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Nordkoreanische Truppen feuern bei einer Übung eine Kurzstreckenrakete ab.
Nordkoreanische Truppen feuern bei einer Übung eine Kurzstreckenrakete ab.(Foto: REUTERS)

Nach Verschärfung der Sanktionen: Nordkorea feuert Rakete ins Meer

Die Luft für Kim Jong Un wird immer dünner: Laut einer neuen UN-Resolution darf sein Regime kein Kerosin mehr kaufen und kaum noch etwas exportieren. Die Tinte auf dem neuen Papier ist noch nicht ganz trocken, als Pjöngjangs Reaktion auf die neuen Sanktionen folgt.

Nur Stunden nach Verkündung der bislang schärfsten UN-Sanktionen gegen Nordkorea hat der kommunistische Staat nach Angaben Südkoreas mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die Raketen seien in Wonsan an der Ostküste in Richtung Japanisches Meer abgeschossen worden und ins Wasser gestürzt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul zunächst mit. Später sagte er, die genaue Art der Geschosse - Raketen oder Artilleriegeschosse - werde noch geprüft. Er fügte hinzu: "Die südkoreanische Armee beobachtet jegliche weiteren Schritte des Nordens." Erst am Mittwoch hatte der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die eine drastische Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang vorsieht.

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  Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen reagierte damit auf einen nordkoreanischen Atomtest im Januar und einen ebenfalls weltweit kritisierten Start einer Weltraumrakete im Februar. Die internationale Gemeinschaft sieht den jüngsten Satellitenstart als Vorwand zum Test einer militärischen Langstreckenrakete, während Nordkorea von einem Start zu friedlichen Zwecken spricht. Die nun beschlossene Resolution sieht unter anderem Kontrollen aller Frachter von und nach Nordkorea sowie ein Verkaufsverbot von Handfeuerwaffen vor.

Die schärfsten Sanktionen seit 20 Jahren

Die Sanktionen, die die USA und Nordkoreas traditioneller Verbündeter China ausgehandelt hatten, sollen dazu beitragen, das nordkoreanische Nuklearprogramm zu beenden. "Ich habe schon immer gesagt, dass Nordkorea für seine Aktionen Konsequenzen sehen würde und begrüße diese Resolution als starke, gemeinsame und angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft", sagte US-Präsident Barack Obama. Auch die EU und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßten die verschärften Sanktionen. "Die heutige einstimmige Handlung des Sicherheitsrats sendet eine klare Botschaft an Nordkorea, dass das Land seine internationalen Verpflichtungen wieder voll erfüllen muss", sagte Ban. Südkorea kündigte an, mit der internationalen Gemeinschaft verstärkt auf ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hinzuarbeiten. Zudem warnte Japans Regierungschef Shinzo Abe Nordkorea vor neuen Provokationen.

"Der Sicherheitsrat betont erneut seine Entscheidung, dass Nordkorea alle nuklearen Waffen und alle existierenden Atomprogramme auf vollständige, verifizierbare und unumkehrbare Weise aufgeben muss", heißt es in der verabschiedeten Resolution. Zu den Sanktionen gehören auch ein Exportverbot für bestimmte Bodenschätze und ein Verkaufsverbot von Luxusgegenständen wie teuren Uhren und Sportzubehör. Außerdem gibt es neue Ausreisesperren, zudem werden die Konten von 16 Personen und zwölf Unternehmen eingefroren. Derart scharfe Sanktionen hat der Sicherheitsrat seit rund 20 Jahren nicht mehr verhängt.

In einem am Montag veröffentlichten Bericht hatte eine von den Vereinten Nationen beauftragte Expertengruppe ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit der bislang bestehenden Sanktionen geäußert. Das Regime in Pjöngjang habe diese geschickt umgangen, außerdem setzten UN-Mitgliedstaaten die Sanktionen nicht ausreichend um. Nach Angaben aus westlichen Quellen werden Hunderttausende Menschen in Nordkoreas politischen Haftanstalten gefangen gehalten. An der Spitze der von einem Geflecht aus kommunistischer Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur steht Kim Jong Un. Das abgeschottete und bitterarme Land hat rund 25 Millionen Einwohner.

Quelle: n-tv.de

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