Hoffnung auf Aufklärung wächstWeitere MH370-Trümmer angespült?

Die Tropeninsel La Réunion könnte sich als der Ort erweisen, auf dem das Geheimnis des Unglücksflugs von MH370 gelöst wird. Inselbewohner sollen ein weiteres Flugzeugteil entdeckt haben, und plötzlich machen auch frühere Strandfunde einen Sinn.
Auf der Tropeninsel La Réunion im Indischen Ozean ist ein weiteres Trümmerteil entdeckt worden. Ob es sich bei dem Gegenstand um ein Wrackteil einer Boeing 777 handele, sei derzeit völlig unklar, berichtete die Zeitung "Journal de l'île de La Réunion". Das bisher nicht näher identifizierte Metallobjekt sei im Hauptort Saint-Denis gefunden worden, hieß es. Auch die BBC berichtete, ein weiteres Trümmerteil von einem Flugzeug sei gefunden worden. Dem Sender Sky News zufolge soll es sich um eine Flugzeugtür handeln.
Britische Medien mutmaßen, dass bereits seit Mai immer wieder Koffer und Wrackteile an den Stränden von La Réunion gesichtet worden seien. Darunter sollen sogar Flugzeugsitze gewesen sein. Die Inselbewohner hätten sich jedoch nichts dabei gedacht. Für die Funde gibt es keine offizielle Bestätigung.
Bereits in der vergangenen Woche war auf La Réunion ein Trümmerteil am Strand entdeckt worden, bei dem es sich vermutlich um eine Flügelklappe handelt. Das Trümmerstück, das in dem Ort Saint-André angeschwemmt worden war, kam am Samstag in dem Labor in Toulouse an, wo Experten am Mittwoch mit ihrer Untersuchung beginnen wollen. Mutmaßlich stammt es von der verschollenen Boeing der Malaysia Airlines. Dass es von einer Boeing stammt, wurde bereits bestätigt.
Expertengruppe kommt zusammen
Das Technikzentrum bei Toulouse gehört zum französischen Verteidigungsministerium. Die Experten arbeiten im Auftrag der französischen Justiz, die im vergangenen Jahr ein Ermittlungsverfahren zum Fall MH370 eröffnet hat, weil auch vier Franzosen an Bord der Unglücksmaschine waren.
Bei der Analyse sollen malaysische Experten helfen, die am Samstag ebenfalls in Frankreich ankamen. An der Untersuchung des rund zwei Meter großen Steuerruders beteiligt sich auch der Flugzeughersteller Boeing.
Flug MH370 war am 8. März 2014 von Kuala Lumpur nach Peking gestartet. Das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord verschwand kurz nach dem Start vom Radar. Experten vermuteten, dass die Maschine Tausende Kilometer abseits des eigentlichen Kurses flog und irgendwann mit leerem Tank in den Indischen Ozean stürzte. Mehr als die Hälfte der Opfer waren Chinesen.