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IS-Anhänger mit Anschlagsplänen: Behörden gehen gegen Islamisten vor

Ein früherer Syrien-Kämpfer sowie drei weitere Algerier mit Sympathien für den IS sollen einen Anschlag geplant haben. In drei Bundesländern sind deshalb Hunderte Polizisten im Einsatz. Doch zwei der Männer sind noch auf freiem Fuß.

Mit hunderten Beamten ist die Polizei im Morgengrauen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegen mutmaßliche Anhänger der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat vorgegangen. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Angehörige der dschihadistischen Szene "wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat", wie die Berliner Polizei mitteilte. Die Männer stammen aus Algerien.

Polizei-Einsatz in der Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Attendorn
Polizei-Einsatz in der Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Attendorn(Foto: dpa)

Es bestehe der Verdacht, dass die vier Männer an der Planung von Gewalttaten in Deutschland beteiligt seien und Kontakte zum IS hätten, erklärte die Polizei. "Einer von ihnen wird wegen Zugehörigkeit zum IS auch von den algerischen Behörden gesucht. Er ist nach dem Ergebnis der Ermittlungen in Syrien militärisch ausgebildet worden."

Der 35-jährige Mann wurde der Berliner Polizei zufolge in einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Attendorn im Kreis Olpe festgenommen. Dort wurde auch eine Frau wegen eines Haftbefehls in anderer Sache festgenommen. Zudem nahm die Polizei einen der vier Algerier in Berlin wegen Urkundenfälschung fest. Weiter gesucht wird laut Polizei nach einem 31-Jährigen in Berlin und einem 26-Jährigen in Hannover. Auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde ein Flüchtlingsheim durchsucht.

Männer hatten sich für Anschlagsplanung verabredet

In Berlin überprüften Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt mit 450 Polizisten vier Wohnungen in den Stadtteilen Kreuzberg und Tempelhof sowie zwei Arbeitsstellen in Berlin-Mitte. Zeitgleich habe es Durchsuchungen der Länderpolizeien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegeben.

Gegen die Männer werde bereits seit Wochen ermittelt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Erkenntnisse hätten sich um den Jahreswechsel herum verdichtet. Demnach wollte die Gruppe in Berlin zusammenkommen, um Attentate vorzubereiten. Wie weit die Pläne bereits fortgeschritten waren, war zunächst offen.

Ob die Verdächtigen einen konkreten Anschlagsort im Visier hatten, war zunächst ebenfalls nicht bekannt.  Nach den Informationen erhielt die Polizei den ersten Hinweis auf den Hauptverdächtigen in NRW vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Bei den weiteren Ermittlungen seien Kontakte des Mannes zu Islamisten in Berlin und Hannover festgestellt worden. 

Berlins Innensenator: "Hohe Bedrohungslage"

Die Ermittlungen seien in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundeskriminalamt, der Generalstaatsanwaltschaft Hamm und den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geführt worden. "Bei den zeitgleich zur Ergreifung durch Spezialkräfte erfolgten Durchsuchungen wurden unter anderem Computer, Mobiltelefone und Aufzeichnungen sichergestellt, deren Auswertung andauert", teilte die Polizei weiter mit.

"Bevor wir weitere Schlüsse ziehen können, müssen wir die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Auswertung der sichergestellten Objekte abwarten", erklärte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Die Bedrohungslage durch militante Islamisten bleibe hoch. "Wir haben weiterhin allen Grund, wachsam und vorsichtig zu sein." Deshalb seit ein konsequentes Vorgehen gegen die Islamistenszene geboten, besonders wenn es um mögliche IS-Bezüge gehe.

Quelle: n-tv.de

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