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Nur hohle Phrasen? Kim Jong Un kündigt eine "radikale Wende" in der Wirtschaftspolitik an.
Nur hohle Phrasen? Kim Jong Un kündigt eine "radikale Wende" in der Wirtschaftspolitik an.(Foto: AP)

Wirtschaftsreformen angekündigt: Kim will sich Südkorea annähern

Nach vielen Kriegsdrohungen kommen zum neuen Jahr ungewohnte Worte aus Nordkorea. In der ersten Audiobotschaft eines Machthabers seit 1994 kündigt Kim Jong Un eine Annäherung an den Süden an. Zudem will er die Wirtschaft des Landes umkrempeln.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich in einer seltenen Audiobotschaft für eine Annäherung an den Süden ausgesprochen. "Ein wichtiger Punkt zur Beendigung der Teilung des Landes und zu seiner Wiedervereinigung ist es, die Konfrontation zwischen Norden und Süden zu beseitigen", sagte Kim in seiner im Staatsfernsehen übertragenen Neujahrsansprache. Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu "nichts als Krieg" führe. Zudem erklärte Kim die Verbesserung des Lebens der Bevölkerung zum obersten Ziel im neuen Jahr.

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Neue Vorschläge für einen Friedensprozess mit Südkorea nannte er allerdings nicht. Vielmehr bekräftigte er die Forderung Pjöngjangs, die Abkommen von den bisher einzigen beiden gesamtkoreanischen Gipfeltreffen 2000 und 2007 umzusetzen. Kim nannte die Abkommen "große Wiedervereinigungsprogramme". Zugleich betonte er, dass es nötig sei für Nordkorea, bessere Waffen zu entwickeln, und die militärische Stärke auszubauen.

Korea ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geteilt. Mit dem Korea-Krieg Anfang der 50er Jahre wurden beide Staaten zu erbitterten Gegnern. Derzeit gibt es jedoch Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen. So hat die designierte konservative Präsidentin des Südens, Park Geun Hye, ihre Bereitschaft erklärt, sich mit Kim Jong Un zu treffen. Zur Voraussetzung macht sie jedoch einen Verzicht des Nordens auf sein Atomprogramm, was die Regierung in Pjöngjang ablehnt. Auffallend an der Neujahrsansprache war, dass genau dieses Atomprogramm keine Erwähnung fand.

Zuletzt hatte Nordkorea dem südlichen Nachbarn immer wieder mit Krieg gedroht und mehrere Raketensysteme getestet sowie den Bau neuer Raketen angekündigt. Zudem gab es Hinweise auf neuerliche Atomwaffentests. Im Dezember sorgte der Start eines nordkoreanischen Satelliten für internationale Proteste.

"Große Schöpfungen und Veränderungen"

Es war die erste Audiobotschaft eines nordkoreanischen Machthabers, seitdem Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung sich im Jahr seines Todes 1994 an die Öffentlichkeit wandte. Dessen Sohn Kim Jong Il hatte die Ziele für das neue Jahr dagegen in einem Leitartikel der offiziellen Zeitungen umrissen. Er trat fast nie bei öffentlichen Reden auf.

Kim Jong Un, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 die Macht in dem Staat übernommen hatte, kündigte in der Ansprache an, dass 2013 eine "radikale Wende" beim Aufbau der Wirtschaft bringen werde. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", versprach Kim. Dieser solle das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben. Die Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum.

Die Bevölkerung Nordkoreas ist weitgehend verarmt und die Wirtschaft liegt infolge scharfer Sanktionen seit Jahren am Boden. Zuletzt hatte es deshalb Gerüchte gegeben, in der Landwirtschaft könnten schrittweise privatwirtschaftliche Modelle eingeführt werden.

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Quelle: n-tv.de

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