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Besser nicht auf die Umfragen sehen: Rösler.
Besser nicht auf die Umfragen sehen: Rösler.(Foto: dpa)

Schock für die Liberalen: FDP jetzt unter "Sonstige"

Ein Schlag ins Gesicht für FDP-Chef Rösler und seine zerstrittenen Liberalen: Die Partei wird in der Forsa-Sonntagsfrage nach unten durchgereicht. Sie verliert die Hälfte der Zustimmung. Kanzlerin Merkel kann dagegen abräumen. Nicht nur ihre persönlichen Werte wachsen, auch die Union erreicht Traumzahlen.

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Das ist ein kräftiger Schock für die Bundes-Liberalen: Die Partei liegt in der Forsa-Sonntagsfrage im Auftrag von "Stern" und RTL so tief wie seit etlichen Monaten nicht – und hat dabei fast Bodenkontakt. Nur noch 2 Prozent der Wähler wollen ihr Kreuz bei der mehr als angeschlagenen FDP machen. Das reicht normalerweise nur noch für die Erwähnung unter "Sonstige". Im Vergleich zur 51. Kalenderwoche 2012 haben sich die Prozentpunkte für den kleinen Koalitionspartner damit halbiert – zuletzt hatten die Rösler-Mannen bei 4 Prozent gelegen. Dem viel gescholtenen Parteichef kommt diese Nachricht höchst ungelegen und dürfte die Diskussion um seine politische Zukunft weiter anheizen.

Steinbrücks Start bleibt holprig.
Steinbrücks Start bleibt holprig.(Foto: dpa)

Auch die SPD muss Federn lassen: minus 2 Prozentpunkte. Der misslungene Start Peer Steinbrücks zeigt damit Wirkung. Die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 25 Prozent. Der SPD schadet laut Forsa-Chef Güllner vor allem die Kritik ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück am Kanzlergehalt: "Die Menschen sehen ihn mittlerweile eher negativ. Zum Vergleich: Als Gerhard  Schröder 1998 Kanzlerkandidat wurde, löste das einen Sog zur SPD  aus. Steinbrück dagegen zieht die Partei nach unten."

Verbessern können sich dagegen Linke und Grüne. Die Linkspartei erreicht mit 9 Prozent (+1) den höchsten Wert seit Monaten. Die Grünen gewinnen gleich 2 Punkte hinzu und ergattern insgesamt 15. Auf einer ausgedehnten Tauchfahrt bleiben die Piraten. Die vor einiger Zeit noch gefeierten Newcomer auf dem politischen Parkett haben sich bei 3 Prozent eingependelt – und wären damit unverändert nicht im Bundestag. Traumwerte hingegen für die Union. Die Merkel-Truppe kann sich auf Kosten der FDP weiter steigern. CDU /CSU kommen zusammen auf 42 Prozent (+1).Fast die Hälfte der liberalen Wähler von 2009 würden sich jetzt für  CDU/CSU entscheiden,  sagt Güllner.

Die Frage nach Rot-Grün oder Schwarz-Gelb ist damit leicht beantwortet. Die Union kommt alleine auf mehr Stimmen als SPD und Grüne zusammen. Allerdings reicht es angesichts des guten Linkspartei-Ergebnisses nicht für eine Alleinregierung. Kanzlerin Merkel müsste sich einen Koalitionspartner suchen – die SPD oder die Grünen.

Null Kompetenz

Zu den niederschmetternden Ergebnissen für die Freien Demokraten zählt in dieser Woche auch, dass keiner der Befragten ihnen zutraut, die Probleme des Landes zu lösen. Hier gibt es glatte 0 Prozentpunkte für die FDP. Mit 34 Prozent ist in dieser Kategorie die Union weit vorne. Der SPD trauen nur 11 Prozent zu, mit Deutschlands Problemen am besten fertigzuwerden. 5 Prozent sehen hier die Grünen vorn, 3 die Piraten.

Im Kanzlerduell stehen die Aktien am besten für Amtsinhaberin Angela Merkel. Im Direktvergleich liegt sie mit 58 Prozent Zustimmung inzwischen 36 Prozentpunkte vor ihrem Herausforderer Steinbrück. Dieser erreicht nur noch 22 Prozent – ein Minus von 4 Punkten.

Quelle: n-tv.de

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