Panorama

Liveticker: So verlief Benedikts letzter Tag als Papst

Der letzte Tag im Amt für Papst Benedikt XVI. ist vorüber. Sein Pontifikat ist beendet. n-tv.de beschließt damit die Berichterstattung im Live-Ticker.

+++ 20.00 Die Ära Benedikts XVI. ist zu Ende +++
Der Moment ist gekommen. Papst Benedikt XVI., der Deutsche auf dem Stuhl Sankti Petri, geht mit einem "Vergelt's Gott" in Rente. Symbolisch schließen sich die Tore der Residenz in Castel Gandolfo, wo der Papst die kommenden Wochen verbringen will. Damit endet nicht nur das Pontifikat des nun "emeritierten" Papstes, sondern auch ein spannender News-Tag. Vielen Dank, dass Sie mit dabei waren. Wir beenden nun unsere Live-Berichterstattung zum Papst-Rücktritt.

+++ 19.18 Katholiken steht Übergangszeit bevor +++
Das Pontifikat Benedikts XVI. endet in 43 Minuten. Dann wird sich als symbolisches Zeichen das Portal seiner Residenz in Castel Gandolfo schließen. Danach wird sich die Aufmerksamkeit auf die Frage richten, wer dem Deutschen nachfolgt. Die Kardinäle stehen schon in den Startlöchern, in den vergangenen Wochen ist bereits darüber spekuliert worden, wer das Rennen macht.

+++ 18.17 Merkel und Zollitsch danken mit Gottesdienst +++
In Berlin beginnt ein Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale, mit dem dem scheidenden Papst gedankt werden soll. Anwesend ist neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und Kanzlerin Angela Merkel auch Bundestagspräsident Norbert Lammert. Zollitsch wird predigen. Laut vorab verbreitetem Redetext wird er die Amtszeit Benedikts XVI. als "von theologischer Tiefe und intellektueller Weite geprägt" charakterisieren. Der 85 Jahre alte Papst sei von den Spuren des Alters und der Anstrengung gezeichnet. Für Joseph Ratzinger sei das Papstamt nie Karriereziel gewesen. Sein Handeln sei vielmehr von der Suche nach Wahrheit geprägt.

Tausende empfinden Benedikt bei der Ankunft in seiner Sommerresidenz. Von dem Balkon (oben links im Bild) sprach der Papst zu den Menschen.
Tausende empfinden Benedikt bei der Ankunft in seiner Sommerresidenz. Von dem Balkon (oben links im Bild) sprach der Papst zu den Menschen.(Foto: dpa)

+++ 17.42 Benedikt spricht seine letzten Worte +++
Er ist gerade erst angekommen, aber der Weg Benedikts führt von der Limousine direkt auf den Balkon der Residenz. Mit "Grazie" empfängt er die Besucher auf dem Hof. Dann sagt er: "Ich bin glücklich hier mit euch zu sein. Eure Zuneigung tut mir sehr gut. Ihr wisst, dass dieser Tag heute anders ist als die anderen Tagen. Ab acht Uhr bin ich nur noch ein Pilger."  Benedikts letzte Worte als Papst sind: "Gute Nacht und vielen Dank".

+++ 17.35 Papst erreicht die Sommerresidenz +++
Nach einer kurzen Autofahrt erreicht die Limousine mit Benedikt die am Lago Albano gelegene Sommerresidenz. Über einen Seiteneingang betritt der Papst die Gemächer. Geistliche und weltliche Würdenträger erwarten hier den 85-Jährigen. Pünktlich zu seiner Ankunft läuten die Glocken. Der Hof der Residenz ist inzwischen gefüllt mit Besuchern, die "Benedeto" rufen. Der letzte öffentlicher Akt als Papst ist am Abend ein Gruß an die Gläubigen von der Loggia des Palastes.

