Politik
Daumen hoch: Trump setzt auf Optimismus.
Daumen hoch: Trump setzt auf Optimismus.(Foto: AP)
Montag, 20. März 2017

Trump unbeliebter denn je: Die Wähler scheinen was zu merken

Zwei Monate nach Amtsantritt steigt die Unzufriedenheit der US-Wähler mit ihrem Präsidenten. Das könnte an seiner Politik liegen, denn die schadet ausgerechnet seinen Anhängern.

US-Präsident Donald Trump ist bei den US-Amerikanern so unbeliebt wie nie - und so unbeliebt wie kein Präsident zu diesem Zeitpunkt seiner Amtszeit seit dem Zweiten Weltkrieg.

58 Prozent der US-Amerikaner missbilligen Trumps Arbeit als Präsident, ergab eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Gallup. Nur 37 Prozent heißen seine Arbeit gut. Zu Beginn seiner Amtszeit vor zwei Monaten war das Verhältnis zwischen Befürwortern und Gegnern noch weitgehend ausgewogen.

Drei Themen haben die Berichterstattung in den USA in den vergangenen Tagen dominiert:

  • Trumps Behauptung, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn abhören lassen. Dafür gibt es noch immer nicht den kleinsten Beweis, wie auch Republikaner mehrfach betont haben.
  • Der Streit um die Reform von Obamacare. Dafür sind die Republikaner im Kongress verantwortlich, aber Trump unterstützt ihr Vorhaben. Einigen republikanischen Abgeordneten und Senatoren geht der Plan zu weit, anderen nicht weit genug.
  • Und Trumps Etatentwurf, der viele unpopuläre Kürzungen vorsieht.

Im Durchschnitt aller Umfragen sagen mehr als 50 Prozent der US-Amerikaner, dass sie seine Arbeit missbilligen. Knapp 44 Prozent heißen sie gut. Dass dieser Trend sich in naher Zukunft umkehrt, ist unwahrscheinlich, weil keines der genannten Themen sich nach Trumps Wünschen entwickeln dürfte:

  • An diesem Montag soll FBI-Chef James Comey im Kongress über die Abhörvorwürfe befragt werden. Erwartet wird, dass er sagt, dass Trump nicht abgehört wurde.
  • Mit Blick auf Obamacare zeigen Umfragen, dass die Gesundheitsreform bei den US-Amerikanern aktuell so beliebt ist wie noch nie: Erstmals seit 2010 sprechen sich mehr US-Bürger für Obamacare aus als dagegen.
  • Trumps Etatentwurf schließlich enthält viele Punkte, die ausgerechnet seinen Wählern schaden würden. Auch Republikaner sehen darin ein Problem. Der Haushaltsentwurf "spiegelt nicht wirklich die Unterstützung von Präsident Trump für ländliche Gegenden wider", formuliert der republikanische Kongressabgeordnete Robert Aderholt aus Alabama.

Als Beispiel für Sparmaßnahmen, die Trumps Anhängern schaden würden, führte der Komiker John Oliver in seiner Show "Last Week Tonight" am Sonntagabend die Streichung von Subventionen für Flughäfen in ländlichen Gegenden an. "Stellen Sie sich das vor", sagte Oliver, "Trumps Aufstieg wurde angetrieben von Menschen in republikanischen Staaten, die aus guten Gründen genervt davon waren, dass Liberale von ihnen manchmal als 'flyover country' sprechen." Der Begriff bezieht sich auf jene Teile der USA, die Schnösel aus den Küstenregionen nur von oben kennen, weil sie nie dort landen würden. Trumps Haushalt könnte diese Gegenden nun im wahrsten Sinne des Wortes zu "flyover country" machen, weil es dort keine Flughäfen mehr gäbe, so Oliver.

John Oliver geht davon aus, dass es Trump schaden wird, wenn er an dieser Politik festhält. Dabei beruft sich der Moderator auf eine Erkenntnis aus Trumps Buch "The Art of the Deal" aus dem Jahr 1987. Darin heißt es, auf Dauer könne man Menschen nicht betrügen. "Man kann für Aufregung sorgen, man kann wundervolle Werbung machen, man kann alle möglichen Arten von Presse bekommen", so Trump. "Aber wenn man nicht liefert, werden die Leute es irgendwann merken." Es könnte sein, dass Trump damit recht behält.

Quelle: n-tv.de

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