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Rösler will kämpfen und Lindner (r.) will ihm dabei kein Bein stellen.
Rösler will kämpfen und Lindner (r.) will ihm dabei kein Bein stellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wird Brüderle Rösler beerben?: Lindner wird nicht FDP-Chef

Der innerparteilich angeschlagene FDP-Chef Rösler will um sein politisches Überleben kämpfen. Allerdings hat er es nicht mehr selbst in der Hand. Wenn er in Niedersachsen unter sieben Prozent holt, wird es geräuschvoll werden. Die Partei sucht einen Nachfolger.

Im Allgemeinen war erwartet worden, dass Brüderle (l.) und Lindner die Wahlkampfspitze für Herbst stellen.
Im Allgemeinen war erwartet worden, dass Brüderle (l.) und Lindner die Wahlkampfspitze für Herbst stellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Christian Lindner will offenbar nicht Parteichef werden und Philipp Rösler nachfolgen, falls dieser sein Amt niederlegen muss. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er habe in einem vertraulichen Gespräch mit Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle gesagt, es sei in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll, die Bundespartei von Nordrhein-Westfalen aus zu führen.

In der FDP kursieren wegen der anhaltend schwachen Umfragewerte Überlegungen, ein Tandem aus Brüderle als Spitzenkandidat und Lindner als Parteichef könne die FDP in den Bundestagswahlkampf führen. Brüderle hat stets gesagt, er wolle nicht Vorsitzender werden. Es wird aber damit gerechnet, dass er es doch tut, falls ihn die Parteispitze darum bittet. Röslers Schicksal dürfte sich spätestens bei der niedersächsischen Landtagswahl am 20. Januar entscheiden.

Latte absichtlich hochgelegt?

Bei vertraulichen Gesprächen sollen laut "Spiegel" FDP-Landesvorsitzende und -Präsidiumsmitglieder in den vergangenen Tagen die Devise ausgegeben haben, die Partei müsse bei der Niedersachsen-Wahl mindestens sieben Prozent holen, sonst sei eine Diskussion um Rösler nicht zu stoppen. Der "Bild am Sonntag" hatte Rösler gesagt, dass er nicht aufgeben werde. Seinen Kritikern warf er vor, die Partei vor der wichtigen Landtagswahl am 20. Januar in Niedersachsen zu beschädigen. Die jüngste Forsa-Umfrage sieht die Liberalen bei vier Prozent. Auch in Niedersachsen steht die FDP weiter bei unter fünf Prozent.

CDU will keine Schützenhilfe leisten

Derweil stellte die CDU in Aussicht, keine Zweitstimmenkampagne für die Liberalen zu starten. "Jede Partei muss für sich kämpfen, jede Partei muss ihre Zustimmung stärken im Lande", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer in Berlin. Auch Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel lehnt eine Zweitstimmenkampagne zugunsten der FDP ab.

Auf die Frage, ob die FDP-Debatte über Röslers Führungsqualitäten Auswirkungen auf das Ansehen der schwarz-gelben Regierung habe, sagte Grosse-Brömer: "Die Koalition muss sich messen lassen an den Ergebnissen."

Quelle: n-tv.de

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