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PKK-Kämpfer im Sinjar-Gebirge.
PKK-Kämpfer im Sinjar-Gebirge.(Foto: REUTERS)

In Syrien und Irak: Mehr als 120 Deutsche kämpfen gegen IS

Sie kommen aus Deutschland und kämpfen mit Waffengewalt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Exakte Zahlen, wie viele es sind, haben deutsche Sicherheitsbehörden nicht, ungefähre schon.

Mehr als 120 deutsche Staatsbürger haben sich nach Medieninformationen dem Kampf der kurdischen Milizen in Syrien und im Irak gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise berichtete, kämpfen die meisten dieser deutschen Freiwilligen mit der verbotenen türkischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Wie viele von ihnen im syrischen Bürgerkrieg getötet wurden, sei unklar. Nach Informationen der Zeitung geht das Bundesamt für Verfassungsschutz aber von einer niedrigen einstelligen Zahl aus. Zuletzt war gemeldet worden, dass der 55-jährige Günter H. bei einem IS-Angriff nahe der syrischen Stadt Shaddadi ums Leben kam. Er soll unter dem Kampfnamen "Rustem Cudi" auf der Seite der kurdischen "Volksverteidigungseinheit YPG" gekämpft haben. H. war ein früherer Bundeswehrsoldat und hatte sich zuvor bereits bei der französischen Fremdenlegion verdingt.

Die kurdischen Peschmerga-Milizen im Nordirak und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten in Nordsyrien spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Dschihadisten. Beide Milizen werden von der türkischen PKK unterstützt, die im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak seit Jahren ihre Rückzugsgebiete hat. Insbesondere die YPG steht der PKK ideologisch und organisatorisch nahe, weshalb die Türkei sie als syrischen Ableger der PKK betrachtet. In der Türkei ebenso wie in Deutschland und anderen EU-Staaten gilt die PKK als Terrororganisation.

Die IS-Miliz hatte im Sommer vergangenen Jahres große Landstriche im Norden und Westen des Irak und im benachbarten Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. Einheimischen und ausländischen Truppen gelang es inzwischen, die sunnitisch-arabische Extremistengruppe deutlich zurückzudrängen, doch kontrolliert sie weiter wichtige Städte wie Mossul im Irak und Raka in Syrien.

Quelle: n-tv.de

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