Panorama

Genial oder geschmacklos?Mann baut Helikopter aus Katze

06.06.2012, 10:16 Uhr
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Katzen sollen fliegen - findet der niederländische Künstler Bart Jansen (l.). (Foto: REUTERS)

Adler können fliegen, Raben und Spatzen sowieso. Von Katzen ist das bisher nicht bekannt. Aber ein niederländischer Künstler zeigt, dass es trotzdem geht. Mit Rotoren an allen vier Pfoten hat er sein totes Haustier zum Helikopter umgebaut. Das ungewöhnliche Experiment sorgt für viel Aufsehen im Internet – und für Kritik.

Zunächst lebt ein ganz durchschnittliches Katzenleben. Der Kater jagt Mäuse, stolziert in der für seine Art üblichen Manier über Bürgersteige und stirbt schließlich eines Tages einen fast normalen Katzen-Tod: Er wird von einem Auto überfahren. Wer glaubt, die Geschichte von Orville ende an dieser Stelle, liegt falsch. Denn eigentlich geht sie jetzt erst richtig los.

Der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf" zufolge wollte Bart Jansen seine tote Katze nicht auf die sonst übliche Weise bestatten. Dem niederländischen Künstler schwebte etwas ganz Besonderes vor, um Orville die letzte Ehre zu erweisen. Jansen hatte eine Idee - und die ließ er sich nicht nehmen.

Zusammen mit dem Künstlerkollegen Arjen Beltman ließ Jansen dem Kater das Fell abziehen und sein Innenleben technisch aufrüsten. An jeder der vier Pfoten ließ er einen Rotor montieren und das Tier anschließend auf ein Plastikgestell spannen – und fertig war der "Orvillecopter", wie Jansen seine Erfindung nennt. Doch damit nicht genug. Auf dem Kunstrai-Kunst-Festival präsentierte der Niederländer sein "Kunstwerk" jetzt einem größeren Publikum. Mit einer Fernbedienung steuerte er den fliegenden Kater durch die Luft.

"Das ist moderne Kunst"

Moralische Bedenken? Keine. Zu Lebzeiten sei Orville, benannt nach dem gleichnamigen Luftfahrtpionier, verrückt gewesen nach Vögeln, nun könne er mit ihnen fliegen – so argumentiert Jansen. Ihm erleichtert der ungewöhnliche Nachruf offensichtlich den Abschied von seinem Haustier.

Im Internet gehen die Meinungen über die makabre Kunstaktion aus den Niederlanden weit auseinander. "Das ist traurig. Katzen sind auch Menschen. Katzen fühlen auch nach dem Tod Schmerzen, das ist bewiesen", schreibt der YouTube-User "SWFBrickbox". "TehPyro" schreibt: "Das ist gleichzeitig das Beste und das Schlimmste, dass ich jemals gesehen habe." Etwas entschiedener äußert sich "NikGodZilla": "Jetzt weiß ich, was ich mir zum Geburtstag wünsche." "Cagedand3nRaged" schreibt: "Das ist moderne Kunst. Der Mann trotzt den kulturellen Normen und das ist verdammt komisch."

Jansen kann die Aufregung nicht verstehen. Er arbeitet zurzeit an einer technischen Überarbeitung seines "Orvillecopter". Der Kater solle noch stärkere Motoren und größere Rotoren bekommen.

Quelle: ntv.de, cro