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Nur gemeinsam können sie es schaffen: Merkel braucht die Türkei für ihre Flüchtlingspolitik. Die Türkei braucht die deutsche Unterstützung zur Bewältigung der humanitären Herausforderung.
Nur gemeinsam können sie es schaffen: Merkel braucht die Türkei für ihre Flüchtlingspolitik. Die Türkei braucht die deutsche Unterstützung zur Bewältigung der humanitären Herausforderung.(Foto: imago/ZUMA Press)

"Entsetzt über menschliches Leid": Merkel verurteilt russische Bombenangriffe

Angela Merkel will zusammen mit der Türkei den Flüchtlingsstrom eindämmen. Doch wegen des Kampfes um Aleppo machen sich weiter Zehntausende auf den Weg nach Europa. Die Kanzlerin sendet deshalb klare Worte an Russland.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland und das syrische Regime für die Luftangriffe auf Aleppo scharf kritisiert. "Wir sind entsetzt über das menschliche Leid durch die Bombenangriffe - auch von russischer Seite", sagte Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Ankara. Merkel machte deutlich, dass Russland damit auch gegen eine entsprechende UN-Resolution verstoße, die sich gegen Angriffe auf die Zivilbevölkerung richte.

Deutschland und die Türkei forderten von Russland die Einhaltung dieser Resolution, sagte Merkel. "Das, was sich an der türkisch-syrischen Grenze zeigt, ist das große Leid", sagte sie. Zehntausender Syrer fliehen derzeit infolge der Angriffe auf Aleppo durch die Truppen des syrischen Regimes mit russischer Unterstützung.

Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sind derzeit bis zu 70.000 Menschen auf dem Weg zur türkischen Grenze oder bereits dort angekommen. Bislang haben die türkischen Behörden den Übergang Bab al-Salama trotz Winterkälte nicht geöffnet. Die Regierung in Ankara will stattdessen die Flüchtlinge auf syrischem Boden mit Hilfsgütern versorgen. Die Uno warnte bereits vor einer humanitären Katastrophe.

Deutsche Polizisten vor Ort in der Türkei

Außerdem setzen sich Berlin und Ankara für eine Beteiligung der Nato am Kampf gegen die Schlepper im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei ein. Das kündigte Merkel an. Über diese Frage solle beim anstehenden Treffen der Nato-Verteidigungsminister gesprochen werden. Zudem strebe man bei diesem Thema eine Verbesserung der Arbeit der türkischen Küstenwache mit Griechenland und der EU-Grenzschutzagentur Frontex an. Merkel kündigte zugleich eine Verstärkung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei beim Kampf der Polizeien gegen illegale Schlepperbanden an. So soll etwa das deutsche Technische Hilfswerk gemeinsam mit türkischen Organisationen Zehntausende Flüchtlinge versorgen, die derzeit in Syrien an der Grenze zur Türkei ausharren.

Zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms aus der Türkei nach Europa sollen zudem deutsche Polizisten künftig gemeinsam mit türkischen Kollegen in der Türkei eingesetzt werden. Dies sei eine Fortsetzung des bereits in den vergangenen Monaten erfolgreichen gemeinsamen Kampfes gegen Schleuserbanden, sagte Merkel.

Davutoglu sagte zu, alle Vereinbarungen "sofort umzusetzen". Jedoch dürfe nicht der Eindruck entstehen die Türkei könne das Flüchtlingsproblem allein lösen. Merkel lobte ihren Gastgeber ausdrücklich für die "konkreten" Ergebnisse des Gesprächs. Ihrerseits sagte sie zu, sich für eine schnelle Bereitstellung der von der EU zugesagten Milliardenhilfen für die Türkei zur Bewältigung der Flüchtlingshilfe einzusetzen.

Quelle: n-tv.de

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