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Im direkten Vergleich mit SPD-Spitzenkandidat Steinbrück bleibt Kanzlerin Merkel unangefochten.
Im direkten Vergleich mit SPD-Spitzenkandidat Steinbrück bleibt Kanzlerin Merkel unangefochten.(Foto: dpa)

Schadet Sexismus-Debatte der FDP?: CDU schlägt wieder Rot-Grün

Die vergangene Woche kannte eigentlich nur ein Thema: die Debatte um sexistische Äußerungen von FDP-Spitzenkandidat Brüderle. Die Auswirkungen auf den "Stern-RTL-Wahltrend" sind allerdings überraschend. Die Union legt derweil zu und vereinigt wieder mehr Wählerstimmen auf sich als SPD und Grüne zusammen.

Die Seitensprung-Agentur Ashley Madison nutzte die Debatte um Brüderle umgehend für ein Werbeplakat.
Die Seitensprung-Agentur Ashley Madison nutzte die Debatte um Brüderle umgehend für ein Werbeplakat.(Foto: dpa)

Der Machtverlust in Niedersachsen scheint der Union in der bundesweiten Wählergunst nur kurzfristig geschadet zu haben. Nach dem Verlust von zwei Prozentpunkten in der Vorwoche legen CDU und CSU im "Stern-RTL-Wahltrend" wieder zu und kommen auf 41 Prozent der Wählerstimmen. Die Union ist damit wieder stärker als SPD und Grüne zusammen. Wie die Wähler auf die Aberkennung des Doktortitels von Bildungsministerin Annette Schaven und die Debatte um die Familienleistungen reagieren, wird man allerdings erst in der kommenden Woche sehen.

Für eine Weiterführung der schwarz-gelben Koalition reicht es trotzdem nicht, da die FDP mit 4 Prozent der Stimmen den Einzug in den Bundestag verpassen würde, trotz des überraschend guten Ergebnisses von Hannover. Gleichzeitig scheint aber auch die in breiter Öffentlichkeit geführte Debatte um sexistische Äußerungen des frisch gekürten Spitzenkandidaten Rainer Brüderle den Liberalen nicht geschadet zu haben, die Zustimmung für die Partei ist seit drei Wochen konstant.

Die Sozialdemokraten können ihren Aufwärtstrend nach dem Wechsel auf die Hannoveraner Regierungsbank indes nicht fortsetzen: Sie verharren wie in der Vorwoche auf 25 Prozent. Auch die Grünen bleiben stabil bei 15 Prozent der Stimmen. Zusammen kommt Rot-Grün damit auf 40 Prozent. Vor der Bundestagswahl am 22. September reicht es aber für keines der beiden politischen Lager für eine Mehrheit. Klare Mehrheiten gäbe es für eine große Koalition oder schwarz-grün.

Merkel bleibt unangefochten

Den Vergleich der Spitzenkandidaten entscheidet weiterhin Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel klar für sich: Im direkten Vergleich mit SPD-Kandidat Peer Steinbrück, der jüngst zwei TV-Duelle vor der Wahl forderte, kommt sie wie in der Vorwoche auf 58 Prozent Zustimmung. Ihr Herausforderer scheint seinen misslungenen Start aber langsam wieder gutzumachen. Steinbrück legt um einen Punkt zu und erhält derzeit 21 Prozent Zustimmung.

Aufgeschlüsselt nach Parteipräferenzen ist das Bild allerdings deutlicher: Während Merkel bei den Unions-Anhängern 93 Prozent Zustimmung erhält und von Sozialdemokraten immerhin noch 24 Prozent, kann Steinbrück gerade mal 58 Prozent der eigenen Anhänger von sich überzeugen und nur mickrige 3 Prozent der Unions-Anhänger.

Ihren erstmaligen Einzug in den Bundestag würden die Piraten verpassen, die weiterhin 3 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen können. Der 5-Prozent-Hürde kommt aber auch die Linkspartei wieder gefährlich nahe, die in Niedersachsen aus dem Landtag geflogen war. Die Linken verlieren einen Prozentpunkt und landen bei 7 Prozent. Für den "Stern-RTL-Wahltrend" hat Forsa 2500 Bundesbürger befragt, die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Quelle: n-tv.de

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