+++ 17.26 Helikopter landet in Castel Gandolfo +++
Der kurze Flug ist vorbei. Der Helikopter mit dem Papst landet in diesen Augenblicken in Castel Gandolfo. Eine Limousine bringt ihn vom Landeplatz zur Sommerresidenz, in der heute Abend Benedikts Pontifikat endet. In der 9.000-Einwohner-Stadt, die 24 Kilometer südöstlich von Rom liegt, wird Benedikt voraussichtlich bis Mitte April wohnen.

+++ 17.18 Benedikt schreibt letzten Tweet +++
Es ist sein letzter Tweet. Darin bedankt sich Papst Benedikt für die Unterstützung. "Danke für eure Liebe und Unterstützung. Ich wünsche, dass ihr immer Freude dabei erfahrt, Christus in die Mitte eures Lebens zu stellen", schreibt der 85-Jährige bei Twitter. Während des Konklaves sind aus der Sixtinischen Kapelle übrigens keinerlei Tweets zu erwarten. Papst-Sprecher Federico Lombardi betonte, dass die Kardinäle dort keinen Zugang zum Internet hätten.

Eine letzte Runde über den Petersplatz
Eine letzte Runde über den Petersplatz(Foto: dapd)

+++ 17.07 Hubschrauber verlässt den Vatikan +++
Der scheidende Papst erreicht den Helikopterlandeplatz. Er begrüßt dort die Piloten und betritt schließlich den Hubschrauber. Einige Augenblicke später hebt dieser ab und verlässt Rom in Richtung Castel Gandolfo. Zum Abschied läuten die Glocken von St. Peter. Das Pontifikats Benedikts endet in knapp drei Stunden.

+++ 17.04 Benedikt auf dem Weg zum Helikopter +++
Auf seiner Fahrt zum Helikopter kommt Benedikt mit seiner Limousine an den vatikanischen Gärten und am Kloster "Mater Ecclesiae" vorbei. Hier wird er Mitte April einziehen. Das Kloster, in dem noch Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, wurde 1994 von Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II. gegründet. Es befindet sich in dem früheren Gebäude der päpstlichen Gendarmerie, das sich schräg hinter dem Petersdom befindet. Das Gebäude hat vier Stockwerke und soll etwa 450 Quadratmeter groß sein. In der Sommerresidenz in Castel Gandolfo wohnt Benedikt nur vorübergehend.

Das Kloster "Mater Ecclesiae": Hier verbringt der Papst voraussichtlich ab April seinen Ruhestand.
Das Kloster "Mater Ecclesiae": Hier verbringt der Papst voraussichtlich ab April seinen Ruhestand.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

+++ 16.58 Papst verlässt seinen Palast +++
Benedikt hat sein Appartement verlassen und tritt nun aus dem Papstpalast in den Hof, wo die Limousine auf ihn wartet. Seine Mitarbeiter applaudieren, bei einigen fließen Tränen. Benedikts private Räume werden vom Camerlengo versiegelt, bis der neue Papst gewählt worden ist. Er darf die privaten Räume dann neu gestalten, bevor er hier einzieht.

+++ 16.44 Benedikts Hubschrauber wartet schon +++
Es sind Bilder für die Geschichtsbücher. In wenigen Momenten nehmen die Vatikaner Abschied von einem Papst, der noch lebt. Denn Benedikt ist der erste Papst seit 700 Jahren, der sein Amt freiwillig aufgibt. Die Schweizer Garde, bisher für die Sicherheit des Heiligen Vaters zuständig, steht Spalier im Damasushof. Daneben warten Kardinäle und andere Mitarbeiter des Vatikans, um Benedikt, der hier gleich in eine Limousine steigen wird, zu winken. Die Aussichtsplattform des Petersdoms ist übrigens geöffnet. Einige Besucher haben sich hier einen der begehrten Plätze gesichert. Auf dem Landeplatz wartet unterdessen schon der weiße Helikopter, mit dem Benedikt Rom gleich verlassen wird.

(Foto: AP)

+++ 16.33 115 Kardinäle wählen neuen Papst +++
Die Spannung steigt. Noch eine knappe halbe Stunde. Dann verlässt Benedikt den Vatikan. Mit einem Helikopter fliegt er in Richtung Castel Gandolfo. Inzwischen steht bereits fest, dass höchstens 115 Kardinäle im März beim Konklave einen neuen Papst wählen. Das erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Es gebe aber wohl einige Kardinäle, denen es nicht gut gehe. Der Vatikan hatte zunächst 117 wahlberechtigte Kardinäle aufgeführt. Anfang der Woche war der britische Purpurträger Keith O'Brien nach Vorwürfen gegen ihn zurückgetreten. Aus gesundheitlichen Gründen kann ein Kardinal aus Indonesien nicht anreisen. Die Papstwahl ist für einen Kardinal Pflicht, es sei denn, Krankheit hält ihn von der Reise ab.

+++ 16.21 Über 2400 Fernsehteams berichten aus Rom +++
Das Medieninteresse an den Ereignissen um den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat einen riesigen Medienrummel ausgelöst. Die Verwaltung des Kirchenstaates erhielt 3641 Anträge auf Akkreditierung von Berichterstattern aus aller Welt, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mitteilte. Die Anträge kamen demnach aus 61 Ländern. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die Sonderberichterstatter zu den Ereignissen um den Rücktritt Benedikts XVI. und die Wahl des Nachfolgers. Die regulär akkreditierten Journalisten im Vatikan sind nicht mitgezählt. Besonders ausgeprägt ist das Interesse der Fernseh-Stationen. 2470 Akkreditierungsanträge gingen von TV-Teams ein, 336 von Wortberichterstattern, 231 vom Radio, 156 von Fotografen und 115 von Internetmedien.

Enger Vertrauter von Ratzinger: Georg Gänswein.
Enger Vertrauter von Ratzinger: Georg Gänswein.(Foto: REUTERS)

+++ 15.46 Was wird aus Benedikts Sekretär? +++
Nach ihrem Abschied von Benedikt wandten sich manche der Kardinäle noch an dessen Privatsekretär Georg Gänswein. Zusammen mit dem Papst soll er die kommenden Wochen in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo verbringen. Danach wird er mit Benedikt in das Kloster im Vatikan ziehen, das gerade hergerichtet wird. Gänswein soll dabei eine Doppelfunktion bekommen: Er soll für den alten und den noch zu wählenden neuen Papst arbeiten. Gänswein werde "Präfekt des Päpstlichen Hauses bleiben und Benedikts Sekretär sein", kündigte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi an. Doch die neue Rolle birgt Raum für Spekulationen: Wenn er als Privatsekretär aufs Engste mit Benedikt verbunden bleibt und zugleich einen Teil des Alltags des neuen Papstes organisiert, dürfte das Fragen aufwerfen, ob Benedikt nicht über Gänswein auch vom Altenteil aus weiter Einfluss auf die Kirche zu nehmen versucht. Es gibt eine Alternative: Demnach kehrt Gänswein in seine Heimat nach Riedern am Wald im Schwarzwald zurück: Bald stehen aus Altersgründen Wechsel in mehreren wichtigen deutschen Bistümern an, sowohl der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch als auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner stehen vor dem Rückzug. Nicht auszuschließen also, dass der neue Papst Gänswein als Dank für seine Arbeit solch eine Aufgabe überträgt - oder aber auch, um die Verbindung zu Benedikt zu kappen.

