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Ein bisschen Ruhe: Ein Kämpfer der Opposition sitzt auf einem Aussichtspunkt in der Provinz Hama.
Ein bisschen Ruhe: Ein Kämpfer der Opposition sitzt auf einem Aussichtspunkt in der Provinz Hama.(Foto: REUTERS)

Bilanz der Waffenruhe in Syrien: Aktivisten: 135 Tote in einer Woche

Immer wieder gibt es Verstöße gegen die Feuerpause in Syrien - dabei kommen mehr als 130 Menschen ums Leben. Trotzdem scheint das Abkommen zu halten. Kommende Woche soll nun weiter verhandelt werden.

Trotz der seit einer Woche geltenden Waffenruhe in Syrien sind in den davon betroffenen Regionen 135 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In Gebieten, die nicht unter die Feuerpause fallen, kamen der Organisation zufolge seit dem 27. Februar, dem Beginn der Waffenruhe, 552 Menschen ums Leben.

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Die Waffenruhe beruht auf einer Vereinbarung zwischen den USA und Russland, die auch von der syrisches Regierung und den Rebellen angenommen worden war. Die radikalen Islamistengruppen IS und Nusra-Front dürfen demnach aber weiter bekämpft werden. Die Opposition hat mehrfach Verstöße gegen die Waffenruhe beklagt. Insgesamt aber scheint das Abkommen zu halten.

Die nächste Runde der Friedensgespräche im Syrien-Konflikt soll derweil am kommenden Donnerstag beginnen. Die ersten Teilnehmer der indirekten Gespräche würden bereits am Mittwoch eintreffen, andere würden erst in den folgenden Tagen erwartet, sagte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura der arabischsprachigen Zeitung "Al-Hayat".

Nimmt die Opposition teil?

Eine erste Gesprächsrunde zwischen Regierung und Opposition war Anfang Februar ergebnislos abgebrochen worden, nachdem die Regierungstruppen und ihre russischen Verbündeten eine Großoffensive auf die nördliche Großstadt Aleppo gestartet hatten. Diese war erst durch die Feuerpause gestoppt worden.

Es ist aber unklar, ob die syrische Opposition an den Verhandlungen teilnehmen wird. Das Hohe Verhandlungskomitee, in dem sich auf Drängen Saudi-Arabiens mehrere dutzend Oppositions- und Rebellengruppen zusammengeschlossen haben, erklärte, die Bedingungen für eine Teilnahme seien derzeit nicht erfüllt. Das Oppositionsbündnis fordert die Freilassung von Gefangenen und freien Zugang für Hilfsorganisationen.

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir bekräftigte derweil die Position seines Landes, wonach der syrische Machthaber Baschar al-Assad schon zu Beginn einer Übergangsphase abtreten müsse. "Für uns ist völlig klar, dass er zu Beginn des Übergangsprozesses gehen muss, nicht am Ende", sagte al-Dschubeir bei einem Besuch in Paris. Der Plan sei, dass Assad die Macht an eine Übergangsregierung übergebe und gehe.

Quelle: n-tv.de

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