FBI prüft Trump-KontakteKreml nennt Nachforschungen "schädlich"

Die Chefs von FBI und NSA bestätigen Ermittlungen gegen Trumps Entourage. Das Weiße Haus hält dennoch an seinem Konfrontationskurs fest. Und auch im Kreml stoßen die Nachforschungen auf Entrüstung.
Hat Russland mit seinen Hackerangriffen auf E-Mail-Konten der Demokraten versucht, zugunsten Donald Trumps Einfluss auf den US-Wahlkampf zu nehmen? FBI-Chef James Comey beantwortete diese Frage am Montag während seiner Anhörung im Kongress mit einem knappen Ja und teilte mit, dass seine Behörde mögliche Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Trump und Russland untersucht.
Der Kreml bezeichnete die Nachforschungen als schädlich für die Beziehungen. "Man kann wohl kaum sagen, dass das ein konstruktiver Beitrag zur Entwicklung des bilateralen Verhältnisses ist", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Anhörung im US-Parlament werde keinerlei Beweise zutage fördern. Es sei eine inneramerikanische Diskussion, die sich überdies im Kreis drehe, so Peskow. Der Kreml werde sich daran nicht beteiligen.
Bei den Ermittlungen wird Comey zufolge der Frage nachgegangen, ob es "irgendwelche Koordination" zwischen Trump-Mitarbeitern und den versuchten russischen Einmischungen in den Wahlkampf gegeben habe. Bisher war nur in den Medien darüber spekuliert worden, dass die seit Monaten laufenden FBI-Untersuchungen zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen auch die möglichen Verwicklungen des Trump-Teams einbeziehen könnten.
Keine inhaltlichen Details
Comeys Aussage war das erste Mal, dass die Ausweitung der Untersuchungen offiziell bestätigt wurde. Comey sagte, er habe für diese Mitteilung die Erlaubnis des ihm übergeordneten Justizministeriums erhalten. Laut ihm geht es bei den Untersuchungen auch darum, ob irgendwelche Straftaten begangen worden seien. Unter Berufung auf die laufende Ermittlung und die als vertraulich eingestuften Informationen gab er inhaltlich darüber jedoch nichts preis.
Als erster Vertreter der neuen US-Regierung wird Außenminister Rex Tillerson Mitte April in Moskau erwartet. Peskow machte aber keine Angaben, ob Präsident Wladimir Putin Tillerson dann empfangen werde. Erst müsse der Besuch offiziell mitgeteilt werden, sagte er.
Die Russland-Affäre hatte Trumps Regierung bereits kurz nach dem Amtsantritt belastet. Der Nationale Sicherheitsberater Flynn musste zurücktreten, weil herausgekommen war, dass er über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter vor Trumps Amtsübergabe gelogen hatte.