Castel Gandolfo hat 9.000 Einwohner und liegt 24 Kilometer südöstlich von Rom.
Castel Gandolfo hat 9.000 Einwohner und liegt 24 Kilometer südöstlich von Rom.(Foto: AP/dpa)

+++ 15.19 Castel Gandolfo erwartet den Papst +++
Noch ist er gar nicht hier, aber in Castel Gandolfo südlich von Rom ist die Aufregung schon groß. Vor der päpstlichen Sommerresidenz herrscht großer Andrang. Um 17 Uhr verabschiedet sich Benedikt aus Rom und fliegt mit dem Hubschrauber in die kleine Stadt am malerischen Lago Albano, wo er zunächst wohnen wird. In Castel Gandolfo ist am frühen Abend Benedikts letzter öffentlicher Akt. Von der Loggia des Palastes aus sendet er dann nochmal einen Gruß an die Gläubigen. Die Schließung des Portals der Residenz soll dann um 20 Uhr das symbolische Zeichen für das Ende des Pontifikats sein. Die Schweizer Garde stellt ihren Dienst ein, für die Sicherheit des ehemaligen Kirchenoberhauptes ist dann die Gendarmerie des Vatikans zuständig.

+++ 15.01 Abschieds-Tweet Benedikts gegen 17 Uhr +++
Nummer 39 wird die letzte sein. Wenn die Gerüchte stimmen, versendet Papst Benedikt XVI. seine letzte Twitter-Nachricht gegen 17 Uhr. Erst seit dem 12. Dezember 2012 nutzt Seine Heiligkeit den Kurzmitteilungsdienst. Seitdem hat Benedikt, der über 1,5 Millionen Follower hat, insgesamt 38 Tweets veröffentlicht. Ob sein Nachfolger auch Twitter nutzen wird, ist noch offen. Laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi kann der neue Papst entscheiden, ob er unter dem Account «@Pontifex» weiter twittern wolle.

+++ 14.45 Leitet Benedikts Rücktritt Revolution ein? +++
Die Zeitung "Sud-Ouest" aus Bordeaux in Südwestfrankreich schreibt zum Rücktritt des Papstes: "Mit dem Verzicht auf sein Amt macht Benedikt XVI. das Papsttum alltäglicher. (...) Diese wohlbedachte Entscheidung passt gut zu Kardinal Joseph Ratzinger. Als Theologe, der er ist, erkennt er der Kirche natürlich ihre mystische Dimension an. Doch sein rationeller Geist sieht sie auch (...) als zerbrechliche Institution, die nicht unfehlbar ist. Und als solche muss die Kirche nun über die Methoden, die Art und Weise nachdenken, mit der sie regiert (...) Indem er von seiner Wahlfreiheit Gebrauch macht und sein Amt frühzeitig niederlegt, eröffnet der Papst in der zweitausendjährigen Geschichte der Kirche ein neues Kapitel. Noch ist es zu früh zu sagen, ob diese Geste eine Revolution einleitet. Doch eines ist sicher - mit einer erstarrten Konzeption des Papsttums ist es vorbei."

Dirk Niebel
Dirk Niebel(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 14.11 Niebel für afrikanischen Papst +++
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat sich für einen Afrikaner als Nachfolger von Benedikt XVI. ausgesprochen. Er sei davon überzeugt, "ein Afrikaner auf dem Stuhl Petri könnte die Welt verändern", sagte Niebel der "Bild"-Zeitung. "Das wäre ein schönes Zeichen, denn in Afrika steckt Stärke, Kraft und Zukunft."

+++ 13.53 Benedikt hat noch sechs Stunden +++ Benedikts Rücktritt um 20 Uhr leitet die sogenannte Sedisvakanz, die Zeit ohne Papst, ein. An diesem Freitag schickt Kardinaldekan Angelo Sodano Briefe an die 208 lebenden Kardinäle und ruft sie zu sogenannten Generalkongregationen zur Vorbereitung der Papstwahl zusammen. Da viele Kardinäle bereits im Vatikan versammelt sind, sollen die Treffen am kommenden Montag beginnen. Zentrale Aufgabe ist die Festlegung des Starttermins für das Konklave, das schon wenige Tage später, möglicherweise am Wochenende, beginnen könnte. Benedikt XVI. gab den Kardinälen noch vor wenigen Tagen freie Hand für die schnelle Festsetzung eines Termins.

