Politik

Auswärtiges Amt dementiert : Keine Deutsche in Istanbul verletzt

Unter den Opfern des Selbstmordanschlag in Istanbul befindet sich doch keine Deutsche. Das Auswärtige Amt weist entsprechende Berichte aus der Türkei zurück. Die türkischen Behörden geben die Opferzahl mit 5 Toten und 36 Verletzten an.

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Bei dem Anschlag im Zentrum von Istanbul ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes kein deutscher Staatsbürger verletzt worden. Eine Sprecherin wies anderslautende Medienberichte aus der Türkei zurück. Nach vorläufigen Angaben des türkischen Gesundheitsministers Mehmet Müezzinoglu wurden bei dem Selbstmordattentat 5 Menschen getötet und 36 weitere verletzt, davon sieben schwer. Unter den Getöteten war ein Israli, unter den Verwundeten befanden sich zwölf Ausländer.

Zum Hintergrund des Anschlags machte Müezzinoglu keine Angaben. "Ich verurteile die, die Menschen und damit die Menschheit töten."

Der Attentäter hatte sich in der Istiklal-Straße im europäischen Teil Istanbuls in die Luft gesprengt, etwa 500 Meter vom Taksim-Platz entfernt. Die Behörden der Metropole sprachen von einem "Terroranschlag". Das Auswärtige Amt riet deutschen Touristen in Istanbul, vorerst in ihren Hotels zu bleiben. Regierungschef Ahmet Davutoglu hielt derweil in Istanbul ein Krisentreffen ab, wie türkische Medien berichteten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Akute Bedrohungssituation

Laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist die Sicherheitslage in der Türkei weiter unklar. Deutsche Einrichtungen wurden wegen einer Terrorwarnung geschlossen. Es gebe eine "weiterhin nicht völlig geklärte Bedrohungssituation", sagte Steinmeier. Er bekräftigte, dass "die deutsche Botschaft in Ankara und das Generalkonsulat in Istanbul heute und am Wochenende geschlossen" blieben. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor Reisen in die Türkei und rät deutschen Touristen, in ihren Hotels zu bleiben.

Der Krisenstab der Bundesregierung befasse sich mit der Lage, sagte Steinmeier weiter. Die Bundesregierung bemühe sich, "alle vorliegenden Informationen nicht nur auszuwerten, sondern neu zu bewerten". Steinmeier dankte der Türkei "für die rasche Unterstützung bei der Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen".

Die Bundesregierung hatte am Donnerstag wegen "sehr konkreter" Hinweise auf geplante Anschläge gegen deutsche Vertretungen in der Türkei die Botschaft, das Generalkonsulat sowie die deutschen Schulen in Ankara und Istanbul geschlossen. Laut Berichten deutscher Medien ging die Bedrohung von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aus.

Quelle: n-tv.de

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