichen Herzinfarkt erlitten haben. Viele Ältere trugen bei ihrer Rettung nur Pyjamas, weil sie im Schlaf überrascht wurden.

Eine Frau sagte, sie habe sich "wie auf der Titanic" gefühlt.

Inzwischen gibt es Handyvideos, die die Zustände an Bord während des Unglücks zeigen. Sie werden noch ausgewertet.

Helikopter, mehrere Schiffe und die Bevölkerung der nahegelegenen Insel Giglio beteiligten sich an der Rettungsaktion.

Die Geretteten wurden nach Porto Santo Stefano auf der Halbinsel Argentario gebracht.

Laut Augenzeugen kam es bei der Rettungsaktion zu Verzögerungen. Ein Besatzungsmitglied sagte, es habe Stunden gedauert, die Menschen vom Schiff zu bekommen.

Die deutsche Niederlassung von Costa Crociere erklärte dagegen, sie habe keine Informationen über Komplikationen bei der Rettungsaktion.

Das Schiff selbst hat rund 450 Millionen Euro gekostet.

Bei seiner Inbetriebnahme galt es als größtes Schiff Italiens.

Es lief erst im September 2005 vom Stapel. (dpa/rts/AFP)

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