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Nach der Festnahme von Abdeslam: Hollande warnt vor "extrem großem Netzwerk"

In Brüssel gelingt Ermittlern ein wichtiger Schlag gegen den islamistischen Terror: Spezialeinsatzkräfte können einen der Hauptverdächtigen der Pariser Anschläge überwältigen. Frankreichs Staatspräsident spricht von einem "extrem großen Netzwerk".

Die Festnahme des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam ändert nach Einschätzung von Frankreichs Präsident François Hollande kaum etwas an der Gefährdungslage. "Überall, in Belgien wie in Frankreich, ist die Bedrohung sehr groß", sagte er am Abend bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz mit dem belgischen Premierminister Charles Michel in Brüssel.

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Hollande erklärte, die Zahl derjenigen, die sich an der Vorbereitung der Anschläge in irgendeiner Art und Weise beteiligt hätten, sei größer als zunächst angenommen. Aufgabe der Ermittler sei es, alle zu identifizieren. "Diese Arbeit muss fortgeführt werden", sagte Hollande. "Wir sind mit extrem großen Netzwerken konfrontiert."

Festnahme in Molenbeek

Hollande und Michel stellten zusammen erste Erkenntnisse der Ermittler nach der Festnahme des dringlich gesuchten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam vor. Der 26-jährige Franzose nordafrikanischer Herkunft war zuvor bei einem Großeinsatz der belgischen Polizei im Brüssel Stadtteil Molenbeek festgenommen worden.

Abdeslam wurde im Zug seiner Festnahme bei einem Schusswechsel der Polizei verletzt. Dem Vernehmen nach erlitt er eine Schussverletzung am Bein. Ob er vernehmungsfähig ist, ist unklar. Lebensgefahr besteht offenbar nicht.

Abdeslam gilt als dringend tatverdächtig, bei der Anschlagsserie vom 13. November in Paris eine maßgebliche Rolle gespielt zu haben. Als gesichert gilt, dass sich sein Bruder im November in Paris als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatte.

Bei den Attentaten mit Sprengstoffwesten und automatischen Waffen kamen an mehreren Stellen in der französischen Hauptstadt insgesamt 130 Menschen ums Leben. Spuren von Abdeslam deuteten darauf hin, dass er sich noch am Abend der Anschläge in Paris aufhielt. An einer später entdeckten Sprengstoffweste, die offenbar übereilt entsorgt wurde, konnten später DNS-Spuren von ihm gesichert werden.

Krisentreffen parallel zum EU-Gipfel

Außer dem Hauptverdächtigen der Pariser Attentate, Salah Abdeslam, seien insgesamt noch vier weitere Verdächtige festgenommen worden, teilte Belgiens Regierungschef Charles Michel an der Seite Hollandes mit. Der französische Staatschef hielt sich zum EU-Türkei-Gipfel in der belgischen Hauptstadt auf. Kurz nach der Festnahme Abdeslams nahm er an einem Krisentreffen mit seinem Amtskollegen aus Belgien teil.

Der französische Staatschef erklärte, er erwarte eine rasche Auslieferung von Abdeslam nach Frankreich. Für Samstag kündigte er eine Sitzung des Sicherheitsrats des Landes an.

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Quelle: n-tv.de

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