Politik

Kandidatur gegen WowereitKünast scheint bereit

27.06.2010, 09:07 Uhr

Offenbar plant die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag einen Jobwechsel. Künast will laut einem Medienbericht gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Wowereit antreten. Die Grünen in Bund und Land dementieren umgehend.

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Künast hätte nach Einschätzung vieler Beobachter sehr gute Chancen in der Hauptstadt. (Foto: dpa)

Das Rätselraten geht weiter: Wird Renate Künast grüne Spitzenkandidatin bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2011 und damit aussichtsreiche Gegnerin des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit von der SPD? Informationen der "Bild am Sonntag", wonach die Bundestags-Fraktionschefin intern ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt habe, wiesen die Grünen in Bund und Land umgehend zurück. Wowereit ermunterte seine potenzielle Herausforderin indes erneut, anzutreten.

"Wir könnten uns freuen, wenn sie die Bundesebene verlässt", um in die Landespolitik zurückzukehren, sagte SPD-Vize Wowereit am Samstag auf einem Landesparteitag. "Künast wäre keine Gefahr, sondern eine Bereicherung. Diese Grünen brauchen Verstärkung." Die zwei Berliner Fraktionsvorsitzenden Ramona Pop und Volker Ratzmann seien nicht in der Lage, die Partei aufzustellen. Bisher hätten aber nur die Medien Künast zur Kandidatin ernannt, ohne dass sie selbst etwas dazu gesagt habe.

"Blanke Angst" bei Wowereit

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" hat die 54-Jährige vor einigen Tagen Bundestagsabgeordnete und Grünen-Mitglieder in Berlin über ihre Bereitschaft informiert. Dazu sagte ein Sprecher der Bundestagsfraktion: "Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Eine Entscheidung steht jetzt gar nicht an." Auch die Berliner Landesparteichefs Stefan Gelbhaar und Irma Franke-Dressler nannten den Bericht falsch: "Seitens Frau Künast gibt es keinerlei Erklärung, dass sie für die Berliner Grünen als Spitzenkandidatin antreten wird." Eine Entscheidung über eine mögliche Kandidatur falle bis Ende des Jahres.

Die Berliner Grünen-Fraktionschefs Ratzmann und Pop attestierten Wowereit mit Blick auf seine Äußerungen zum Thema "blanke Angst". Er müsse angesichts der Umfragewerte erklären, ob er nach 2011 auch als Chef einer Oppositionspartei oder als kleinerer Regierungspartner in Berlin bleibe. Laut einer Forsa-Umfrage für die "Berliner Zeitung" käme die SPD derzeit in Berlin auf 27 Prozent, die Grünen erreichten 25 Prozent.

Quelle: dpa