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Die Bahn geht davon aus, dass sich in den nächsten Stunden der Verkehr auf den letzten noch betroffenen Strecken normalisieren wird.
Die Bahn geht davon aus, dass sich in den nächsten Stunden der Verkehr auf den letzten noch betroffenen Strecken normalisieren wird.(Foto: dpa)

Orkan zieht weiter: Das war's mit "Xaver"

Orkan "Xaver" fegt mit viel Ausdauer über Europa hinweg. Die Schäden fallen aber glimpflicher aus als erwartet. Lediglich den Ostseeanwohnern weht noch ein starker Wind um die Ohren. In der kommenden Nacht soll der Orkan deutsches Terrain verlassen.

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Das Orkantief "Xaver" behindert weiter den Verkehr in einigen Teilen Deutschlands. Das Ausmaß schwächt sich aber im Vergleich zum Tage weiter ab. Im Norden starten und landen wieder die Flugzeuge und auch die Züge fahren wieder öfter als in den vergangenen Stunden. Gleichwohl müssen sich die ostdeutschen Küstenbewohner gedulden, denn dort wehen Ausläufer dieses Orkans noch bis in den Samstag hinein.

In Hamburg erreichte die dritte Welle am Abend längst nicht mehr die Höchststände des Morgens. In vielen Teilen Deutschlands bringt das Tief jetzt viel Regen, Hagel und Schnee. In der Nacht auf Samstag soll "Xaver" deutsches Terrain verlassen. Dann zieht er weiter Richtung Weißrussland und Russland weiter.

n-tv.de berichtete über die Geschehnisse in seinem Liveticker

Am Hamburger Flughafen stabilisierte sich die Lage bereits am frühen Abend. Seit 18.00 Uhr gilt dort wieder Normalbetrieb. Bis dahin mussten Hunderte An- und Abflüge gestrichen werden. In der ersten Tageshälfte hatten noch starke Windböen das Starten und Landen sehr vieler Maschinen verhindert. Airlines strichen den Großteil der geplanten Verbindungen. Bereits am Donnerstag war es dort zu spürbaren Einschränkungen gekommen.

Wesentlich geringer waren am Donnerstag und am Freitag die großen Flughäfen Frankfurt und München betroffen. Dort fehlten vor allem die Flugzeuge, die im Norden feststeckten. In Frankfurt fielen lediglich 57 von rund 1.300 Verbindungen aus.

Hamburg gibt Entwarnung

Die Magellan-Terrassen in der Hafencity in Hamburg waren bei der dritten Sturmflut noch überschwemmt.
Die Magellan-Terrassen in der Hafencity in Hamburg waren bei der dritten Sturmflut noch überschwemmt.(Foto: dpa)

Ruhiger geht es mittlerweile auch im Hamburger Hafen zu. Drei Sturmfluten in Folge hatten den Schiffsverkehr fast vollständig zum Erliegen gebracht. Das Wasser stieg wesentlich höher als bei der Flutkatastrophe 1962. Allerdings hielten die Deiche aufgrund milliardenschwerer Investitionen besser als damals. Die Stadt hatte Teile des Hafens gesperrt und immer wieder die Menschen aufgefordert, die tiefliegenden Gebiete des Hafens zu verlassen. Gegen 18.40 Uhr konnten die Behörden Entwarnung geben. Personen wurden dort nicht verletzt.

Bei der Deutschen Bahn gab es am Abend ebenfalls Entwarnung. Es fielen weniger Verbindungen als am Vormittag aus. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Berlin und Brandenburg gibt es gegenwärtig keine Störungen mehr.

Nur in Schleswig-Holstein ist die Lage noch angespannt. Der Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark ist weiterhin eingestellt. Auch der Sylt-Shuttle zwischen Niebüll und Westerland fällt bis Betriebsschluss aus. Regionalverkehrszüge fahren wegen des Sturms langsamer und kommen teils deutlich später ans Ziel.

Opferzahl steigt auf acht

Dieser unbesetzte Bus kam bei Uelzen von der eisglatten Fahrbahn ab. Der Fahrer wurde leicht verletzt.
Dieser unbesetzte Bus kam bei Uelzen von der eisglatten Fahrbahn ab. Der Fahrer wurde leicht verletzt.(Foto: dpa)

In allen anderen Bundesländern läuft der Verkehr reibungslos. Zwar gibt es heftige Schneefälle. Wegen der hohen Temperaturen bleibt die weiße Pracht aber nicht liegen. Dennoch blieben zahlreiche Autofahrer blieben in zum Teil kilometerlangen Staus stecken. Bei den zahlreichen Unfällen blieb es zumeist bei Sachschäden.

Im Norden blieben auch am Freitag viele Schulen geschlossen. Weihnachtsmärkte öffneten allerdings wieder. Selbst das Hamburger Volksfest "Dom" lockt wieder mit Karussells und Autoscooter.

"Xaver" wütete aber nicht nur in Deutschland, deckte Dächer ab und ließ Bäume umfallen. Auch Skandinavien und Großbritannien hatten große Probleme mit den Orkanböen. Dort sorgte der Sturm bereits am Donnerstagmorgen für Behinderungen. Die Zahl der Toten durch "Xaver" wird mittlerweile europaweit mit acht angegeben. In Polen, Großbritannien und Skandinavien starben Menschen durch den Sturm. Für zwei Seemänner, die am Donnerstagmorgen vor der schwedischen Küste über Bord gegangen waren, gibt es mittlerweile keine Hoffnung mehr.

In Mecklenburg-Vorpommern verunglückte ein Rettungswagen, dabei kam eine 82-jährige Patientin ums Leben. Der Wagen war von der Straße abgekommen. Zum Unfallzeitpunkt herrschte dort Sturm und Straßenglätte. Ob der Unfall auf "Xaver" zurückzuführen ist, muss noch geklärt werden.

Warnungen zahlten sich aus

Die schweren Orkanböen trafen die Menschen nicht unerwartet. Bereits seit Tagen hatten Wetterdienste vor starken Winden, Hochwasser und Schneefällen gewarnt. Gemeinden und Unternehmen waren auf die vorhergesagte Schlechtwetterfront mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde gut vorbereitet. Bundesweit waren mehr als 10.000 Feuerwehrmänner und Kräfte des Technischen Hilfswerkes im Einsatz.

Sie haben offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Erst vor zwei Monaten hatte Sturmtief "Christian" großes Chaos in Westeuropa angerichtet und den Verkehr vielerorts für viele Stunden extrem behindert. Damals erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 190 Stundenkilometern. Rund 20 Menschen starben.

Die gute Vorbereitung freut auch die Versicherer. Sie rechnen damit, dass "Xaver" nicht so hohe Schäden wie sein Vorgänger "Christian" nach sich zieht. Der hatte beispielsweise bei der Versicherung Provinzial in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu 55.000 Schäden im Volumen von 80 Millionen Euro geführt.

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Quelle: n-tv.de

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