Umstritten: Kardinal Roger Mahoney aus Los Angeles.
Umstritten: Kardinal Roger Mahoney aus Los Angeles.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

+++ 13.29 Kardinal Mahony: "Das war sehr bewegend"+++
Der Papst sitzt inzwischen am Mittagstisch und genießt ein Drei-Gänge-Menü. Unterdessen twitterte Kardinal Roger Mahony über seine letzte Begegnung mit Benedikt: "Papst Benedikt hat heute Morgen alle Kardinäle empfangen, sehr bewegend und historisch. Er betet für uns alle. Ich habe ihn darum gebeten auch alle Menschen in der weiteren Umgebung von Los Angeles in seine Gebete aufzunehmen. Er nahm meine Hand und sagte: 'Ja'." Mahony, der frühere Erzbischof von Los Angeles, ist umstritten. Wegen der versuchten Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen fordert eine Petition der Catholics United, er solle dem Konklave fernbleiben. Der Vatikan kann Mahony die Teilnahme an der Versammlung der Kardinäle allerdings nicht verbieten.

+++ 13.11 Deutsche Kardinäle ohne Festlegung im Konklave +++
Die sechs wahlberechtigten deutschen Kardinäle gehen ohne eine Vorfestlegung auf mögliche Favoriten in das Konklave zur Wahl des Nachfolgers von Papst Benedikt XVI.. Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, sagte im ARD-"Morgenmagazin", auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Trier seien keine Absprachen zur Papstwahl. "Wir haben selbstverständlich über die Wahl gesprochen, aber wir haben nun nicht über Namen miteinander gesprochen", sagte Zollitsch. Zuerst müsse die Frage geklärt werden, wie der Papst die Kirche in die Zukunft führen könne, sagte Zollitsch. Dann komme es darauf an, den dafür Richtigen zu finden. Auch eine Vorfestlegung auf einen Kontinent hält Zollitsch für nicht zielführend. "Er muss in meinen Augen kein Europäer sein, aber kann auch ein Europäer sein", sagte der Freiburger Erzbischof. Forderungen, dass nun zum ersten Mal ein Papst etwa aus Afrika oder Südamerika gewählt werden sollte. Wenn der richtige Mann gefunden werde, sei ganz egal, von welchem Kontinent er stamme, sagte Zollitsch.

+++ 12.50 Umfrage: Benedikt hat Kirche geschwächt +++
Die Franzosen stellen dem scheidenden Papst kein gutes Zeugnis aus. In einer Umfrage geben nur sechs Prozent der Befragten an, die katholische Kirche gehe gestärkt aus Benedikts Amtszeit hervor. 23 Prozent glauben sogar, der Papst habe die katholische Kirche geschwächt. Bei den Katholiken, die befragt wurden, glauben nur zehn Prozent, dass Benedikt XVI. die katholische Kirche stärken konnte. 22 Prozent sind der gegenteiligen Meinung. Von den regelmäßig praktizierenden Katholiken stellen immerhin 30 Prozent der Befragten Benedikt XVI. ein gutes Zeugnis aus, 25 Prozent glauben, dass der Papst dem Katholizismus geschadet hat.

Der Fischerring
Der Fischerring(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 11.55 Benedikts Ring wird am Abend zerstört +++
Zum Abschied küssen die Kardinäle den Ring des Papstes. Der so genannte Fischerring zeigt den Apostel Petrus, der ursprünglich ein Fischer war, wie er ein Netz ins Boot zieht. Er trägt zudem den Namen des aktuellen Papstes auf Lateinisch: "Benedictus XVI". Seinen Ring muss Benedikt jedoch heute Abend, nach dem offiziellen Ende seiner Amtszeit, abgeben. Der Camerlengo, Kardinal Tarcisio Bertone, wird den Ring mit einem Hammer zerschlagen. Alle Objekte, die direkt mit dem Pontifikat in Verbindung stehen, müssen zerstört werden. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. trug übrigens nur einen einfachen Goldring mit einem Kreuz.

