Politik
Malu Dreyer im Gespräch mit Torsten Albig, dem Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein.
Malu Dreyer im Gespräch mit Torsten Albig, dem Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein.(Foto: picture alliance / dpa)

Eklat in Koblenz: CDU-Mann beleidigt Dreyer wegen MS

Ein rheinland-pfälzischer CDU-Politiker wirft mit rüden Worten der Landes-SPD vor, mit der Krankheit von Ministerpräsidentin Dreyer punkten zu wollen. Dreyer selbst empfiehlt er, Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Die Parteien sind empört.

Diese Bilder hatte Wilms zu seinen Texten gepostet.
Diese Bilder hatte Wilms zu seinen Texten gepostet.

Mit Äußerungen über den Gesundheitszustand der rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat ein CDU-Lokalpolitiker in Koblenz für einen Eklat gesorgt. Unter seinem Facebook-Account war zu lesen, Dreyer - die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt ist - solle "Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten". Außerdem wurde die Frage gestellt, ob die SPD in Rheinland-Pfalz mit Dreyer nun "auf der behinderten Mitleidsschiene" fahren wolle. Dazu waren Bilder gepostet worden, die sie im Rollstuhl zeigen.

CDU-Landeschefin Julia Klöckner, die in rund drei Wochen die Landtagswahl gewinnen will, reagierte entsetzt. "Das ist geschmacklos, und deshalb hat die CDU sehr schnell gehandelt", sagte Klöckner dem SWR. Der Vorstand des CDU-Ortsverbandes Koblenz-Süd, in dem der Lokalpolitiker Daniel Wilms Beisitzer war, sei noch am Donnerstagabend zurückgetreten. Damit sei "klare Kante" gezeigt worden. Die Aussagen gehörten sich nicht, eine unmittelbare Reaktion sei nötig gewesen. "Das Format einer Partei zeigt sich im Umgang mit Entgleisungen", sagte die CDU-Spitzenkandidatin. Im Kreisverband Koblenz-Stadt werde nun über weitere Schritte beraten.

Wilms reagierte mit den Worten, er sehe seine Äußerungen nicht als diskriminierend an. "Ich lege weder mein Mandat nieder noch trete ich aus meiner CDU aus", schrieb er auf Facebook. Für den Fall, dass seine "schnellen Äußerungen" als diskriminierend aufgenommen worden seien, wolle er sich entschuldigen.

Die SPD hat offenbar nicht vor, den Vorfall zu den Akten zu legen. Der rheinland-pfälzische Generalsekretär Jens Guth schrieb in einer Pressemitteilung, er sei "empört und erschüttert". Weil sich Dreyer klar gegen rechts und die AfD positioniere, seien Beschimpfungen, Herabwürdigen und Drohungen gegen die Ministerpräsidentin im Netz mittlerweile trauriger Alltag.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen