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Ein unterernährtes Kind in Malawi: In Afrika fehlt es an fast allem, was in Europa selbstverständlich ist.
Ein unterernährtes Kind in Malawi: In Afrika fehlt es an fast allem, was in Europa selbstverständlich ist.(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Billion US-Dollar im Jahr: Korruption macht Afrika arm

Korruptionsbekämpfung in Afrika ist schwierig. Die Lobbygruppe One will deshalb den illegalen Kapitalabfluss aus Afrika eindämmen. Dieser ist so groß, dass man mit dem Geld jedes Jahr das Leben von 3,6 Millionen Kindern retten könnte.

Durch dubiose Rohstoffgeschäfte, Strohmannfirmen, Geldwäsche und Steuerhinterziehung gehen den Entwicklungsländern pro Jahr eine Billion US-Dollar (750 Milliarden Euro) verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Lobbyorganisation One. One schätzt, dass mit dem verlorenen Geld jedes Jahr das Leben von 3,6 Millionen Kindern gerettet werden könnte.

Die Organisation hat jetzt einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, mit dem die Staaten der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) die Korruption bekämpfen sollen. Dazu gehört, dass veröffentlicht wird, wer wirklich hinter einem Unternehmen steckt.

Großbritannien habe auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle eingenommen, stellte die Lobbygruppe fest, die 2004 von zehn großen Hilfsorganisationen zusammen mit Prominenten wie Bono und Bob Geldof gegründet worden war. "In Dutzenden von Ländern auf der ganzen Welt lässt sich eine Scheinfirma mit weniger Angaben gründen, als für die Ausstellung eines Führerscheins oder für die Eröffnung eines Bankkontos verlangt wird", heißt es in dem Bericht.

Transparenz im Rohstoffhandel mit Afrika

Als zweiten wichtigen Tagesordnungspunkt für den nächsten G20-Gipfel im November in Brisbane schlägt One das Thema Transparenz im Rohstoffhandel mit Afrika vor. Die Organisation argumentiert, wenn alle Konzerne öffentlich machen müssten, wie viel sie für die Ausbeutung eines bestimmten Rohstoffes an eine Regierung bezahlt haben, könnten sich korrupte Regierungsbeamte nicht so leicht dabei bereichern. Mehrere chinesische Konzerne, deren Aktien an US-Börsen gehandelt würden, beherzigten dieses Prinzip bereits, weil dies für börsennotierte Unternehmen in den USA so vorgeschrieben sei, erklärte ein One-Mitarbeiter.

Um die Steuerflucht aus Afrika zu begrenzen, appelliert die Organisation an die G20-Staaten, die Entwicklungsländer auch dann an dem von ihnen geplanten automatischen System zum Austausch von Steuerinformationen zu beteiligen, wenn diese Staaten selbst noch nicht in der Lage sind, Daten für dieses System zu liefern.

Quelle: n-tv.de

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