Politik

"Der Meister der Zukunft ist ein Türke"Anforderungen und Abschlüsse passen nicht

08.08.2013, 07:54 Uhr
image
Auszubildene lernen im BMW-Motorradwerk in Berlin den Umgang mit einer Bohrmaschine. (Foto: dpa)

Ein Problem, das alle Jahre wiederkehrt: Es gibt noch reichlich freie Lehrstellen - zugleich sind über 200.000 junge Menschen auf Ausbildungsplatzsuche. Häufig passen aber die Anforderungen der Betriebe und der Schulabschluss nicht zusammen.

Wenige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres meldet die Bundesagentur für Arbeit bundesweit noch mehr als 146.000 unbesetzte Lehrstellen. Gleichzeitig sind aber auch noch immer über 200.000 Jugendliche bei den Arbeitsagenturen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Insgesamt zeichne sich auf dem Lehrstellenmarkt in diesem Jahr eine etwas schwächere Entwicklung ab als in den beiden Vorjahren, heißt es in einer aktuellen Analyse.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht von über 100.000 freien Plätzen. Die Vermittlungsbörsen des Handwerks melden noch 22.300 Ausbildungsplatzangebote. In den beiden Bereichen werden fast 90 Prozent der Lehrverträge abgeschlossen.

Kaum Chancen für Haupt- und Realschüler

Handwerkspräsident Otto Kentzler forderte die Betriebe auf, auch jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln die Chance für eine qualifizierte Ausbildung im Handwerk zu geben. "Der Meister der Zukunft ist ein Türke", sagte Kentzler.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte mehr Chancen für Haupt- und Realschüler bei der Lehrstellenvermittlung. Fast die Hälfte aller Ausbildungsberufe bleibe jungen Hauptschülern heute faktisch verschlossen, sagte DGB-Vize Elke Hannack. "Die Unternehmen müssen diesen jungen Menschen endlich die Chance auf eine Ausbildung geben, notfalls auch durch eine verlängerte Ausbildung."

Regionale Unterschiede

Bei der Lehrstellenvermittlung gibt es in diesem Jahr aus Sicht der Bundesagentur erneut erhebliche regionale, aber auch berufsspezifische Probleme. In Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen werden relativ wenig Ausbildungsstellen im Verhältnis zur Bewerberzahl angeboten. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg gibt es dagegen mehr Stellen als Bewerber.

Das neue Ausbildungsjahr beginnt regional unterschiedlich zwischen dem 1. August und dem 1. September. Am 30. September wird nach dem Gesetz bundesweit Bilanz gezogen.

Quelle: ntv.de, rts/dpa