Politik

Röslers Ansehen ist im Keller: Brüderle gilt als besserer Chef

Die FDP muss um ihr politisches Überleben kämpfen. Mitglieder machen dafür auch Parteichef Rösler verantwortlich. Und kurz bevor die Liberalen auf ihrem Dreikönigstreffen den Kurs für das Wahljahr festzurren, muss der einen weiteren Rückschlag verkraften.

Die alte und die neue Generation von FDP-Politikern: Brüderle (l.) und Rösler.
Die alte und die neue Generation von FDP-Politikern: Brüderle (l.) und Rösler.(Foto: picture alliance / dpa)

Am Wochenende feiert die FDP beim Dreikönigstreffen in Stuttgart ihren politischen Jahresauftakt. Parteichef Philip Rösler dürfte aber kaum zum Feiern zu Mute sein. Röslers Ansehen ist schwer beschädigt. 76 Prozent der FDP-Wähler halten Fraktionschef Rainer Brüderle für den besseren Parteivorsitzenden. So das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Magazins "Stern". Nur 8 Prozent trauen Rösler mehr zu.

Unter allen Bundesbürgern sind 38 Prozent der Ansicht, Brüderle wäre der bessere Parteichef. 28 Prozent sehen das anders. 34 Prozent hatten keine Meinung zu der Personalfrage.

20. Januar ist Röslers Schicksalstag

Die FDP will auf ihrem Dreikönigstreffen am Wochenende die Weichen für das Wahljahr 2013 stellen. Der Partei droht der Ausschluss aus dem Bundestag. Sie liegt in Umfragen seit Monaten immer wieder unter der Fünf-Prozent-Hürde. Für das Tief machen viele FDP-Mitglieder auch Parteichef Rösler verantwortlich.

Entwicklungsminister Dirk Niebel stellte mehrfach die Rolle Röslers im Bundestagswahlkampf infrage. Er sagte: Es sei "nicht zwingend notwendig", dass Rösler die FDP als Spitzenkandidat in die Wahl führt. Und der FDP-Chef aus Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, bezeichnete den nordrhein-westfälischen FDP-Oppositionsführer Christian Lindner schon als "geborenen neuen Bundesvorsitzenden."

Fraktionschef Brüderle und Landespolitiker Lindner haben allerdings öffentlich bestritten, Röslers Nachfolge antreten zu wollen.

Rösler kämpft um seine politische Zukunft. "Ich gebe nicht auf, im Gegenteil: Ich kämpfe für den Erfolg der FDP", sagte der Bundeswirtschaftsminister. Sein Schicksal an der Parteispitze dürfte vor allem davon abhängen, ob den Liberalen am 20. Januar bei der Wahl in Niedersachsen der Wiedereinzug in den Landtag gelingt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen