Panorama

Wieder Unfall in KaliwerkGiftiges Gas tötet Bergmann

05.04.2012, 12:38 Uhr

Gasunfall unter Tage: In einem Kalibergwerk bei Hannover stirbt ein Bergmann in 1200 Meter Tiefe. Drei Kumpel werden verletzt. Die Bergleute haben vermutlich eine Gasblase angebohrt und Giftstoffe eingeatmet. Es ist bereits der zweite Todesfall in dem Bergwerk innerhalb von sieben Wochen.

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In dem Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf arbeiten 850 Beschäftigte. (Foto: picture alliance / dpa)

Giftige Gase haben einen 34 Jahre alten Bergmann in einem Kalibergwerk bei Hannover getötet. Drei Kumpel wurden verletzt. Der Unfall im Werk Sigmundshall in Wunstorf ereignete sich bei Arbeiten in etwa 1200 Metern Tiefe. Vermutlich bohrten die Bergleute versehentlich eine Gasblase im Salz an und atmeten die giftigen Stoffe ein. Der Getötete war seit sechs Jahren in der Grube beschäftigt. 23 Arbeiter kamen nach dem Austritt von Schwefelwasserstoff vorsorglich ins Krankenhaus.

Die Verletzten seien außer Lebensgefahr, teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit. Die Behörde leitete noch in der Nacht Untersuchungen ein. Gasmessungen in der Grube und über Tage ergaben, dass keine Gefahr für die Bevölkerung in der Nähe des Werks bestand.

In der 114-jährigen Geschichte des Werks habe es noch nie einen Unfall dieser Art mit Gasaustritt gegeben, sagte Werkssprecher Florian Schoene. Das Kaliwerk Sigmundshall hat nach seinen Angaben etwa 850 Beschäftigte, davon etwa 500 Bergleute. Das unter Tage geförderte Salz wird in der dazugehörenden Fabrik zu Kali - also Düngemittel - verarbeitet. Es ist das einzige aktive Kaliwerk in Niedersachsen. Bundesweit gibt es Schoene zufolge noch vier aktive Kaliwerke und drei Salzwerke.

Vor einigen Wochen war bereits ein 50-jähriger Bergmann bei einem Arbeitsunfall in dem Bergwerk getötet worden. Damals war eine schwere Gesteinsplatte von einer Wand gefallen und hatte den Mann erschlagen.

Quelle: ntv.de, dpa