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Sergej Lawrow geht es nach eigenem Bekunden um die Menschenrechte.
Sergej Lawrow geht es nach eigenem Bekunden um die Menschenrechte.(Foto: picture alliance / dpa)

Angeblich vergewaltigte 13-Jährige: Lawrow bleibt bei Vertuschungsvorwurf

Sagt die Berliner Strafverfolgung die Wahrheit über den Fall Lisa? Diese Frage trübt inzwischen die deutsch-russischen Beziehungen. Moskaus Außenminister Lawrow legt nun nach. Er vermutet, Berlin reagiere nicht ohne Grund so heftig auf seine Vorwürfe.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Vorwürfe der Bundesregierung zurückgewiesen, Moskau nutze Berichte über eine angebliche Vergewaltigung in Berlin zur "politischen Propaganda". "Wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein", sagte Lawrow.

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In dem Fall gehe es um die Menschenrechte. "Unsere deutschen Freunde kommentieren - wesentlich häufiger als wir - verschiedene Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Russland, und das nicht nur auf dem Gebiet der Menschenrechte, sondern auch auf anderen Gebieten", sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax.

Er werte Berlins scharfe Reaktion auf seine Äußerungen als eine Art Schuldeingeständnis. Wenn Außenminister Frank-Walter Steinmeier so die Beherrschung verliere, heiße das, "dass an seiner Argumentation nicht alles in Ordnung ist", sagte er laut "Spiegel-Online".

Die deutschen Behörden müssten Moskau über den Gang der Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Schließlich gehe es bei dem Mädchen um eine russische Staatsbürgerin. "Wir müssen nach allen Regeln der zivilisierten Welt über Vorfälle mit russischen Bürgern informiert werden", sagte er.

Dies sei im Fall Lisa "nicht rechtzeitig" geschehen. Lediglich die russischsprachige Gemeinde und die Anwälte des Mädchens hätten Moskau über den Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt. Die Berliner Behörden hätten sich dagegen noch nicht gemeldet.

Quelle: n-tv.de

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