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Im Juli 2016 findet ein Pilzsammler im Unterholz in einem Wald im thüringischen Landkreis Saale-Orla-Kreis Skelettreste.
Im Juli 2016 findet ein Pilzsammler im Unterholz in einem Wald im thüringischen Landkreis Saale-Orla-Kreis Skelettreste.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 14. Oktober 2016

NSU-Spuren im Fall Peggy: DNA war wohl nicht verunreinigt

Eine Verbindung zwischen dem NSU und dem Mordfall Peggy wird immer wahrscheinlicher: Das BKA bestätigt den Fund von Uwe Böhnhardts DNA auf einem Beweisstück. Eine Verunreinigung schließen die Kriminologen so gut wie aus.

Nach dem Fund einer DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der getöteten Peggy sehen die Ermittler aktuell keine Hinweise auf eine Verunreinigung oder Verwechslung. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei eine DNA-Spur von Böhnhardt gesichert worden, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch.

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Der Fund der DNA-Spur habe auch das BKA sehr überrascht, so Münch. "Der Fall NSU zeigt, dass nichts unmöglich ist." Nachdem der DNA-Fund öffentlich geworden war, waren auch Stimmen laut geworden, die an den Fall der ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter aus dem Jahr 2007 erinnerten. Damals war nach einer unbekannten Frau als Täterin gesucht worden. Später stellte sich aber heraus, dass die gefundene DNA von einem verunreinigtem Wattestäbchen stammte, mit dem Spuren gesichert worden waren.

Auch die Rechtsmedizin der Uni Jena schloss eine zufällige Übertragung der DNA von Uwe Böhnhardt auf die sterblichen Überreste von Peggy am eigenen Institut aus. Im Juli seien ausschließlich Skelettreste des Mädchens untersucht worden, teilte das Uniklinikum mit. Die Spurensicherung am Fundort der Leiche in einem Waldstück in Südthüringen und die Untersuchung der dort gefundenen Spuren seien nicht von der Jenaer Rechtsmedizin durchgeführt worden.

"Insofern ist eine etwaige zufällige Übertragung von DNA zwischen beiden Fällen durch das Institut ausgeschlossen", hieß es. Die Rechtsmedizin Jena hatte nach eigenen Angaben im November 2011 die Obduktion des Leichnams von Böhnhardt vorgenommen, nicht aber die Spurensicherung am ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach und die dort gesichteten Spuren.

Keine DNA-Spuren von Peggy in Wohnmobil

Derweil verdichten sich die Verbindungen zwischen NSU und dem Mordfall Peggy. Unweit der Stelle, wo die Skelettteile des Mädchens gefunden wurden, soll es ein Wochendendhaus aus dem familiären Umfeld des NSU geben, das berichtet der SWR. "Da ergeben sich möglicherweise auch räumliche Verbindungen zwischen dem Fundort der Leiche von Peggy und zu einem möglichen Tatort oder Verbringungsort in dieser Hütte," sagte die Vorsitzende des Thüringer NSU-Ausschusses, Dorothea Marx, dem Sender.

Als weiterer Hinweis auf Uwe Böhnhardt als Täter wurde Spielzeug gewertet, das in dem Wohnmobil, mit dem das mutmaßliche Terror-Trio unterwegs war, gefunden wurde. Doch bei der Untersuchung auf DNA seien keine Spuren von Peggy gefunden worden, berichtet der BR.

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Quelle: n-tv.de

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