Politik
Die Stadt Latakia könnte Ziel der Offensive sein. Noch sind hier russische Kampfjets zu sehen.
Die Stadt Latakia könnte Ziel der Offensive sein. Noch sind hier russische Kampfjets zu sehen.(Foto: REUTERS)

Start binnen 48 Stunden: Al-Nusra-Front will zurückschlagen

Die islamistische Al-Nusra-Front plant einen neuen Vorstoß in Syrien. Sie will anscheinend ausnutzen, dass Russland nun den Großteil seiner Truppen abzieht. Doch das bedeutet nicht das Ende der russischen Luftangriffe.

Nach dem begonnenen Abzug eines Teils der russischen Truppen aus Syrien bereitet die islamistische Al-Nusra-Front eine neue Offensive vor. "Es ist klar, dass Russland eine Niederlage erlitten hat, und binnen 48 Stunden wird die Al-Nusra eine Offensive in Syrien starten", sagte ein Kommandeur der Al-Kaida-nahen Extremistengruppe. "Ohne die russischen Luftangriffe wären wir längst in Latakia." Die Provinzhauptstadt ist eine Hochburg von Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Die russische Luftwaffe hatte Ende September begonnen, Angriffe zur Unterstützung der syrischen Regierungstruppen zu fliegen. Nach Angaben Moskaus richteten sich die Bombardements gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die Al-Nusra-Front und andere militante Islamistengruppen.

Am Montag verkündete Russlands Präsident Wladimir Putin überraschend das Ende des russischen Militärengagements in Syrien. Das Militär habe seine Aufgabe, "Terroristen" zu bekämpfen, weitgehend erfüllt, sagte er zur Begründung.

Am Dienstag starteten die ersten Bomber vom Typ SU-34 sowie TU-154-Transportmaschinen vom Stützpunkt Hmeimim in Richtung Russland. Die russische Luftwaffe werde aber weiter "terroristische Ziele" aus der Luft angreifen, erklärte Vize-Verteidigungsminister Nikolai Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. "Es ist noch zu früh, um von einem Sieg über die Terroristen zu sprechen", sagte der General. So haben russische Kampfflugzeuge am Mittag Stellungen des IS nahe der antiken syrischen Stadt Palmyra bombardiert.

In Syrien gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe, die IS-Miliz sowie die Al-Nusra-Front und ihre Verbündeten sind davon aber ausgenommen. In Genf laufen derzeit indirekte Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition über die Beendigung des Bürgerkriegs.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen