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Gefährliches Pflaster vor dem Kölner Hauptbahnhof
Gefährliches Pflaster vor dem Kölner Hauptbahnhof(Foto: imago/sepp spiegl)

Zwei Verdächtige wieder frei: Geklaute Handys in Flüchtlingsheim geortet

Die Polizei verfolgt die Spur zahlreicher in der Kölner Silvesternacht gestohlener Handys. Diese führt direkt in die Nähe von Flüchtlingen. Derweil kommen zwei Festgenommene wieder frei.

Mehrere in der Kölner Silvesternacht gestohlene Mobiltelefone sollen nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel" und des "Kölner Stadt-Anzeigers" in Flüchtlingsunterkünften oder deren Umgebung geortet worden sein. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu diesen Berichten.

Unterdessen wurden zwei wegen der Übergriffe in der Kölner Silvesternacht festgenommene Männer wieder freigelassen. Der Tatverdacht gegen die beiden habe sich nicht erhärtet, sagte Staatsanwalt Benedikt Kortz am Nachmittag. Bei den 16 und 23 Jahre alten Männern aus Marokko und Tunesien sollen nach Polizeiangaben Handys sichergestellt worden sein. WDR und "Kölner Stadt-Anzeiger" hatten berichtet, die Videos zeigten Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen. Außerdem sei ein Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen von sexistischen Begriffen sichergestellt worden. Dazu wollte sich der Staatsanwalt nicht äußern.

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Bei der Kölner Polizei summiert sich die Zahl der Anzeigen wegen der Vorfälle in der Silvesternacht auf 170, in rund 120 Fällen geht es einer Sprecherin zufolge um sexuelle Übergriffe. In einem Einsatzbericht hatte ein Bundespolizist einen Kontrollverlust der Sicherheitskräfte geschildert. Der Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags befasst sich am Montag mit dem Skandal.

Für Samstag hat die islamfeindliche Pegida-Bewegung zu einer Demonstration vor dem Kölner Hauptbahnhof aufgerufen. Die rechtsextreme NPD rief ihre Mitglieder auf, sich daran zu beteiligen. Auch eine Gegenversammlung wurde angemeldet.

Entwicklungshilfe als Druckmittel

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte eine volle Aufklärung an, bevor man aber weitere Konsequenzen beschließen könne. "Der Bundeskanzlerin ist wichtig, dass erst einmal die vollständige Wahrheit auf den Tisch kommt, dass nichts zurückgehalten oder beschönigt wird", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter. Alles andere schade dem Rechtsstaat und der großen Mehrheit unbescholtener Flüchtlinge. Gleichwohl gebe es Diskussionsbedarf zum Thema Abschiebungen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte der "Bild"-Zeitung, es gehe nun darum, alle Möglichkeiten auszuloten, um kriminelle Asylbewerber in ihre Heimat zurückzuschicken. Zu prüfen sei auch, wie der Grundsatz "Haft im Heimatland" wieder verwirklicht werden könne. "Warum sollen deutsche Steuerzahler ausländischen Kriminellen die Haftzeit bezahlen?" Wenn Staaten etwa in Afrika sich weigerten, abgeurteilte und abgelehnte Asylbewerber zurück zu nehmen, müsse Deutschland sie vor die Wahl stellen: "Entweder ihr stellt euch der Verantwortung für eure Bürger oder wir kürzen euch die Entwicklungshilfe."

Quelle: n-tv.de

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