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Hochtrabende Kriegserklärung: IS nennt Anonymous "Idioten"

Von Jan Gänger

"Der Krieg hat begonnen", warnt Anonymous den "Islamischen Staat". Die Terrormiliz macht prompt deutlich, was sie von den Drohungen der Netzwerk-Aktivisten hält.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nicht gerade ängstlich auf die virtuelle Kriegserklärung von Anonymous reagiert. Als Reaktion auf die Anschläge in Paris war im Namen der Netzwerk-Aktivisten ein Video veröffentlicht worden. Darin hatte am Montag eine Person im schwarzen Kapuzenpulli und mit der typischen Guy-Fawkes-Maske angekündigt: "Wir werden euch finden, und wir werden nicht nachlassen. Wir werden die wichtigste Operation gegen euch starten, die je gegen euch geführt wurde." Der Krieg habe begonnen, der IS werde mit Cyberattacken bekämpft. Eingeleitet wurde das Video mit bombastischer Musik.

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"Was wollen die schon hacken?", hieß es lakonisch in einem Statement, das von der "Islamic Cyber Army" über den Messaging-Dienst Telegram veröffentlicht wurde. Anonymous könne lediglich Twitter-Accounts und E-Mail-Adressen kapern. Das Fazit: "Idioten". Die "Cyber Armee" gilt als mit dem IS verbunden. 

Anonymous hat nach eigenen Angaben mehr als 3800 Social-Media-Konten "geschlossen", die in Verbindung zum IS stehen.

Die "Islamic Cyber Army" gab offensichtlich vor diesem Hintergrund IS-Unterstützern Handlungsanweisungen, um die eigenen Nutzerkonten zu schützen. So wird beispielsweise empfohlen, keine Links von fremden Absendern zu öffnen und nicht mit Unbekannten zu kommunizieren. Außerdem solle man bei seiner Mail-Adresse und bei Twitter nicht den gleichen Nutzernamen haben. "Dieser Fehler hat schon viele Helfer ihren Account gekostet", so die "Islamic Cyber Army."

Statement und Handlungsanweisungen wurden in Arabisch und Englisch über Telegram verbreitet und später über einen Anonymous nahestehenden Twitter-Account veröffentlicht. Telegram wird bevorzugt von dem IS benutzt, da hier die Nachrichten verschlüsselt werden.

"Blind und taub"

Technik-Experten weisen allerdings darauf hin, dass Geheimdienste zwar Schwierigkeiten haben könnten, den Inhalt der Nachrichten zu lesen. Die so genannten Meta-Daten dürften für Sicherheitsapparate allerdings weitgehend zugänglich sein. Dadurch erfahren sie, welcher Nutzer wo wann mit wem wie oft kommuniziert.

Deshalb ist es Sicherheitsbehörden wohl überhaupt nicht recht, dass Anonymous die Konten von IS-Unterstützern und –Sympathisanten lahmlegt. Denn so entgehen den Ermittlern möglicherweise wichtige Erkenntnisse über das Netzwerk der Terrormiliz.

"Wenn jemand, der mit den Anschlägen zu tun hat, mit einem anderen Menschen in Kontakt tritt, ist das für die Polizei wichtig", sagte Olivier Laurelli, der über Computersicherheit bloggt, der Nachrichtenagentur AFP. Die Nutzerkonten zu schließen, könne die Sicherheitsbehörden "blind und taub machen".

Quelle: n-tv.de

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