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Vor 50 Jahren nahmen Israel und Deutschland diplomatische Beziehungen auf.
Vor 50 Jahren nahmen Israel und Deutschland diplomatische Beziehungen auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Populärste Nation Europas: Deutschland in Israel beliebt wie nie

Deutschland steht bei Israelis höher im Kurs als jede andere Nation in Europa. Das Bild der Bundesrepublik dort hat sich massiv verbessert. Das Engagement für die Belange der Palästinenser hat darauf offenbar keinen Einfluss.

Deutschland steht in Israel so hoch im Kurs wie noch nie: Mehr als zwei Drittel der Israelis haben heute eine positive oder sehr positive Meinung von der Bundesrepublik. Jeder Zweite glaubt, dass Deutschland im Nahost-Konflikt als "ehrlicher Makler" vermitteln könnte. Ein schlechtes Bild von Deutschland hat in Israel noch etwa jeder Vierte. Dies geht aus einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung hervor.

Anlass der breiten Umfrage in Israel und den Palästinensergebieten ist das 50-jährige Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, das in diesem Jahr begangen wird. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Israelis eine sehr positive Einstellung gegenüber Deutschland haben; dass Deutschland unter den europäischen Nationen sogar mit Abstand ihr beliebtestes Land ist. Dass Berlin auch für die Angelegenheiten der Palästinenser eintritt, wird von den in Israel Befragten nicht negativ beurteilt.

Popularität bei Ultraorthodoxen deutlich geringer

Umgekehrt zeigen die Palästinenser ein überraschend hohes Verständnis dafür, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Freundschaft zu Israel pflegt. Sie wünschen sich aber ein stärkeres deutsches Engagement auf internationaler Ebene und einen Ausbau der bilateralen Beziehungen mit den Palästinensern. Im Auftrag der Konrad Adenauer-Stiftung hatten zwei in der Region führende Meinungsforschungsinstitute im Dezember in Israel mehr als 1000 Erwachsene aller Bevölkerungsgruppen sowie 1270 Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen befragt.

Als "sehr positiv" schätzten 28 Prozent und als "positiv" 40 Prozent der befragten Israelis das heutige Deutschland ein. Nur elf Prozent äußerten sich negativ und zwölf Prozent sehr negativ. Dabei haben die aus Russland stammenden Israelis eine kritischere Haltung gegenüber Deutschland. Auch bei den orthodoxen und besonders den ultraorthodoxen Juden ist die deutsche Popularität deutlich geringer.

Bei den Palästinensern ist das Deutschlandbild im Gazastreifen besonders positiv. Dies führen die Meinungsforscher darauf zurück, dass die dort lebenden Palästinenser besonders häufig Verwandte in Deutschland haben und Freundschaften nach dort pflegen.

Einen deutlichen Unterschied fand die Studie bei der Frage nach klassischen Stereotypen im Deutschlandbild. So sagen 56 Prozent der Juden in Israel, die Deutschen seien "zurückhaltend, unpersönlich, kalt". Dem stimmen nur 41 Prozent der arabischen Staatsbürger Israels und sogar nur 30 Prozent der Palästinenser zu. 51 Prozent der Befragten in den Palästinensergebieten nannten die Deutschen stattdessen "offen, warmherzig und lebensfroh".

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Quelle: n-tv.de

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