Politik
Gregor Gysi sagt, die Ansprüche der Griechen auf eine Rückzahlung seien berechtigt.
Gregor Gysi sagt, die Ansprüche der Griechen auf eine Rückzahlung seien berechtigt.(Foto: imago/STAR-MEDIA)
Sonntag, 15. März 2015

Berlin soll für Zwangskredit zahlen: Gysi unterstützt Athens Milliarden-Forderung

Im Jahr 1942 pressen die Deutschen der griechischen Nationalbank einen Zwangskredit ab. Dafür soll Berlin nun bis zu elf Milliarden Euro zahlen, sagt der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gysi. Er stellt sich damit hinter die Forderungen der Athener Regierung.

Griechenland hat nach Darstellung des Linksfraktionschefs Gregor Gysi Anspruch auf bis zu elf Milliarden Euro aus der Zeit der NS-Besatzung. Das sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Damals hat Deutschland der griechischen Nationalbank eine Zwangsanleihe von 476 Millionen Reichsmark abgepresst. Dieses Darlehen wurde nie zurückgezahlt.

Unter Berücksichtigung der Zinsen habe Griechenland eine "berechtigte Forderung in Höhe von acht bis elf Milliarden Euro". Unter Verweis auf die heutigen Hellas-Hilfspakete erklärte er: "Wie will man jetzt von Griechenland die Rückzahlung von Darlehen verlangen, wenn man eigene niemals zurückgezahlt hat?"

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat die Bundesrepublik aufgefordert, eine Milliardenzahlung an Reparationen und Entschädigungen zu leisten. Er warf Deutschland vor, sich mit rechtlichen Tricks seit Jahrzehnten vor Reparationen wegen der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zu drücken. Die Bundesregierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Völkerrechtler Heintschel von Heinegg sagte n-tv.de, dass Griechenland seinen Anspruch auf Reparationszahlungen bereits verwirkt habe. Dies sei auch bereits vom höchsten griechischen Gericht im Jahr 2000 entschieden worden. Die Chancen auf eine Rückzahlung des Zwangskredits aus dem Jahr 1942 seien jedoch größer - hier könnte Griechenland vor dem Internationalen Gerichtshof klagen. "Allerdings stellt sich auch in diesem Fall die Frage, ob Griechenland seinen Anspruch nicht verwirkt hat. Das hängt davon ab, ob und wie häufig Griechenland auf die Rückzahlung bestanden hat", so von Heinegg.

Quelle: n-tv.de

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