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Heimkehr nach 126 Tagen auf See: Die "Augsburg" läuft in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven ein.
Heimkehr nach 126 Tagen auf See: Die "Augsburg" läuft in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven ein.(Foto: dpa)

Vier Monate Anti-Terror-Einsatz: Fregatte "Augsburg" ist zurück

Wiedersehen in Wilhelmshaven: Ein Kriegsschiff der Bundeswehr kehrt kurz vor Ostern nach langem Einsatz nach Hause zurück. Die Fregatte "Augsburg" war im Persischen Golf unterwegs, um den Franzosen im Kampf gegen den IS beizustehen.

Nach gut vier Monaten ist die Fregatte "Augsburg" in ihren Heimathafen Wilhelmshaven zurückgekehrt. "Es war eine ganz tolle Erfahrung für mich als Kommandant mit dieser Besatzung, mit diesem Schiff für Deutschland an der Seite Frankreichs diesen Einsatz zu bestreiten", sagte Fregattenkapitän Jörg Mascow nach der Ankunft.

Vier Monate weg von zuhause: Selbst ein weitgehend ereignisloser Einsatz ist für die Besatzung und ihre Angehörigen mit gewissen sozialen Härten verbunden.
Vier Monate weg von zuhause: Selbst ein weitgehend ereignisloser Einsatz ist für die Besatzung und ihre Angehörigen mit gewissen sozialen Härten verbunden.(Foto: dpa)

Die "Augsburg" hatte seit Anfang Dezember den nuklear angetriebenen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" begleitet und im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Die Franzosen flogen nach dem Attentat in Paris von der "Charles de Gaulle" aus Angriffe auf Stellungen des IS in Syrien. Die deutsche Fregatte begleitete den französischen Träger vom Mittelmeer durch den Suezkanal bis ins Einsatzgebiet im Persischen Golf – und wieder zurück. Mehr als 200 Soldaten waren an Bord, darunter 13 Frauen. Schwierigkeiten habe es keine gegeben, heißt es bei der Bundeswehr.

An der Seite der Franzosen

Der Einsatz als Begleitschutz für das Flaggschiff der französischen Marine hatte vor allem symbolische Bedeutung. Auf hoher See ging von den Islamisten zunächst keine große Bedrohung aus: Die IS-Anhänger verfügen weder über Schiffe, noch über einen Zugang zum Meer.

Antreten zum Einlaufen: Die Besatzung der Fregatte "Augsburg".
Antreten zum Einlaufen: Die Besatzung der Fregatte "Augsburg".(Foto: dpa)

Auf die leichte Schulter konnte die Bundeswehr den Einsatz dennoch nicht nehmen: Im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer, vor der Küste des Jemen und im Persischen Golf ist nicht nur mit zahlreichen Schiffsbewegungen der Küsten- und Handelsschifffahrt zu rechnen. Zusätzlich zur schwierigen Geleitfahrt im französischsprachigen Verband der Trägerflotte mussten die Seeleute auch die Seegrenzen und Einflusszonen der zahlreichen Anrainerstaaten beachten. Daneben passierte der Verband aktive Konfliktzonen wie den Jemen und operierte mit dem Seegebiet des Persischen Golfs in einer Region erhöhter geopolitischer Spannungen.

Schwimmende Raketenbasis

Bei der Fregatte "Augsburg" handelt es sich um ein gut 130 Meter langes, 14,6 Meter breites und bis zu 30 Knoten schnelles Kriegsschiff der Bremen-Klasse. "Ihre Hauptaufgabe liegt in der Bekämpfung von U-Booten", heißt es bei der Bundeswehr. Im Hangar im hinteren Drittel des Schiffes stehen dazu zwei Bordhubschrauber vom Typ "Sea Lynx" bereit. Bewaffnet sind die Fregatten dieser Klasse unter anderem mit einem 76-Millimeter-Schiffsgeschütz im Bugbereich, Torpedos, Anti-Schiffsraketen vom Typ "Harpoon" sowie Startbehälter für verschiedene Luftabwehrraketen.

Damit können die deutschen Fregatten auch "anfliegende Flugzeuge und Flugkörper zum Eigenschutz sowie andere Schiffe auf großer Entfernung bekämpfen." Die Luftraumüberwachung dürfte die Aufklärungselektronik an Bord vor besondere Herausforderungen gestellt haben: Zusätzlich zu den Flugbewegungen rund um die "Charles de Gaulle" mussten die Frauen und Männer an Bord der "Augsburg" ständig mit Radarsignalen aus allen Richtungen rechnen. Neben den verbündeten Nato-Streitkräften sowie Israel und Syrien unterhalten auch Staaten wie Russland, Saudi-Arabien oder der Iran in der Region und entlang der Reiseroute stark frequentierte Luftwaffenbasen.

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Quelle: n-tv.de

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