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Papst Franziskus empfängt zum ersten Mal den kubanischen Präsidenten Raul Castro im Vatikan.
Papst Franziskus empfängt zum ersten Mal den kubanischen Präsidenten Raul Castro im Vatikan.(Foto: picture alliance / dpa)

Privataudienz beim Papst: Castro ist von Franziskus begeistert

Überraschend bekennt Kubas Staatschef Raúl Castro, alle Reden von Papst Franziskus zu kennen. Seiner Begeisterung verleiht er mit einem Versprechen Nachdruck: Wenn der Papst weiter so rede, werde er wieder anfangen zu beten.

Kubas Staatschef Raúl Castro hat sich als großer Fan von Papst Franziskus zu erkennen gegeben. "Ich habe alle Reden des Papstes gelesen", sagte der 83-Jährige nach einer Privataudienz im Vatikan. "Kein Witz, wenn der Papst weiter so redet, dann fange ich früher oder später wieder an, zu beten und trete wieder der katholischen Kirche bei." Wenn der Papst im September nach Kuba komme, werde er mit großer Freude zu jeder seiner Messen gehen, versprach der ehemalige Jesuiten-Schüler Castro.

Das Treffen dauerte nach Vatikan-Angaben etwa eine Stunde. "Ich habe dem Papst für seinen Beitrag zur Annäherung zwischen Kuba und den USA gedankt", sagte Castro der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge. Nach dem privaten Gespräch in seinem Arbeitszimmer verabschiedete Franziskus den kubanischen Staatschef mit einem Händedruck.

Der 83 Jahre alte Castro war nach Angaben von Radio Vatikan erst der zweite kommunistische Präsident des Landes, der den Kirchenstaat besuchte. Zuletzt hatte 1996 sein damals regierender Bruder Fidel Castro Papst Johannes Paul II. im Vatikan getroffen. Der 78 Jahre alte Argentinier hatte bei der historischen Annäherung zwischen den USA und Kuba im vergangenen Jahr als Vermittler eine entscheidende Rolle gespielt. Der Pontifex schrieb nach Vatikan-Angaben Briefe an beide Staatschefs und empfing Delegationen der Länder, um einen konstruktiven Dialog zu ermöglichen.

Annäherung auch Dank Franziskus

Kuba und die USA verkündeten im Dezember überraschend einen diplomatischen Neustart nach mehr als 50 Jahren Eiszeit. Der Deal wurde unter anderem durch einen Gefangenenaustausch nach 18 Monaten Geheimverhandlungen möglich. In der Zeit soll auch der Papst zwischen beiden Seiten vermittelt haben. US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro bedankten sich ausdrücklich beim Papst für seine Rolle bei den Gesprächen. Castro äußerte nun die Hoffnung, dass der US-Senat Kuba bis Ende Mai von der Terrorliste streichen werde.

Im September will Franziskus vor seiner USA-Reise Kuba besuchen. Dort wird der Besuch mit Spannung erwartet. Das Land sei stolz auf den lateinamerikanischen Papst, sagte Außenminister Bruno Rodríguez, nachdem der Vatikan Ende April die Reise bekanntgab. Franziskus wird nach Johannes Paul II. 1998 und Benedikt XVI. 2012 das dritte katholische Oberhaupt sein, das den Karibikstaat besucht. Auch die Katholische Kirche Kubas begrüßte die Ankündigung. Sie hob hervor, dass Franziskus eine wichtige Rolle bei der jüngst eingeleiteten Annäherung zwischen Kuba und den USA spielte. "Wir sind ihm sehr dankbar dafür", sagte ein Sprecher des Erzbistums in Havanna.

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Quelle: n-tv.de

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