Panorama

Sprache von "betörender Präzision"Die Schweiz liebt Steinbrück

25.09.2009, 12:20 Uhr

Nach dem Steueroasen-Streit war es nicht abzusehen, doch die Schweiz hat ihr Herz an Peer Steinbrück verloren. Schließlich sei seine Sprache "metaphernreich und von betörender Präzision".

Er hat den Schweizern im Streit um hinterzogene Steuern mit der Peitsche und der Kavallerie gedroht. Doch zwei Tage vor der Bundestagswahl bekommt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nun eine "Liebeserklärung" aus Zürich. Unter der Überschrift "Steinbrück - möge er erhalten bleiben" bezeichnet die traditionell konservative "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) Steinbrück als ein "sympathisches politisches Talent".

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"Der hässliche Deutsche" - das war einmal. (Titelbild von "Blick am Abend" im März) (Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwar seien seine Ausfälle gegen die Schweiz "formal unhöflich" gewesen, schreibt die "NZZ". Aber "Peer Steinbrück ist und bleibt einer der originellsten deutschen Politiker". Schaffe es die SPD nicht in die Regierung - es wäre vor allem schade seinetwegen, so schreibt das Blatt.

Steinbrücks Sprache sei "metaphernreich und von betörender Präzision", schreibt der Kommentator weiter. Keiner unterscheide sich markanter vom so oft beklagten Typ des faden Durchschnittspolitikers. Steinbrück "faselt keinen Unsinn". Er weiche nicht aus, bekenne sich zu jedem Dilemma. "Ihm zuzuhören, ist fast immer purer intellektueller Genuss", so die Zeitung.

Quelle: ntv.de, dpa