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Noch hält sich Maduro zurück. Aber er steht für eine Chavez-Nachfolge bereit.
Noch hält sich Maduro zurück. Aber er steht für eine Chavez-Nachfolge bereit.(Foto: picture alliance / dpa)

"Comandante" mit Schnurrbart: Maduro könnte Chávez folgen

Venezuela hat nur einen wirklichen "Comandante" - noch. Aber um die Gesundheit des wiedergewählten Präsidenten Hugo Chávez ist es nicht gut bestellt, nach seiner erneuten Krebsoperation gibt es Komplikationen. Eine Ablösung wird so immer wahrscheinlicher. Das Feld für seinen Nachfolger hat Chávez bereits bestellt, die Lobeshymnen fallen entsprechend aus.

Bei Venezuelas Präsident Hugo Chávez  sind nach der jüngsten Krebsoperation "Komplikationen" aufgetreten. Chávez leide an einer "schweren Lungenentzüngung", sagte Kommunikationsminister Ernesto Villegas. Chávez habe daher "Atembeschwerden". Chávez war am 11. Dezember zum vierten Mal in Kuba wegen eines Tumors operiert worden.

Die schwere Erkrankung Chávez' hat seinen langjährigen Außenminister Nicolás Maduro bereits zum Kronprinzen aufsteigen lassen. So führt Maduro de facto die Amtsgeschäfte in Venezuela. Sollte Chávez ganz ausscheiden, würde der frühere Busfahrer und Gewerkschafter wohl dauerhaft die Führung der sogenannten chavistischen Bewegung übernehmen.

Nach seinem erneuten Wahlsieg Anfang Oktober hatte Chávez Maduro zunächst zu seinem Vize ernannt. Bevor er Mitte Dezember zu einer weiteren Operation nach Kuba aufbrach, empfahl Chavez Maduro seinen Anhängern dann auch als möglichen Nachfolger. Maduro sei "ein Revolutionär durch und durch" und "trotz seiner Jugend ein erfahrener Mann", sagte Chávez. "Mit seiner starken Hand, seiner Vision, seinem Herz eines Mannes des Volkes" und seiner internationalen Anerkennung habe Maduro die notwendigen Fähigkeiten zur Führung des Landes, lobte ihn der Staatschefs.

Mehr als nur ein markanter Schnurrbart

Maduro gilt als einer der treuesten Gefolgsleute und Weggefährten Chávez'. Als der Linkspopulist 1999 erstmals zum Präsidenten gewählt wurde, errang Maduro als Mitglied seiner Bewegung einen Parlamentssitz. 2005 wurde er Parlamentspräsident, bevor Chávez ihn ein Jahr später zum Außenminister ernannte. Er vertrat treu Chávez' "anti-imperialistischen" Kurs und trug dessen Unterstützung für Syrien, Iran und Libyens inzwischen gestürzten Machthaber Muammar al-Gaddafi mit.

Zugleich gilt der hochgewachsene Politiker mit dem markanten Schnurrbart aber als moderater und konzilianter als Chávez. Weggefährten beschreiben den 50-Jährigen als freundlich, zugänglich und dialogbereit. Über sein Privatleben ist wenig bekannt, nur dass  er mit der Generalstaatsanwältin Cilia Flores verheiratet ist. Ihm  wird großes Verhandlungsgeschick und bedeutender Einfluss auf die verschiedenen Flügel der "Chavisten" zugeschrieben. Zudem gilt er als Wunschkandidat des kubanischen Präsidenten Raúl Castro, dessen Regierung, die das Geld des ölreichen Venezuela dringend braucht, sich Kontinuität erhofft.

Allerdings bleibt ungewiss, ob Maduro den "Comandante", der die venezolanische Politik seit seiner ersten Wahl vor 14 Jahren unangefochten dominiert, ersetzen kann. Offiziell muss Chávez bis zum 10. Januar vereidigt werden. Der im Oktober unterlegene Oppositionskandidat Henrique Capriles wies darauf hin, dass die Verfassung im Fall einer Verhinderung des gewählten Präsidenten vor seiner Vereidigung die Abhaltung von Neuwahlen vorsieht. Die chavistische Bewegung wird sich also bald entscheiden müssen.

Quelle: n-tv.de

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