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Salam Mohammad aus dem kurdischen Teil des Irak ist reisefertig. Er steht vor dem Terminal C des Flughafen Tegel in Berlin.
Salam Mohammad aus dem kurdischen Teil des Irak ist reisefertig. Er steht vor dem Terminal C des Flughafen Tegel in Berlin.(Foto: picture alliance / dpa)

Zahl der Rückkehrer steigt: Iraker auf dem Weg nach Hause

Mehr als eintausend Flüchtlinge aus Irak, Iran und Afghanistan sind im vergangenen Jahr in ihre Heimat zurückgegangen – Tendenz steigend. Selbst einige Syrer kehren heim.

Immer mehr Flüchtlinge aus Ländern wie Irak, Iran oder Afghanistan kehren zurück in ihre Heimat. Das geht aus Zahlen der Internationalen Organisation für Migration hervor. Die IOM bietet Flüchtlingen finanzielle Unterstützung bei der Rückkehr an. Nur diese Fälle, in denen die Organisation eingebunden war, werden von ihr registriert. Wer auf eigene Faust in die Heimat reist, wird nicht erfasst.

Die Zahlen bewegen sich auf niedrigem Niveau – so sind 2015 beispielsweise insgesamt 309 Afghanen an den Hindukusch zurückgekehrt. Auffällig ist jedoch, dass die Fälle zunehmen. So lag die Zahl der Rückkehrer von Januar bis Mai 2015 im einstelligen Bereich. Seit August steigt sie kontinuierlich an. Im November erfasste die IOM 58 afghanische Rückkehrer, im Dezember waren es 124.

Die größte Gruppe der Rückkehrer sind die Iraker. Bei ihnen waren die Zahlen von Januar bis September zweistellig, wobei es meist weniger als 30 Fälle waren. Im Oktober gingen 124 Iraker mit IOM-Unterstützung in ihr Heimatland zurück, im November waren es 176, im Dezember 201. Insgesamt registrierte die Organisation 724 Iraker.

Selbst Syrer reisen zurück

Auch unter den Iranern steigt die Zahl der Rückkehrer an. 381 waren es im gesamten Jahr 2015. Im Dezember war die Zahl erstmals dreistellig: 119 Iraner gingen in diesem Monat zurück.

Höhere Rückkehrer-Zahlen gibt es nur bei Staaten des westlichen Balkan, was nicht überraschend ist, da diese Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden. 13 syrische Rückkehrer gab es laut IOM im vergangenen Jahr – mit einer Ausnahme gingen alle von ihnen in den Monaten August bis Dezember.

Die IOM bietet über das sogenannte REAG/GARP-Programm finanzielle Hilfe bei der Rückkehr an. Finanziert wird das Programm von Bund und Ländern.

Der Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt sagte n-tv.de, er gehe davon aus, dass 50 Prozent der Menschen, die eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekämen, länger als 18 Monate bleiben würden. "Bei den Irakern ist die Zahl der Rückreiseanträge in den vergangenen vier Wochen um den Faktor vier gestiegen", so Reinhardt. "Viele Iraker sagen ganz offensichtlich: Meine Perspektive ist zuhause besser als hier. Viele Menschen kommen mit großen Hoffnungen in unser Land und stellen dann fest, dass sich ihre Hoffnungen nicht so einfach verwirklichen lassen."

Die Deutsche Presse-Agentur zitiert einen Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge mit den Worten, meist sei die Familie die treibende Kraft.

Quelle: n-tv.de

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