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Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un setzt seinen außenpolitischen Zickzackkurs fort: Auf Signale der Entspannung folgen erneut Provokationen.
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un setzt seinen außenpolitischen Zickzackkurs fort: Auf Signale der Entspannung folgen erneut Provokationen.(Foto: AP)
Donnerstag, 10. Dezember 2015

"Bereit, sie zu zünden": Kim: Nordkorea hat die Wasserstoffbombe

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un deutet an, dass das kommunistische Land im Besitz einer Wasserstoffbombe sei. Nur einen Tag vor neuerlichen Gesprächen mit Südkorea sorgt er damit für Irritation. Handelt es sich nur um eine geplante Provokation?

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat angedeutet, dass sein Land eine Wasserstoffbombe besitzt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, sagte der Machthaber des kommunistischen Landes kürzlich, Nordkorea sei "ein mächtiger Atomstaat, der bereit ist, eine selbstständige Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu zünden, um seine Souveränität zu verteidigen". Das soll Kim während eines Besuchs in einer ehemaligen Militäreinrichtung gesagt haben.

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Das international weitgehend isolierte Nordkorea hat bereits drei Atomwaffentests ausgeführt und damit internationale Empörung ausgelöst. Wasserstoffbomben verfügen über eine noch deutlich größere Sprengkraft. Bereits zuvor hatte der autoritär regierte Staat darauf verwiesen, "stärkere, mächtigere" Waffen zu besitzen. Kims Äußerung ist jedoch der erste explizite Hinweis auf eine Wasserstoffbombe.

Über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Es bestehen aber Zweifel, ob die entwickelte Technik ausreicht, um etwa Atomsprengköpfe mit Raketen zu weit entfernten Zielen - wie den Vereinigten Staaten - zu tragen. Im September hatte Nordkorea einen umstrittenen Atomreaktor wieder in Betrieb genommen. US-Außenminister John Kerry sprach danach von einer "Provokation".

Provokationen und Signale des Friedens

Und es ist nicht das erste Mal, dass Kim mit dem Säbel rasselt. Erst Ende November war der Versuch gescheitert, eine ballistische Rakete von einem U-Boot aus zu starten. Sie war zwar abgefeuert worden, aber nicht aus dem Wasser aufgestiegen. Ein ähnlicher Raketentest im Mai hatte große Sorge in Südkorea und den USA ausgelöst. Aus Seouler Regierungskreisen hatte es damals geheißen, die Rakete sei nur 100 bis 150 Meter weit geflogen. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Start ballistischer Raketen.

Inwieweit Kims Drohungen die geplanten Gespräche "zur Verbessung der Beziehungen" zwischen Nord- und Südkorea am Freitag im grenznahen Kaesong in Nordkorea beeinflussen werden, ist unklar. Erst im Sommer hatten sich die Spannungen auf der geteilten Halbinsel nach einem Zwischenfall an der stark befestigten Grenze verschärft. Südkoreas Militär hatte als Vergeltung für verletzte Soldaten durch nordkoreanische Landminen seine Beschallungsaktion über die Grenze mit Propaganda wieder aufgenommen. Nordkorea hatte daraufhin den "Quasi-Kriegszustand" ausgerufen.

Quelle: n-tv.de

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