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Dunkle Wolken über Thailands Hauptstadt Bangkok.
Dunkle Wolken über Thailands Hauptstadt Bangkok.(Foto: picture alliance / dpa)

Wetterextreme nehmen zu: Klimawandel trifft die Ärmsten

Verursacher des Klimawandels sind die Industriestaaten, Leidtragende sind vor allem die ärmeren Staaten. Unter den zehn Staaten, die 2011 am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffen waren, finden sich acht Entwicklungsländer, ein Schwellenland und nur eine Industrienation.

Stürme, Überschwemmungen, Hitzewellen: Extreme Wetterbedingungen haben im vergangenen Jahr vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer hart getroffen. Wie eine neue Studie von Germanwatch zeigt, litten 2011 Thailand, Kambodscha und Pakistan am meisten unter Wetterphänomenen, die als Folgen des Klimawandels gelten. In allen drei Staaten hatte es 2011 schwere Überschwemmungen mit hunderten Toten gegeben.

Dabei ist es aus wissenschaftlicher Sicht natürlich nicht möglich, einen einzelnen Hurrikan oder eine einzelne Dürre- oder Flutkatastrophe dem Klimawandel zuzuordnen. Es ist die Häufung solcher Extremereignisse, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Folge des Klimawandels ist.

Nur ein Industrieland in den Top Ten

Unter den zehn am schwersten betroffenen Ländern finden sich als einziges Industrieland die USA. Deutschland landet wie im Vorjahr auf Platz 46.

Auf der Liste der zehn am stärksten betroffenen Staaten folgen El Salvador, die Philippinen und das Schwellenland Brasilien. Auf Platz sieben kommen die USA, die 2011 unter heftigen Tornados, hohen Temperaturen und einer Reihe schwerer Hurrikans litten. Mit einer Opferzahl von 844 lagen die USA hinter den Philippinen (1659 Tote), Brasilien (1013) und Thailand (892), aber vor Pakistan (585), Kambodscha (247) und El Salvador (35).

Aufgrund einer ungewöhnlichen Häufung sehr schwerer Naturkatastrophen zählt 2011 laut Germanwatch zu den Jahren mit den höchsten Todeszahlen überhaupt. Im Langzeitvergleich für die Zeit von 1992 bis 2011 wird die Liste von Honduras angeführt, gefolgt von Birma, Nicaragua, Bangladesch und Haiti. Schon im Jahr zuvor hatten diese Länder zu den obersten fünf gehört. Thailand rückte infolge der schweren Überschwemmungen 2011 vom 55. auf den 9. Platz auf.

Insgesamt seien zwischen 1992 und 2011 mehr als 530.000 Menschen als direkte Folge von mehr als 15.000 extremen Wetterereignissen gestorben, so Germanwatch.

Arme Länder brauchen finanzielle Hilfe

Germanwatch warnte, der vom Menschen verursachte Klimawandel werde zu einem weiteren Anstieg von extremen Wetterphänomenen wie Stürmen, Dürren oder heftigen Regenfällen führen. Die Organisation betonte daher die Dringlichkeit, den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken, um den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten.

Entwicklungsländer müssten zudem stärker finanziell dabei unterstützt werden, sich auf künftige Katastrophen vorzubereiten, fordert Germanwatch. Auch darüber wird derzeit in Doha verhandelt. Der Grüne Klimafonds soll ärmeren Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel helfen. Bis 2020 haben die Industrieländer 100 Milliarden US-Dollar zugesagt.

Der Klima-Risiko-Index (KRI), den Germanwatch am Rande der UN-Klimakonferenz in Doha vorstellte, basiert maßgeblich auf Daten des Rückversicherers Munich Re und bezieht unter anderem die Zahl der Toten pro 100.000 Einwohner sowie den wirtschaftlichen Schaden ein.

(c) Germanwatch
(c) Germanwatch

 

Quelle: n-tv.de

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