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Das ist das neue Samsung Galaxy S GT-i9000. Das Design des 122 x 64 x 9,9 Millimeter großen Smartphones erinnert schon ein bisschen an das iPhone 3GS.
Im direkten Vergleich sieht man aber nicht nur den Größenunterschied.
Neben dem zentralen "Heimat-Knopf" hat das Galaxy S auch zwei Sensortasten: links die Menü-, rechts die Zurück-Taste.
Die Menütaste bietet je nach geöffneter Anwendung unterschiedliche Funktionen. Wer die Einstellungen oder Optionen sucht, liegt hier aber fast immer goldrichtig.
Bleibt der Finger lange auf der Menü-Taste, öffnet sich die Schnellsuche.
Das Galaxy S ist 9,9 Millimeter schmal und wiegt nur rund 120 Gramm. Auf der rechten Seite sitzt ein (zu kleiner) An-/Aus-Schalter. Gegenüber befindet sich die Lautstärkeregelung.
Auf der Oberseite sind die 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse und der MicroUSB-Anschluss mit Schutz-Klappe.
Das leichte Gewicht hat das Galaxy S nicht zuletzt dem Akkudeckel zu verdanken, der zwar schick aussieht, aber nur aus Plastik ist. Für unseren Geschmack hätte Samsung das Telefon ruhig in Alu packen können. Ein paar Euro und Gramm mehr wären sicher zu verkraften gewesen.
Ansonsten ist das Samsung-Telefon sehr gut verarbeitet und kein Knacken oder Knarzen erinnert an die Plastikschale.
Der Deckel lässt sich mit dem Daumennagel abziehen. Unter ihm sitzt der 1500-mAh-Akku, der bei normalem Gebrauch bis zu zwei Tage durchhält. Die Batterie verdeckt die SD-Karte nicht. Sie kann daher gewechselt werden, ohne das Telefon auszuschalten.
Der multitouchfähige 4-Zoll-Bildschirm ist eine Augenweide. Er löst mit 480 x 800 Pixel auf und kann HD-Videos darstellen. Dank Super-AMOLED-Technik sind Farben, Kontrast und Brillanz beeindruckend gut. Außerdem soll das Display rund 20 Prozent weniger Strom verbrauchen als herkömmliche AMOLEDs.
Die Helligkeit regelt der Lichtsensor links über dem Touchscreen automatisch und auch bei Sonnenschein lässt sich das Display noch problemlos ablesen. Direkt neben dem Lichtsensor ist der Annäherungssensor, der den Bildschirm beim Telefonieren abschaltet.
Auf der rechten Seite hat das Galaxy S eine Frontkamera für Videotelefonate.
Der starke 1-Gigahertz-Prozessor ARM Cortex A8 sorgt dafür, dass das Smartphone sehr flott zu Werke geht. Unterstützt wird der Chip durch 512 Megabyte Arbeitsspeicher, den das Telefon mit dem Update auf das neue Android-Betriebssystem 2.2 ("Froyo") auch nutzen kann. Zurzeit läuft auf dem Galaxy S noch Version 2.1.
Das Galaxy S findet Verbindung auf dem höchsten Niveau. WLAN-n und Bluetooth 3.0 sind Standard.
Die Empfangsqualität ließ im Test keine Wünsche offen.
Allerdings riss immer wieder die Verbindung zur Fritzbox ab. Das ist aber offenbar ein Problem, das viele Smartphones haben, wenn sie sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Router befinden.
Intern hat das Samsung-Flaggschiff einen acht Gigabyte großen Speicher, der mit microSD-Karten um bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden kann.
Insgesamt hat die TouchWiz-Oberfläche des Galaxy S sieben Startbildschirme, auf denen Nutzer Programmverknüpfungen, Programm-Ordner oder Widgets (Mini-Programme) ablegen können. Unten sind vier Icons für Telefon, Kontakte, Nachrichten und Menü fest verankert.
Wer so viele Startbildschirme nicht braucht, kann sie auch bis auf einen löschen. Um Icons zu verschieben, genügt es, sie lange anzutippen und dann auf die gewünschte Seite zu ziehen.
Füllmaterial für die Startseiten gibt's nach einem Tipper auf das blaue Menü-Icon. Hier findet der Nutzer alle Programme. Um sie auf die zuvor angezeigte Startseite zu bekommen, muss er sie lediglich lange antippen.
Praktisch: In TouchWiz scrollt man nicht durchs Menü, sondern blättert von links nach rechts. Menüseiten lassen sich auch über die grauen Seiten-Punkte direkt ansteuern.
Umgekehrt kann auch die Startseite lange angetippt werden, worauf sich ein Auswahlmenü öffnet. Das Programm-Menü liegt unter "Schnellzugriffe". Bei den Widgets können Nutzer zwischen "normalen" Android- und Samsung-Widgets wählen.
Das Samsung-Angebot ist allerdings sehr überschaubar und es finden sich zumeist bessere (Gratis-)Widgets im Android Market.
Die Android-Alternativen legt das Telefon unter "Widgets" ab.
Im Programm-Menü gibt es auch ein Icon, das zu den Programmen aus Samsungs eigenen App-Store führt. Traurige sechs Programme findet der erstaunte Nutzer dort, die außerdem nutzlos (Sprachsteuerung Vlingo nur auf Englisch) oder überflüssig sind. Ein Ausreißer aus der Samsung-Tristesse ist aber das 3D-Rennspiel "Asphalt 5".