+++ 11.20 Papst verabschiedet sich von Kardinälen +++
Der Papst ist jetzt in der in der "Sala Clementina" in der Nähe des Petersdoms eingetroffen. Zur Begrüßung wird er mit Applaus empfangen. Zum letzten Mal tritt Ratzinger hier vor seine Kardinäle. "Unter Euch ist auch der künftige Papst, dem ich meinen bedingungslosen Gehorsam und Ehrfurcht verspreche", sagt Benedikt bevor er den apostolischen Segen spendet. Angelo Sodano, bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei Benedikt. "Geliebter und ehrwürdiger Nachfolger von Petrus, wir müssen Ihnen danken für das Beispiel, das Sie uns in diesen acht Jahren waren", sagte Sodano. "Heiliger Vater, wir haben immer versucht, Sie mit tiefer Liebe auf Ihrem Weg zu begleiten. Heute wollen wir Ihnen noch einmal unsere ganze Dankbarkeit ausdrücken. Alle zusammen geben wir Ihnen einen Ausdruck aus Ihrem Heimatland mit auf den Weg: "Vergelt's Gott", dass Gott Sie belohnt." Zum Schluss verabschiedet sich jeder der über 100 Kardinäle vom Papst. Mit jedem spricht er einige Worte.

Pell und Benedikt beim Weltjugendtag in Sidney 2008.
Pell und Benedikt beim Weltjugendtag in Sidney 2008.(Foto: picture-alliance/ dpa)

+++ 11.06 Kardinal Pell kritisiert Benedikt +++
Wenige Stunden vor dem Rücktritt Papst Benedikts XVI. hat der ranghöchste australische Geistliche, Kardinal George Pell, die Rücktritts-Entscheidung kritisiert. Der 85-Jährige mache es damit seinen Nachfolgern schwer, weil "Menschen, die mit einem der kommenden Päpste nicht einverstanden sind, jetzt Kampagnen für ihren Rücktritt anstoßen können", sagte Pell im australischen Privatfernsehen. Benedikt XVI. sei sich "sehr bewusst" darüber, dass sein Rücktritt ein "Bruch mit der Tradition" sei und auf die Kirche "eher destabilisierend" wirke. Für Papst-Biograf Andreas Englisch ist Pell übrigens ein heißer Kandidat für die Papst-Nachfolge. Der Erzbischof von Sydney gilt als progressiv in sozialen Fragen, bei Glaubens- und Moralfragen ist er jedoch eher konservativ einzustufen.

+++ 10.41 Lehmann erwartet langes Papst-Wahlverfahren +++
Kardinal Karl Lehmann erwartet übrigens keine schnelle Entscheidung über einen Nachfolger von Papst Benedikt. "Ich bin kein Hellseher, ab er so rasch wie 2005 wird es vielleicht doch nicht gehen", sagte Lehmann der "Allgemeinen Zeitung". Ob der künftige Papst aus Afrika, Asien oder Lateinamerika kommt, werde "bei der Wahl wohl viel weniger Bedeutung" haben als in den Medien dargestellt. Vom neuen Papst erwartet Lehmann "eine nüchterne, aber begeisternde Vision vom Weg der Kirche in die Zukunft".

+++ 10.16 Papst ohne Rückhalt im Vatikan +++
Hinter die Fassade des Vatikan lässt sich nur schwer blicken. Experten berichten aber, der deutsche Papst habe keine solide Machtbasis in der Kurie. Demnach gab er viele Aufgaben an andere ab und zeigte selten echte Führung. Vielmehr verstand er sich als intellektueller Theologe. Papst-Biograf Andreas Englisch sagte schon vor einem Jahr: "Das größte Problem ist, dass er viel zu wenig Macht ausübt." Im selben Interview prophezeite Englisch den Rücktritt.

+++ 9.41 Kardinäle auf dem Weg zum Papst +++
An seinem letzten Arbeitstag wird sich Benedikt noch einmal mit den Kardinälen treffen, die später auch das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers bilden. Die Zusammenkunft ist für 10.30 Uhr angesetzt. Der emeritierte Erzbischof von Los Angeles twittert: "Heute morgen Abschiedstreffen mit Papst Benedikt XVI.; letzter Tag des aktiven Pontifikats. Herr Jesus, segne und schütze ihn!!"

