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Donald Trump provoziert mit seiner Aussage über den früheren irakischen Diktator.
Donald Trump provoziert mit seiner Aussage über den früheren irakischen Diktator.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 06. Juli 2016

"Er tötete Terroristen": Donald Trump lobt Saddam Hussein

Vor knapp zehn Jahren wird Saddam Hussein wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt. Er setzte Massenvernichtungswaffen ein und ließ Hunderttausende ermorden. Donald Trump macht dem Diktator dennoch ein Kompliment.

Donald Trump hat den ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein für effizientes Vorgehen gegen Terroristen gelobt. "Er war ein Bösewicht - wirklich böse. Aber wissen sie was? Was er gut machte? Er tötete Terroristen. Er machte das wirklich gut. Er hat ihnen keine Rechtsbehelfsbelehrung gegeben. ... Sie waren Terroristen. Ende", sagte der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina. Der Einmarsch amerikanischer Truppen 2003 habe das Land destabilisiert, sagte Trump weiter. Heute sei Irak ein "Harvard für Terrorismus".

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses und Republikaner Paul Ryan erklärte später in einem Interview mit dem Sender Fox News zu Saddam Hussein: "Er war einer der bösartigsten Menschen des 20. Jahrhunderts. ... Er beging einen Genozid an seinem eigenen Volk mit chemischen Waffen."

Auch Jake Sullivan, ein Berater von Trumps demokratischer Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton, kritisierte das Lob für Hussein. "Trumps ungenierte Komplimente für brutale Diktatoren ... zeigen wieder einmal, wie gefährlich er als Oberbefehlshaber (des Militärs) wäre und wie unwürdig er des Amtes ist, das er bekleiden will."

Saddam Hussein war 2006 von einem irakischen Sondertribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt worden. Daraufhin wurde er gehängt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Trump gesagt, der Welt ginge es heute "100 Prozent besser", wenn Saddam Hussein ebenso wie der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi nicht gestürzt worden wären. Heute sei die Menschenrechtslage sowohl im Irak als auch in Libyen "schlimmer denn je".

Die Entscheidung zur Irak-Invasion vor 13 Jahren war auch in Großbritannien ein neu diskutiertes Thema. Eine Untersuchungskommission zum Irak-Krieg warf dort der damaligen Regierung unter Premierminister Tony Blair vor, sie habe das Land zusammen mit den USA in einen schlecht geplanten, beklagenswert geführten und zudem rechtlich fragwürdigen Krieg geführt.

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Quelle: n-tv.de

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