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(Foto: dpa)

Schweres Zugunglück in Bayern: CSU sagt Politischen Aschermittwoch ab

Von einer Tragödie für "unser ganzes Land" spricht Bayerns Ministerpräsident Seehofer angesichts des Zugunglücks bei Bad Aibling. Auch Kanzlerin Merkel zeigt sich betroffen. Parteien sagen ihre Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch ab.

Wegen des schweren Zugunglücks von Bad Aibling hat die CSU ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt. Dies teilte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer auf Twitter mit. "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt", schrieb er.

Der Politische Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Veranstaltungen im Freistaat. Größte Kundgebung ist seit mehreren Jahrzehnten die CSU-Veranstaltung in Passau, die nach Scheuers Angaben bisher noch nie abgesagt wurde. Jedes Jahr kommen dazu Tausende nach Ostbayern, um den meist deftigen Reden der Parteienvertreter zuzuhören. CSU-Chef Horst Seehofer will nun am Mittwoch die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen.

Nach der CSU sagten auch SPD, Grüne und Linke ihre traditionellen Aschermittwochs-Veranstaltungen in Niederbayern ab. Der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sagte: "Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen."

Merkel und Gabriel treten auf

Die CDU sagte eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das hätten Merkel und der dortige CDU-Landesvorstand aus Respekt vor den Opfern und zahlreichen Verletzten entschieden, teilte die CDU-Zentrale in Berlin mit. Die Partei hatte mit rund 1500 Besuchern und klaren Worten der Kanzlerin zu aktuellen Themen gerechnet, vor allem in der Flüchtlingskrise.

Die rheinland-pfälzische SPD strich eine Veranstaltung mit dem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel in Mainz. In Rheinland-Pfalz wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt. Gabriel sollte dort Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterstützen, der eine Wahlniederlage droht.

Die Grünen teilten dagegen mit, dass die meisten ihrer Veranstaltungen sollten stattfinden würden, nicht jedoch ein zuvor angekündigter Termin mit dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir im bayerischen Sulzberg. An Terminen mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter in Köln und der Grünen-Chefin Simone Peter in Mainz werde festgehalten.

Bei dem Unglück, bei dem zwei Züge frontal aufeinanderfuhren, kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Etwa 80 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Unglücksursache ist noch unklar. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt über das Zugunglück: "Mein Mitgefühl gilt vor allem den Familien der neun Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben", erklärte sie in Berlin. "In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen."

"Tragödie für unser ganzes Land"

Die Kanzlerin dankte den Einsatz- und Rettungskräften, "die sich unter schweren Bedingungen um die Verunglückten gekümmert haben". "Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden alles daran setzen werden, aufzuklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte", sagte die Kanzlerin weiter. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt habe sie über seinen Besuch am Unglücksort und den Stand der Ermittlungen informiert.

Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich tief betroffen: "Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser schweren Katastrophe und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausspreche", sagte Seehofer laut Mitteilung der Staatsregierung. "Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt." Die Unglücksursache müsse nun schnell aufgeklärt werden.

Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sagte die Faschingsfeierlichkeiten in der oberbayerischen Stadt ab. "Aus einem Tag der Unbeschwertheit ist ein Tag tiefer Trauer geworden", sagte sie.

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Quelle: n-tv.de

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