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Russische Panzer bei einem Manöver im Sommer 2008 in Georgien. (Ursprüngliche wurde hier fälschlicherweise "August 2014" als Datum angegeben.)
Russische Panzer bei einem Manöver im Sommer 2008 in Georgien. (Ursprüngliche wurde hier fälschlicherweise "August 2014" als Datum angegeben.)(Foto: picture alliance / dpa)

Moskau dementiert: Kiew: Russische Panzer an der Frontlinie

Kiew meldet, mehr als 30 russische Panzer seien von Russland aus in die Ukraine eingedrungen. Eine Bestätigung der OSZE gibt es dafür nicht. Russland weist die "Vorwürfe aus Kiew" umgehend als "Provokation" und "Internet-Gerücht" zurück.

Über 30 russische Panzer sollen von Russland aus in die Ukraine eingedrungen sein. Das teilte der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko mit. Auch 30 Lastwagen mit Kämpfern sowie weiteres Material überquerten demnach die Grenze zu der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region Luhansk. "Die Verlagerung von Militärausrüstung und russischen Söldnern an die Frontlinien geht weiter", sagte der Sprecher. Die Fahrzeuge hätten bereits am Donnerstag die Grenze passiert.

Die Kolonne bewege sich auf die Stadt Krasny Lutsch zu. An dem von den Rebellen kontrollierten Grenzübergang Iswarine in derselben Region sei zudem eine weitere Kolonne mit Lastwagen und drei mobilen Radarstationen eingedrungen. Eine Bestätigung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gibt es dafür nicht. Die OSZE soll in der Region den Waffenstillstand überwachen.

Russland wies die "Vorwürfe aus Kiew" umgehend als "Provokation" zurück. Solche Behauptungen würden auf Grundlage irgendwelcher Gerüchte im Internet ohne jeden Beweis aufgestellt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau der Agentur Interfax. Er warnte davor, den ohnehin aufgeheizten Konflikt im "Südosten" der Ukraine weiter durch "provozierende Mitteilungen" zu befeuern.

Nato plant offenbar Manöver

Ein Nato-Sprecher hatte fast zeitgleich mitgeteilt, das Militärbündnis erwäge in den Grenzregionen zu Russland und zur Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten durchzuführen. "Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der "Welt". Details nannte er nicht.

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.

Nach den Worten Domröses soll die "Speerspitze" nun größer werden als bisher bekannt. "Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", sagte er. Bislang wurde eine Zahl von 3000 bis 5000 Soldaten genannt. "Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

Der Westen wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Russland weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.

Quelle: n-tv.de

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