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Der Copilot, der die Germanwings-Maschine zum Absturz brachte, litt unter Depressionen.
Der Copilot, der die Germanwings-Maschine zum Absturz brachte, litt unter Depressionen.(Foto: REUTERS)
Freitag, 10. April 2015

"Gefahr für Leib und Leben": Politiker fordern Berufsverbot für Depressive

Die Tragödie um den absichtlich herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine regt Politiker zu einer drastischen Maßnahme an: Menschen mit Depressionen sollten nur nach Begutachtung arbeiten dürfen.

Vor dem Hintergrund des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen, der vom Copiloten absichtlich herbeigeführt worden sein soll, hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen für denkbar. Voraussetzung sei eine "sorgfältige medizinische Begutachtung", sagte Herrmann dem "Focus".

Wenn diese Begutachtung zu dem Ergebnis komme, "dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden", sagte Herrmann.

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach äußerte sich ähnlich. "Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein", sagte Lauterbach dem Magazin. Das hänge aber sehr vom Einzelfall ab. "Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz."

In einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins befürworteten 58 Prozent der Befragten ein Berufsverbot, wenn die depressiv erkrankten Menschen in sensiblen Berufen arbeiten. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen die weltweit die zweithäufigste Erkrankung sein werden. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe leiden etwa 4 Millionen Deutsche unter der psychischen Erkrankung - das entspricht einem prozentualen Anteil von über 5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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