Politik
BGE-Aktion am Brandenburger Tor.
BGE-Aktion am Brandenburger Tor.(Foto: dpa)

Bedingungsloses Einkommen: Aktivisten rollen 400-Meter-Schriftzug aus

Ob reich oder arm, jung oder alt - Grundeinkommen für alle. Verfechter dieser Idee rollen ein riesiges Plakat im Herzen von Berlin aus, um das Thema in Deutschland prominenter zu machen. Darauf zu lesen ist die "größte Frage der Welt".

Um die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen auch in Deutschland anzufachen, haben Aktivisten der Idee im Herzen von Berlin einen mehr als 400 Meter langen Schriftzug ausgerollt. Auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor war für mehrere Stunden zu lesen: "What would you do if your income were taken care of?" ("Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?"). Für die Initiatoren ist das die "größte Frage der Welt".

In der Schweiz können Bürger am kommenden Wochenende über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entscheiden. In diesem Kontext wolle man das Thema auch in Deutschland prominenter in Szene setzen, sagte der Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative, Philip Kovce. Die Buchstaben stammen aus einem mehr als 8000 Quadratmeter großen und sieben Tonnen schweren Poster, mit dem die Aktivisten Mitte Mai in Genf einen Guinnessbuch-Weltrekord aufstellten. Jetzt soll das Plakat, für das über 1300 Unterstützer per Crowdfunding rund 200.000 Euro einsammelten, nicht entsorgt, sondern zu "Fragetaschen" und "Weltrekord"-Rucksäcken weiterverarbeitet werden.

Hinter der Aktion in Berlin steht unter anderem die Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen (BbG) sowie Organisationen, die sich für die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen auch in Deutschland einsetzen.

Auf das Abstimmungswochenende blicken die Grundeinkommensaktivisten gelassen, denn da werden sie Kovce zufolge natürlich gewinnen – wenn auch nicht die Mehrheit. "Das Ziel war es, eine Kampagne zu gestalten, die den Fragen des Grundeinkommens Gewicht verleiht – in der Schweiz und darüber hinaus. Das ist uns gelungen und hat die Debatte weltweit befördert", zeigte sich Kovce zufrieden.

Außerdem gibt er zu bedenken: "Andere wichtige demokratische Errungenschaften, welche die Schweiz etabliert hat, haben auch mehrere Volksabstimmungen benötigt – und naturgemäß hat es die erste Volksabstimmung immer am schwierigsten. Ihre Ausstrahlung ist allerdings am größten. Deshalb freuen wir uns auf die kommenden Grundeinkommensdebatten – über die erste Schweizer Volksabstimmung hinaus."

Quelle: n-tv.de

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