Das Game macht richtig Spaß, hat eine tolle Grafik und zeigt, wozu das Galaxy S fähig ist.
Aufwendige Spiele sind eine der großen Stärken des Samsung-Smartphones.
"Winds of Steel" macht auf kleineren und schwächeren Handys nur halb so viel Vergnügen wie auf dem Galaxy S.
Dies gilt auch für "Google Earth" ...
... Webseiten ...
... und vor allem für Videos - egal, ob heruntergeladen, auf Youtube betrachtet oder selbst aufgenommen.
Apropos: Die 5-Megapixel-Kamera nimmt Videos in HD-Qualität (1280 x 720 Pixel) auf.
Nutzer können aber auch eine ganz andere Auflösung für die Aufnahme wählen.
Die Fotokamera bietet weitaus mehr Einstellmöglichkeiten. Unter anderem gibt's eine Lächel-Erkennung und eine Beauty-Funktion, die automatisch Hautunreinheiten kaschiert.
Auch verschiedene Voreinstellungen helfen beim Fotografieren. Leider hat Samsung dem Galaxy S keinen LED-Blitz gegönnt.
Das Objektiv reagiert sehr ...
... empfindlich auf Verschmutzungen.
Der Samsung-Browser ist zwar schnell, aber kein Brüller.
Nützliche Funktionen wie "Text auswählen" muss man über die Menü-Taste aufrufen. Bei HTC klappt dies beispielsweise über ein langes Antippen.
Als mobiles Büro macht Samsungs Bolide eine gute Figur. Das liegt unter anderem am installierten Office-Paket ...
... und der sehr übersichtlichen Mail-App.
Der Star im Smartphone-Büro ist aber die "Swype"-Tastatur. Bei ihr wischt der Nutzer beim Schreiben von Buchstabe zu Buchstabe, ohne den Finger von der Tastatur zu nehmen.
Ein Trainingsprogramm hilft, den ungemein zeitsparenden Schreibstil in wenigen Minuten zu lernen.
Texte, die so auf dem virtuellen Block geschrieben wurden, kann man anschließenden Mailen, Simsen oder bei Facebook hochladen.
SMS-Konversationen werden wie die Kontakte übersichtlich und mit Fotos dargestellt.
Das Samsung Galaxy S bietet auch ein paar sehr schöne Extras.
Aufgenommene Fotos oder Filme kann das Telefon über die Funktion "AllShare" mit einem entsprechenden Kabel auch auf anderen Geräten, beispielsweise Fernsehern, wiedergeben.
Wer umgekehrt Inhalte auf sein Smartphone bringen möchte, verwendet am besten die mitgelieferte Verwaltungs-Software "Kies". Das Programm ist allerdings ziemlich fummelig.
Der Musik-Spieler des Galaxy S kann locker mit guten MP3-Playern mithalten. Der Klang ist vorzüglich ...
... und kann per Equalizer ...
... oder mit Klangeffekten aufgepeppt werden.
Leider bietet das Radio ...
... solche Einstellungen nicht.
Was die meisten Android-Handys erst nach der Aktualisierung auf "Froyo" können, kann das Galaxy S schon jetzt: Es kann mit ihm verbundenen Geräten seine Internetverbindung zur Verfügung stellen.
Mit "Layar" können Nutzer via GPS-Ortung nach Einrichtungen in ihrer Nähe suchen. Das ist vor allem auf Reisen sehr praktisch.
Die Suchergebnisse kann man sich auf die Kamera projezieren und so zum Ziel manövrieren.
Die GPS-Funktion arbeitete im Test übrigens auch mit "Google Navigation" sehr genau.
Hübsch: Verpasste Anrufe, Mails oder SMS zeigt das Telefon als Puzzlestück auf der Startseite an.
Zum Schluss noch eine Anmerkung: Auch das Samsung Galaxy S wird deutlich langsamer, wenn viele Apps im Hintergrund laufen und nur noch rund 50 MB Arbeitsspeicher übrig sind.
Das Problem lässt sich zwar mit einem Taskkiller beheben. Die Methode ist aber relativ unkontrolliert und daher nur bedingt ratsam. Samsung sollte sich besser mit dem Update auf Android 2.2 beeilen, damit der verfügbare Arbeitsspeicher auf 512 MB steigt.
Außerdem braucht das Telefon dringend ein Firmware-Update. Denn ab und zu verweigert es seinen Dienst, arbeitet ruckelig oder entleert in rasender Geschwindigkeit den Akku. Die Probleme treten nicht oft auf, aber dürften bei einem Smartphone dieser Klasse überhaupt nicht vorkommen.
Alles in allem ist das Samsung Galaxy S ein tolles Smartphone, das rasant zur Sache geht und besonders viel Spaß bei Aufgaben macht, die einen großen und brillanten Bildschirm benötigen. Und trotz billigem Akkudeckel und fehlendem Blitz könnte das Telefon nach einem Firmware-Update der schärfste iPhone-4-Rivale werden.
Ohne Vertrag ist es bereits für rund 450 Euro zu haben und damit vor allem preislich eine echte Alternative zum sündhaft teuren Apple-Smartphone.
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