Hans Küng
Hans Küng(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 8.44 Küng: "Reformstau sondergleichen" +++
Während seines knapp achtjährigen Pontifikats hat der Papst nach Ansicht des Theologen Hans Küng wichtige Reformen verhindert. Küng sagte im RBB, sowohl unter dem Vorgänger Johannes Paul II. als auch unter Benedikt habe es einen „Reformstau sondergleichen“ gegeben. Bei Fragen wie Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsabbruch und Ehescheidung müsse sich die Kirche bewegen, um nicht noch mehr Anhänger zu verlieren. Der Riss zwischen Vatikan und Kirchenbasis sei größer geworden. „Die Kirche ist jetzt in einer tiefen Krise.“ Notwendig sei ein mutiger Nachfolger, um die Probleme zu lösen.

+++ 8.12 Benedikt ein "Papst ohne Charisma"? +++
Benedikt XVI. war aus Sicht des Befreiungstheologen Leonardo Boff „ein Papst ohne Charisma, der die Kirche nicht zu regieren wusste“. Der 85-Jährige sei aus Verzweiflung zurückgetreten, da er die römische Kurie nicht mehr habe kontrollieren können. Als Kardinal habe Joseph Ratzinger über 100 Theologen verurteilt, die Befreiungstheologie erstickt und die Armen für die Kirche verloren. „Er hat das Handtuch geworfen, seine physischen, psychischen und spirituellen Grenzen anerkannt und mit Demut die richtige Entscheidung getroffen.

+++ 7.45 Auch zweiter Mann im Vatikan gibt Amt ab +++
Mit dem Beginn der Sedisvakanz scheiden fast alle Leiter der vatikanischen Behörden aus ihren Ämtern, auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der zweite Mann im Kirchenstaat nach dem Papst. Im Amt bleibt etwa der Camerlengo, der über die Finanzen der Kirche wacht – derzeit ebenfalls der Italiener Bertone. Auch sein Stellvertreter, viele hohe Verwaltungs- und Justizvertreter sowie die Kirchendiplomaten in aller Welt behalten ihre Posten.

Der neue US-Außenminister John Kerry
Der neue US-Außenminister John Kerry(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 7.21 John Kerry betet für Benedikt +++
US-Außenminister John Kerry übermittelt dem scheidenden Papst Benedikt XVI. die besten Wünsche. Die USA sendeten Seiner Heiligkeit angesichts des bevorstehenden Rücktritts "die besten Wünsche", erklärte Kerry. Benedikt XVI. verlasse den Vatikan nach "Jahren des Dienstes und der Hingabe zu Gott, zur katholischen Kirche und zum Weltfrieden", fügte Kerry hinzu, der selbst Katholik ist. Er werde an diesem Tag für den Papst beten. Er werde die "wichtige Beziehung" der USA mit dem Vatikan unter einem neuen Papst fortführen, erklärte Kerry. Der US-Außenminister hält sich in Rom auf, wo heute auch das internationale Treffen der Freunde Syriens stattfindet.

+++ 7.00 "Wir" sind noch 13 Stunden Papst +++
Am 20. April 2005, am Tag nach der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger, titelte die "Bild"-Zeitung: "Wir sind Papst!" Viele Menschen teilten das Gefühl, das diese Schlagzeile transportierte. Mittlerweile ist die Begeisterung abgeebbt. Ab 20 Uhr heute Abend sind "wir" definitv nicht mehr Papst, dann endet das Pontifikat Benedikts XVI. Denn Benedikt ist nicht nur der erste deutsche Papst seit fast fünf Jahrhunderten. Er ist auch der erste Papst seit 700 Jahren, der sein Amt freiwillig aufgibt.

Quelle: n-tv.de

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