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Merkel kommentierte das zweitschlechteste Ergebnis der Union seit 1949.
Merkel kommentierte das zweitschlechteste Ergebnis der Union seit 1949.(Foto: AP)
Sonntag, 24. September 2017

"Besseres Ergebnis erhofft": Merkel sieht strategische Ziele erreicht

Nur 1949 war die Union schlechter. "Wir hatten uns ein besseres Ergebnis erhofft", räumt Bundeskanzlerin Merkel vor Anhängern ein. Aber ihre strategischen Ziele habe die Union erreicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl in optimistischem Tonfall kommentiert. "Wir hatten uns ein besseres Ergebnis erhofft", räumte sie vor jubelnden Anhängern im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin ein.

"Aber wir dürfen auch nicht vergessen: Hinter uns liegt eine außerordentlich herausfordernde Legislaturperiode", so Merkel weiter.

Ihre strategischen Ziele habe die Union erreicht: Die Union sei stärkste Kraft geworden und habe den Auftrag, eine Regierung zu bilden, "und gegen uns kann keine Regierung gebildet werden". Sie dankte den Wahlkämpfern und sagte: "Es hat Freude gemacht, diesen schwierigen Wahlkampf zu kämpfen."

Die Union erreichte nur ihr zweitschlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik. Nur 1949 erreichten CDU und CSU einen noch geringeren Stimmenanteil. Die SPD erreichte ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt und kündigte den Weg in die Opposition an. Damit verbleibt als einzige Möglichkeit eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen.

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In München sprach CSU-Chef Horst Seehofer von einem schweren Rückschlag. "Es gibt nichts schönzureden. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 ist für uns eine herbe Enttäuschung, sowohl das gemeinsame Ergebnis von CDU und CSU als auch das Ergebnis der CSU in Bayern", sagte er. Man hatte vor allem im September eine "Flanke auf der rechten Seite, eine offene Flanke". Es komme nun besonders darauf an, diese Flanke zu schließen, "mit klarer Kante und klaren politischen Positionen".

Der schleswig-holsteinische Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz sieht die Möglichkeit einer Jamaika-Koalition mit Zurückhaltung. "Der Weg nach Jamaika ist viel weiter noch als in Schleswig-Holstein, weil er über München geht", sagte Notz. CSU und FDP hätten in der Vergangenheit gegenüber den Grünen alles andere als einen freundlichen Ton angeschlagen. Daher müssten zunächst diese beiden Parteien klären, ob sie sich auf die Grünen zubewegen wollten.

 

Quelle: n-tv.de

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