Politik
Stephan Weil (l.) will David McAllister ablösen.
Stephan Weil (l.) will David McAllister ablösen.(Foto: dapd)

Umfragen vor der Niedersachsen-Wahl: Lager liegen Kopf an Kopf

In Niedersachsen beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs: Am Abend treten CDU-Amtsinhaber McAllister und SPD-Herausforderer in einem TV-Duell gegeneinander an. Zuvor durchgeführte Umfragen zeichnen ein uneinheitliches Bild. Wer am Ende die Nase vorn hat, ist noch offen.

Bei der Wahl in Niedersachsen am 20. Januar zeichnet sich zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die krisengeplagte FDP schafft es zwei aktuellen Umfragen zufolge wieder in den Landtag.

Im ZDF-Politbarometer kommt die CDU auf 39 Prozent und die FDP auf fünf Prozent. Die Liberalen verbesserten sich im Vergleich zu Dezember um einen Punkt, während die CDU unverändert bleibt. Die SPD legt um einen Punkt auf 33 Prozent zu und wird zweitstärkste Kraft. Die Grünen halten sich stabil bei 13 Prozent. Rot-Grün hätte mit 46 Prozent eine knappe Mehrheit vor Schwarz-Gelb mit 44 Prozent. Linke und Piraten scheitern mit je drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GMS im Auftrag der CDU Niedersachsen liegen beide Lager mit je 46 Prozent sogar gleichauf. Die CDU kommt danach auf 41 und die FDP auf fünf Prozent. Die SPD erringt 33 und die Grünen schneiden mit 13 Prozent ab. Linkspartei und Piraten erreichen je drei Prozent.

Im Bund sieht es für die FDP schlechter aus

Grund für die zeitliche Platzierung der Umfragen ist das TV-Duell, das sich Ministerpräsident David McAllister von der CDU und sein SPD-Herausforderer Stephan Weil im NDR-Fernsehen liefern wollten. Der ZDF-Umfrage zufolge wissen 42 Prozent der niedersächsischen Bürger noch nicht, wen sie wählen wollen.

Die bundesweit im Umfragetief steckende FDP hofft durch den nach oben zeigenden Trend auf weiteren Auftrieb. Sie setzt darauf, dass potenziellen Wählern dadurch das Signal gegeben wird, dass die Stimme für die Liberalen nicht verschenkt und sogar eine Machtoption damit verbunden ist. Wahlforschern zufolge entscheiden sich die Wähler der FDP meist spät und treffen ihre Entscheidung sehr stark nach taktischen Erwägungen. "Die Umfragen zeigen, dass es die FDP aus eigener Kraft schaffen kann", sagte Niedersachsens CDU-Generalsekretär Ulf Thiele.

Niedersachsen wollen Rot-Grün, aber McAllister

Die FDP hofft gleichwohl auf Zweitstimmen von CDU-Anhängern, die auf diese Weise eine Neuauflage der schwarz-gelben Regierung sicherstellen wollen. "Nur die Wahl der FDP garantiert die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition im Land und damit den Erfolg für beide Parteien, die CDU und die Liberalen", sagte FDP-Chef Philipp Rösler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Abstimmung gilt als Schicksalswahl für den aus Niedersachsen stammenden Bundesvorsitzenden.

Laut Politbarometer bevorzugen die Wähler zu 47 Prozent eine Koalition aus CDU und SPD, während 33 Prozent ein solches Bündnis ablehnen. Ebenfalls eine Zustimmung von 47 Prozent erhält eine rot-grüne Koalition, die wiederum von 35 Prozent der Befragten nicht gewollt wird. Eine erneute Regierung aus CDU und FDP würde nur von 30 Prozent gut geheißen. Bei der Frage, wen die Niedersachsen lieber als Ministerpräsidenten hätten, hat Amtsinhaber McAllister bei der ZDF-Befragung mit 48 Prozent einen klaren Vorsprung vor SPD-Kandidat Weil, der auf 33 Prozent kommt.

Bei der Landtagswahl im Jahr 2008 kam die CDU auf 42,5 Prozent, die SPD auf 30,3 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent, die Grünen erreichten acht Prozent und die Linke 7,1 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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