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US-Präsident Barack Obama würde Donald Trump ungern als Nachfolger im Oval Office sehen.
US-Präsident Barack Obama würde Donald Trump ungern als Nachfolger im Oval Office sehen.(Foto: AP)

"Trump wird nicht Präsident": Obama setzt auf die Vernunft der Amerikaner

Der Nuklearcode in den Händen Donald Trumps? So weit wird es nicht kommen, meint US-Präsident Obama. Er appelliert an die Bürger, sich nicht von Trumps fragwürdigen Wahrheiten einlullen zu lassen - und kassiert eine giftige Retourkutsche.

US-Präsident Barack Obama hat sich in den Vorwahlkampf um das höchste politische Amt in den Vereinigten Staaten eingeschaltet - und scharfe Kritik an den Gebärden des Republikaners Donald Trump geübt. "Ich glaube weiter daran, dass Herr Trump nicht Präsident wird", sagte Obama in Kalifornien. "Der Grund ist, dass ich großes Vertrauen in das amerikanische Volk habe." Am kommenden Wochenende stehen die Vorwahlen in South Carolina an - und auch dort hat Trump neuesten Umfragen zufolge gute Chancen als Sieger hervorzugehen.

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Zuletzt war der Immobilienmilliardär, der immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen für Furore gesorgt hatte, bei den Vorwahlen in New Hampshire an seinen republikanischen Mitbewerbern vorbeigezogen. Daraufhin hatten die frühere Managerin Carly Fiorina und New Jerseys Gouverneur Chris Christie das Handtuch geworfen. "Sie haben Talent, Gouverneure, Senatoren", tönte Trump daraufhin. "Aber ich denke, dass meine 'message' einfach besser ist als ihre." Obama sieht das offenbar anders - und bezeichnete den Wahlkampf des 69-Jährigen als unseriös.

Präsident sein, das sei ein ernsthafter Job, sagte Obama. "Es ist nicht wie eine Talkshow oder eine Realityshow. Es ist keine Promotion. Es ist kein Marketing. Es ist harte Arbeit." Den Angesprochenen selbst focht das nicht an - stattdessen schoss Trump postwendend zurück. "Dieser Mann hat so einen schlechten Job gemacht, er hat uns so weit zurückgeworfen", sagte der Republikaner in South Carolina. "Wenn er so etwas sagt, ist das ein großes Kompliment. Man muss doch die Fakten wissen, die Namen des Gegenübers."

Trump poltert gegen Obama

Obama könne froh sein, dass er "nicht beim letzten Mal angetreten" sei, als Romney für die Republikaner ins Rennen ging. "Dann hätte Obama nur eine Legislaturperiode als Präsident gehabt", ätzte Trump. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, war bei den Präsidentschaftswahlen 2012 angetreten - und hatte gegen den amtierenden Präsidenten den Kürzeren gezogen. Dass Trump mit seinen frauenverachtenden und ausländerfeindlichen Sprüchen bei vielen Amerikanern besser ankommt, scheint Obama nicht zu wundern.

"Ich finde interessant, dass alle auf Trump fokussiert sind, denn er sagt das, was die anderen Kandidaten auch sagen, nur auf interessantere Weise", erklärte der 54-Jährige. Dennoch seien "Beobachter aus dem Ausland" laut Obama besorgt angesichts seiner Äußerungen. Die Frage, die sich offenbar nicht nur der Demokrat stellt, ist, ob einem wie Trump die Tragweite des Jobs bewusst ist. "Man spielt nicht nur den Massen zu Hause etwas vor", sagte Obama. "Wer immer da stehen wird, wo ich im Moment bin, verfügt über den Nuklearcode und kann 21-Jährige ins Gefecht schicken."

Quelle: n-tv.de

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